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12.01.2009 - Hochsaison für Grippeviren – Händeschütteln ist im Winter tabu

Hochsaison für Grippeviren

Hochsaison für Grippeviren

Ein lautes „Hatschi“ aus dem Nachbarbüro, zwei Zimmer weiter schnieft die Sekretärin bereits den ganzen Vormittag. So langsam fangen die eigenen Schläfen an zu pochen – jeder, der in dieser Umgebung arbeitet, lebt im Risikobereich.

Gerade im Herbst und Winter mit wenig Sonne und viel kalter Luft herrscht für die zuständigen Krankheitserreger das beste Klima. Um nicht von ihnen lahm gelegt zu werden, gilt es, rechtzeitig vorzubeugen. Erkältungsviren werden durch Tröpfchen übertragen, das heißt Händeschütteln mit erkrankten Personen vermeiden und möglichst allen Schnupfennasen aus dem Weg gehen. Zudem helfen viel Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und eine gesunde Ernährung, die Abwehrkräfte zu stärken; im Spätherbst und zum Winteranfang die Grippeschutzimpfung nicht zu vergessen!

Patienten mit starken Beschwerden befürchten meist, sie hätten eine Grippe. Dieser gefährliche Infekt tritt aber seltener auf, als angenommen. Das Frösteln im Büro muss nicht gleich etwas Schlimmes bedeuten, auch wenn schon ein einfacher Schnupfen den Betroffenen stark beeinträchtigen kann.

Erkältung und Grippe zeigen ähnliche Symptome. Worin unterscheiden sie sich?

Wer unter einer Grippeinfektion leidet, hat plötzlich Fieber, Kopfschmerzen, Husten, Muskelschmerzen – aber keinen Appetit. Eine Erkältung ruft ähnliche Symptome hervor. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Die Erkältung kommt langsam, die Nase läuft, der Hals kratzt und von Tag zu Tag fühlt sich der Betroffene matter. Nach etwa 7 bis 9 Tagen ist der Spuk in der Regel vorbei. Die Grippe hingegen setzt den Patienten sofort mit hoher Temperatur, trockenem Husten und totaler Entkräftung schachmatt – und das bis zu 2 Wochen lang. Während eine Erkältung meistens harmlos ist, kann die Grippe als seuchenartige Viruserkrankung bedrohliche Folgen wie Bronchitis oder Lungenentzündung mit sich ziehen. So starben allein in Deutschland in der Grippesaison 2002/2003 rund 16.000 Menschen an einer Infektion.

Weshalb ist ein Kratzen im Hals das erste Anzeichen einer Erkältung?

Die Viren infizieren zuerst den hinteren Nasenraum, diese Reizung bedingt das Halskratzen und die Heiserkeit. Später, wenn der ganze Rachen in Mitleidenschaft gezogen ist, schwellen die Mandeln an und das Schlucken verursacht Beschwerden.

Warum reagiert der Körper bei einer Vireninfektion manchmal mit Fieber und Schweißausbrüchen?

Ein neuer Virus versetzt die weißen Blutkörperchen in Alarm, die den Eindringling mit aller Macht abwehren. Dabei setzen sie chemische Stoffe frei, die mit dem Blut ins Gehirn gelangen und die Körpertemperatur erhöhen. Das Fieber hilft den weißen Blutkörperchen, die Infektion aktiver und effektiver zu bekämpfen.

Aus welchem Grund fühlen wir uns müde und appetitlos, wenn wir erkältet sind?

Die von den weißen Blutkörperchen frei gesetzten chemischen Stoffe machen uns müde und hemmen den Appetit. Die erzwungene Auszeit war in früheren Zeiten überlebenswichtig, als die Nahrungssuche noch mit großen Mühen verbunden war und Kranke sich besser ohne Nahrung ausruhten. „Schlafen ist die beste Medizin“, heißt es im Volksmund - das gilt heute noch.

Woher kommen die Gelenkschmerzen?

Auch das hängt mit den frei gesetzten chemischen Stoffen zusammen: Sie werden über das Blut in die Gelenke und Muskeln transportieren und bauen dort Proteine zu Aminosäuren ab, aus denen Antikörper gegen die Krankheitserreger hergestellt werden. Der Betroffen verspürt dies als Ziehen und Schmerzen.

Typische Symptome sind eine verstopfte Nase und tränende Augen. Was führt dazu?

Besagte frei gesetzte chemische Stoffe erweitern die Venen in der Nasenausklei-dung und lassen sie anschwellen. Das passiert etwa ein bis 2 Tage nach der Infektion. Die Folge ist eine verstopfte Nase. Das Gleiche passiert mit den Venen im Tränenkanal. Ist er blockiert, sammeln sich im Auge Tränen. Daher müssen Erkältungspatienten ständig zum Taschentuch greifen. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und die Schleimhäute geschmeidig zu halten, sollte der Betroffene viel trinken.

Bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt zu Rate gezogen werden.