
Die Zeit vergeht wie im Fluge, vor 10 Jahren, zum 1. Januar 1999, nahm die neugegründete gemeinnützige Kultur GmbH Kreis Freiberg ihre Tätigkeit auf.
Der Landkreis hatte die Aufgaben der vormaligen Kulturverwaltung, der Kreismusik- und Kreisvolkshochschule sowie der Kreismedienstelle der gemeinnützigen Gesellschaft übertragen. Ausgangspunkt war vorrangig die Haushaltskonsolidierung des Kreishaushaltes des damaligen Landkreises Freiberg. Inzwischen werden viele Volkshochschulen und Musikschulen in Sachsen und anderen Bundesländern als Vereine geführt, in Gemeinschaft mit anderen Kultureinrichtungen oft als Eigenbetriebe und inzwischen auch als gemeinnützige GmbHs. Neben den Teilnehmer- und Unterrichtsentgelten erhalten die Einrichtungen Fördermittel vom Freistaat und vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen. Die Hauptlast des Zuschusses liegt beim Landkreis, der seit Jahren unverändert 992 TEUR für die Erfüllung der Aufgaben zur Verfügung stellt. Unterstützt wurden wir bis Ende 2008 vom Kulturförderverein (KFV), der aus verschiedenen Firmen und Banken der Region Freiberg besteht. Das Leistungsangebot konnte in den 10 Jahren in vollem Umfang erhalten werden. Außer in Freiberg selbst sind wir in 24 Orten im Landkreis aktiv.
Kulturwerkstatt mit vielfältiger Projektarbeit
Hervorzuheben ist die Arbeit der Kulturwerkstatt, die seit November 1999 im Kunsthandwerkerhof auf der Burgstraße in Freiberg generationsübergreifende Angebote in vielfältigster Art umsetzt und regen Zuspruch erfährt. Sie kooperiert mit dem Freiberger Kunstverein und der AG Wort sowie der Volkskunstschule Oederan und der Volkshochschule. Über 100 Veranstaltungen pro Jahr werden von Carmen Rath organisiert. Sehr gut hat sich auch die Kooperation mit der Unternehmensgruppe Führer, die die Alten- und Pflegeheime Hilbersdorf und Flöha betreibt, entwickelt. Die Musikschule ist regelmäßig mit verschiedenen Ensembles zu Gast und unterrichtet sogar einen Chor mit Behinderten. Dafür unterstützt die Unternehmensgruppe die Musikschule finanziell mit einer erheblichen Summe.
Zu den Erfolgen gehört auch das neue Musikschulgebäude auf der Brückenstraße in Freiberg, welches Dank der Investitionszuschüsse des Kulturraumes Mittelsachsen aus einer ehemaligen Grundschule entstanden ist. Damit sind für unsere Kinder ideale Bedingungen für den Unterricht geschaffen worden. Die Medienstelle, Geschäftsführung und das PC-Kabinett befinden sich in den Räumen des GiZeF auf der Chemnitzer Straße in Freiberg, während die Volkshochschule mit in den Kunsthandwerkerhof umgezogen ist. Das Jahrhunderthochwasser 2002 richtete an der Musikschule in Flöha große Schäden an, die mit großem Engagement der Mitarbeiter, mit vielen Geld- und Sachspenden glücklicherweise schnell beseitigt werden konnten.
Eine kontinuierliche und gute Zusammenarbeit verbindet uns mit der Kreissparkasse Freiberg, die nicht nur die besonders begabten Schüler, die Preisträger der Wettbewerbe „Jugend musiziert“ unterstützt, sondern auch den Knabenchor Freiberg und die Mal- und Zeichenkurse der Volkshochschule. Auch mit den Schulen und Kindergärten unseres Landkreises besteht eine sehr gute Zusammenarbeit hinsichtlich der Kinder- und Jugendtheatertage, der Musikschule, Talentefeste, Ausstellungen, Kursangebote, Medienverleih und -beratung für den Fachunterricht u. a.
Zusammenführung der Kultureinrichtungen des Landkreises
2009 erwarten uns neue Anforderungen; die Volkshochschule Freiberg kann auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblicken. Gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg, der Schulverwaltung des Landratsamtes Mittelsachsen und der Stadt Freiberg wird derzeit an einem Projekt für lebenslanges Lernen gearbeitet. In Mittweida wird der Tag der Sachsen intensiv vorbereitet und von uns unterstützt. Die größte Herausforderung erwartet uns aber mit der Zusammenführung aller Kultureinrichtungen im neuen Landkreis Mittelsachsen, die wir in der bewährten Form der gemeinnützigen GmbH, weiter entwickeln wollen. Die Vorbereitungen dazu laufen bereits seit einem Jahr und sollen im Juni 2009 im Kreistag beschlossen werden.
Neben den Entgeltsatzungen für die bisher 3 Musikschulen, 3 Volkshochschulen und 3 Medienstellen gilt es auch die Konzeption für die Rochsburg zu erstellen, die Musicalcompany Hartha mit dem neuen Stück „Tabaluga“ zu begleiten, die Kreisergänzungsbibliotheken zu betreuen bzw. die Kulturprojekte neu zu strukturieren. Wichtig ist, dass die Kultureinrichtungen vor Ort bleiben, für die Bürger schnell erreichbar sind und das Angebot in bewährter Weise aufrecht erhalten werden kann. An einem Kulturentwicklungsplan wird schon fleißig gearbeitet. Er soll die Grundlage für die weitere Entwicklung unserer Region bilden. Dort sollen sich die einzelnen Bereiche, aber auch die einzelnen Orte wiederfinden. Das Engagement der Beteiligten ist unser größter Schatz, den es zu wahren gilt.