Aktueller Fall von Vandalismus – Beschilderung von Naturdenkmal/Geotop zerstört

31.05.2017

Gegenwärtig stehen im Landkreis fast 1 100 Schilder im Bereich Naturschutz zur Kennzeichnung von Naturdenkmalen und Schutzgebieten. Häufig sind diese von Vandalismus betroffen.

Vandalismus betrifft vor allem die Bereiche Straßen und die Beschilderung von Schutzgebieten und -objekten.

Bereich Straßen

Im Bereich Straßen gibt es immer wieder folgende Vorfälle: Beschädigung von Ampeln durch Abschlagen von Sonnenblenden und Blindensignaltongebern, Zerstörung von Anforderungstastern, Umstoßen von Steuerschränken, Diebstahl von LED-Einsätzen, Funkuhren. Der Schaden liegt bei mehreren zehntausend Euro.

Es werden keine Statistiken über die Leistungen des Betriebsdienstes aus Vandalismus heraus geführt.

Bereich Naturschutz

Gegenwärtig stehen im Landkreis fast 1 100 Schilder im Bereich Naturschutz (=27.060 Euro Materialaufwand) zur Kennzeichnung der Landschaftsschutzgebieten, Naturschutzgebieten, Flächennaturdenkmalen und Baumnaturdenkmalen – wobei die Beschilderung aller Gebiete noch nicht abgeschlossen ist. 2015/16 konzentrierten sich die Schäden durch Besprühen auf das Gebiet der und um die Stadt Waldheim. Hier wurden auch zwei Informationstafeln zu geologischen Naturdenkmalen besprüht. Da eine Reinigung nicht mehr möglich war, blieb hier nur der kostenaufwendige Ersatz. Die Kosten summierten sich dafür auf zirka 1.000,00 Euro.

Der neueste Fall:
Es handelt sich um ein als Naturdenkmal (ND) ausgewiesenes Teilstück eines verkieselten Baumstammes – genauer gesagt um die zugehörige Kennzeichnungs-, Informations- und Lehrtafel, die vollständig entfernt und damit zerstört wurde. Das ND befindet sich rund 1,8 Kilometer nördlich des Stadtgebietes von Hartha im Auenbachtal. Die Flurbezeichnung heißt „Töpferloch“. „Vandalismus wird zur Anzeige gebracht. Oftmals ist eine Strafverfolgung mangels Zeugen schwierig. Daher versuchen wir die Bevölkerung zu sensibilisieren, damit entsprechende Vorfälle der Polizei oder uns gemeldet werden“, so Landrat Matthias Damm.

Beschreibung Naturdenkmal

Bei den verkieselten Baumstämmen handelt es sich um Araukarien aus dem unteren Rotliegend des Perms, einer jungpaläozoischen Periode. Sie belegen einen festländischen Standort. Ihre Verkieselung wurde durch vulkanische Ereignisse während ihrer Diagenese ermöglicht, so dass versteinerte Pflanzen erhalten blieben und Aussagen über Aussehen und Entwicklung der damaligen Pflanzenwelt machen können.  … Ob sie seit ihrer Versteinerung ortsnah liegen oder antransportiert wurden, zum Beispiel während der Kaltzeiten, ist noch nicht endgültig geklärt und unterstreicht die wissenschaftliche Bedeutung dieses Fundortes. Die Baumstämme liegen in erdgeschichtlich jüngsten Ablagerungen, in Auenablagerungen des Holozäns. Die Schutzwürdigkeit des ND ergibt sich in erster Linie aus der regionalen Einzigartigkeit der verkieselten Baumstämme. Im Allgemeinen handelt es sich um seltene Einzelfunde. Im Bereich des ND sind damit einmalig im Landkreis verkieselte Baumstämme als Zeugnis der Erdgeschichte zugänglich. Weiterhin besitzen die Aufschlüsse wesentliche Bedeutung als pädagogisches und wissenschaftliches Anschauungs- und Forschungsobjekt zur Erdgeschichte Nordwestsachsens.