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14.01.2009 - Influenza – Virusgrippe auch in Mittelsachsen angekommen

In Deutschland hat nach Information des Robert-Koch-Institutes die Grippewelle begonnen. Der Zeitpunkt ist in dieser Saison früher als bisher.

Die spezifische Virusgrippe äußert sich durch einen akuten, plötzlichen Verlauf mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und Mattigkeit. Komplikationen können Lungenentzündung, Schädigungen des Herzmuskels bzw. der Nieren oder auch Entzündungen der Hirnhäute sein. Der Virusnachweis nach den Subtypen A, B und C erfolgt durch Labortests. Weitaus häufiger als die echte Influenza-Virusgrippe sind jedoch allgemeine, unspezifische Erkältungskrankheiten (sog. respiratorische Infekte), die durch  die verschiedenartigsten Erreger verursacht werden. Bei beiden Atemwegserkrankungen erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch durch Aerosole und Tröpfchen beim Husten oder Niesen, aber auch Schmierinfektion über kontaminierte Gegenstände und Flächen sind bekannt.

Gegen die echte Virusgrippe kann man sich vorbeugend impfen lassen. Für chronisch Kranke, Menschen über 60 Jahre und für Personen, die viel Kontakt zu anderen Mitbürgern haben, wird diese Impfung öffentlich empfohlen. Ein Schutz stellt sich nach 10 bis 14 Tagen ein. In der Freiberger Region nutzten bis heute fast 12 000 Bürger dieses nützliche, kostenlose Angebot des Gesundheitsschutzes. Aufgrund der epidemiologischen Lage sollten auf Anraten des Gesundheitsamtes im Landkreis Mittelsachsen nun aber keine Grippe-Schutzimpfungen mehr durchgeführt werden.

Die derzeitige Influenza-Situation stellt sich im Kreisgebiet jedoch unterschiedlich dar. Im ehemaligen Landkreis Mittweida wurden in den ersten zwei Wochen des Jahres noch keine spezifischen Influenzainfektionen nachgewiesen. Im ehemaligen Landkreis Döbeln konnten bisher 3 Influenza-A-Fälle erfasst werden. Nachfragen in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindereinrichtungen, Heimen u.s.w.) erbrachten keine außergewöhnlichen Lageberichte. So fehlten in einer Schule 9 Schüler wegen Erkältung. Das ist für die Jahreszeit normal. In zwei Döbelner Arztpraxen registrierte man einen Anstieg unspezifischer Erkältungskrankheiten bei den 17- bis 60-Jährigen. Aus dem ehemaligen Landkreis Freiberg wurde bisher 1 Fall einer Influenza-A- sowie 1 Fall einer Influenza-B-Infektion gemeldet. Komplikationen sind dem Gesundheitsamt nicht bekannt.

Dagegen hat sich das Bild bei den allgemeinen akuten respiratorischen Erkrankungen erheblich verändert. War die Situation z. B. im Altkreis Freiberg zum Jahreswechsel mit 160 gemeldeten Atemwegserkrankungen pro Woche noch sehr ruhig, wurden in der ersten Berichtswoche 2009 schon 302 Erkältungskrankheiten erfasst, in der zweiten Berichtswoche waren es bereits 827 Fälle. Die sogenannte präepidemische Schwelle wurde örtlich damit weit überschritten. Ein starker Anstieg von Erkrankungen der oberen Luftwege trat bei den Erwachsenen auf. Aber auch bei den Schulkindern steigen derzeit die Erkrankungszahlen. In einer Grundschule der Kreisstadt fehlen zurzeit etwa 1/3 der Kinder und Lehrer. Es ist damit zu rechnen, dass nicht nur in Freiberg die akuten Atemwegsinfektionen noch weiter zunehmen werden. Die unterschiedlichen Meldegrundlagen der 3 Altkreise lassen jedoch genaueste Statistiken und Aussagen zur Häufigkeit der Erkältungskrankheiten im Landkreis Mittelsachsen nicht zu.