150 Straßenbäume gepflanzt

23.12.2025

Mittelsachsen hat die meisten Straßenbäume an Bundes-, Staats- und Kreisstraßen in ganz Sachsen. Rund 53 500 Stück werden durch die sechs Straßenmeistereien betreut. „Sie sind verhältnismäßig alt und bedürfen einer entsprechenden Pflege“, erklärt die kommissarische Geschäftsbereichsleiterin Bauen, Verkehr und Umwelt Pia Weißenberg. Neben Laubbäumen stehen auch viele Obstbäume an den mittelsächsischen Straßen.

ktuell gibt es noch eine Aufgabenteilung: Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr prüft die Bäume an Bundes- und Staatstraßen und das Landratsamt die an Kreisstraßen. In den Meistereien gibt es ausgebildete Baumwarte, die dafür die Verantwortung tragen. Das Landesamt gibt nach erfolgter Regelkontrolle entsprechende Arbeitsaufträge an die Meistereien, wie Schnittmaßnahmen oder Fällung. Ab 2027 übernehmen diese Aufgaben die jeweiligen Landkreise im Freistaat Sachsen. Pia Weißenberg erklärt: „Damit liegt alles in einer Hand und Abstimmungswege werden verkürzt. Für den gestiegenen Aufwand bekommt der Landkreis zusätzliche finanzielle Mittel.“

Rund 8000 bis 13 000 Pflegemaßnahmen müssen jährlich durchgeführt werden. „Diese sind sehr unterschiedlich, vom Schneiden von Stamm- und Stockaustrieben, den Lichtraumprofilschnitt über Totholzbeseitigung, Kronenschnitte bis hin zur Fällung“, beschreibt es Thomas Trost vom Straßenbetriebsdienst. Dabei unterstreicht er deutlich, dass die rund 500 Fällungen im Jahr sehr mit Bedacht durchgeführt werden. „Das Fällen von Bäumen ist ein sehr sensibles Thema in der Bevölkerung, aber zur Verkehrssicherung unbedingt erforderlich. Die Belastungen für die Gehölze an den Straßen sind zum Beispiel aufgrund des Feinstaubs sehr hoch“, beschreibt es Trost. Hinzu kämen Krankheiten und Anfahrschäden.

Der Landkreis verfolgt das Ziel, immer wieder Ersatzpflanzungen vorzunehmen. „Aber leider ist es nicht so einfach, wir würden gern mehr machen“, unterstreicht Pia Weißenberg. Es gebe verschiedene gesetzliche Hürden und der finanzielle Rahmen sei eng. Im Bereich der Staatsstraßen konnte in diesem Jahr kein einziger Baum gepflanzt werden, im Bereich der Kreis- und Bundesstraßen waren es rund 150.

Dabei handelt es sich um sogenannte Hochstämme, die bis zu zehn Jahre in der Baumschule gezogen wurden. Gepflanzt wurden entlang der Bundesstraße (B) 107 zwischen Wiederau und Rochlitz Kirschen, an der Kreisstraße (K) 7731 am Abzweig Helbigsdorf und der K 7734 bei Voigtsdorf beispielsweise Eschen und Ahorne und an der K 8233 in Dittersbach Birnen. Die Sorten orientieren sich an der Bepflanzung in der Umgebung. Es handelt sich dabei um sogenannte Lückenbepflanzungen, sprich der Abstand zwischen den neuen und den bestehenden Bäumen liegt bei weniger als 100 Metern. Thomas Trost: „Dann können wir auf derselben Höhe wie die bisherigen Bäume und somit näher zur Straße pflanzen. Wenn an einer Straße komplett neue Bäume in die Erde gebracht werden, dann muss einen Abstand von sieben Metern eingehalten werden“. Diese Flächen stehen aber nicht zur Verfügung.

Die Leistungen der Pflanzungen übernehmen Fachfirmen, ebenso die Pflege der Hochstämme für die kommenden drei Jahre. Pia Weißenberg: „Bäume sind aus ökologischer Sicht und natürlich gerade an Straßen für das Landschaftsbild sehr wichtig. Daher gehen wir den Weg der Neupflanzungen kontinuierlich – in der Hoffnung, dass wir einmal mehr pflanzen als fällen.“

Übersicht der gepflanzten Bäume:

  • B 107 Wiederau – Rochlitz: 77 Kirschen
  • K 7731 Abzweig Helbigsdorf: sechs Mal Bergahorn, sechs Mal Spitzahorn, sechs Mal Gemeine Esche
  • K 8233 Dittersbach: 42 Birnenbäume
  • K 7734 Voigtsdorf: ein Spitzahorn, vier Bergahorne, vier Gemeine Eschen, drei Sommerlinden

Ergänzung: Der Straßenbetriebsdienst arbeitet auch mit dem NABU zusammen. Vor kurzem wurden zwischen Topfseifersdorf und Wiederau entlang der Kreisstraße mehr als 30 Obstbäume, Eichen, Linden und Ahorne gepflanzt. Der NABU hat die Bäume organisiert und gepflanzt. Nach einem Jahr gehen die Bäume in Eigentum des Landkreises über, der dann auch die Pflege übernimmt. Ärgerlich ist, dass zwei Bäume am vergangenen Wochenende gestohlen worden sind. Das wurde auch der Polizei angezeigt.

Zwischen Wiederau und Topfseifersdorf wurden neu gepflanzte Bäume gestohlen. Foto: Nabu Topfseifersdorf