13 381 Amphibien gerettet

16.06.2020

An 31 Konfliktpunkten gab es in diesem Jahr mobile Amphibienleiteinrichtungen. Sie standen wie schon im vergangenen Jahr außergewöhnlich lange an den Straßen – im Durchschnitt acht Wochen.

Die untere Naturschutzbehörde (uNB) startete 2020 mit Hilfe der Straßenmeistereien des Landkreises, der betroffenen Städte und Gemeinden und unterstützt durch ehrenamtliche Helfer, den Naturschutzstationen Weiditz, NABU Kreisverband Freiberg und LPV Mulde/Flöha sowie dem NABU Regionalverband Erzgebirge Ende Februar/Anfang März mit dem Aufbau der mobilen Amphibienleiteinrichtungen.

Die mobilen Amphibienleiteinrichtungen standen wie schon im vergangenen Jahr außergewöhnlich lange an den Straßen – im Durchschnitt acht Wochen. Dies war dem Wetter geschuldet, das entweder zu kalt oder zu trocken für die Amphibienwanderung war, denn Amphibien benötigen für ihre Wanderung eine Nachttemperatur von wenigstens fünf Grad und Regen.

Insgesamt waren im Landkreis Mittelsachsen 31 Konfliktpunkte zu betreuen.

„Nur durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer war es möglich, dass im Landkreis Mittelsachsen in den vergangenen Jahren tausende Amphibien vor dem sicheren Straßentod gerettet werden konnten – in diesem Jahr waren es 13 381 Exemplare. Die Tiere werden am Straßenrand in Fangeimer verbracht und über die Straße getragen“, so Udo Seifert, Referatsleiter Naturschutz. Gleichzeitig werden unter anderem Erhebungen zu Anzahlen und Arten geführt, um aktuelle Informationen zu den Vorkommen zu erhalten.

An folgenden Straßenabschnitten wurden die mobilen Amphibienleiteinrichtungen aufgebaut:

  • S 210 – zwischen Großwaltersdorf und Gränitz, im Weißbachtal

  • K 7701 – zwischen Marbach und Einmündung Waldkirchener Straße

  • K 7701 – zwischen Ortsausgang Schellenberg Richtung Hohenfichte (Anbindung)

  • S 205 – vor Ortseingang Kleinwaltersdorf nach Bahnübergang

  • K 8251 – im Bereich Ortseingang von Königshain

  • S 200 – kurz nach Ortsausgang Erlau

  • S 32 – zwischen Höfchen und Kriebstein

  • K 7703 – Fahrtrichtung recht aus Richtung Hausdorf

  • S 35 – im Bereich des Krebsbaches in Döhlen

  • S 34 – im Bereich der „Sieben Kurven“ in Hainichen

  • S 247 – rechts von Niederelsdorf nach Oberelsdorf

  • S 247 – rechts von Oberelsdorf nach Niederelsdorf

  • B 173 – Memmendorf am Gasthof „Goldener Stern“

  • S 185 – in Rechenberg-Bienenmühle auf der Muldentalstraße rechts gegenüber dem ökologischen Bad

  • S 207

  • S 202 – nach Ortsausgang Sachsenburg links in Fahrtrichtung Frankenberg

  • S 201 – Bürgerwald rechts in Richtung Rossau, Staubecken

  • S 211 – an der Talsperre Rauschenbach, in drei Abschnitten

  • S 242 – rechts von Mutzscheroda nach Altzschillen

  • K 7794 – rechts zwischen Hohentanne und Rothenfurth

  • K 7717 – rechts zwischen Reichenbach in Richtung Großvoigtsberg

  • Flöha – zwischen Lärchenstraße und der Straße Am Pfarrwald

  • Flöha – Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. an der KGA „Bergidyll“

  • Eppendorf – an der Waldsiedlung

  • Chrusdorf – an der Chursdorfer Straße in Richtung Helsdorf

  • Siebenlehn – Gewerbegebietauf dem Versandweg gegenüber der Firma Cyberport (blaue Werkshalle)

  • Freiberg – links und rechts zur Zufahrt der Firma WECO Pyrotechnik

  • Kirchweg – Mönchfreie Teiche

  • Rossau – Heidelbeerweg an der Wasserskianlage, Anbindung an eine stationäre Station

  • Geringswalde – an der Altgeringswalder Straße

Die gesamte Aktion im Interesse des Artenschutzes wird durch den Freistaat Sachsen anteilig gefördert.

In diesem Jahr wurde das Landratsamt zudem kurz vor Ostern von aufmerksamen Bürgern darauf hingewiesen, dass an der Wasserskianlage in Rossau eine rege Krötenwanderung eingesetzt hat. Die untere Naturschutzbehörde hat gemeinsam mit dem Bauhof Rossau einen mobilen Krötenzaun am Gründonnerstag in Anbindung an die stationäre Leiteinrichtung aufgebaut. Notwendig wurde dieser Zaun durch massive Fällarbeiten im angrenzenden Rossauer Wald. Durch die notwendigen Fällarbeiten ist die Wanderrichtung der Amphibien weiter Richtung Wald/Parkplatz gerutscht, sodass die Wanderung weit vor der stationären Leiteinrichtung eingesetzt hat.

Grünfrosch