Aktueller Stand: Geflügelpestvirus

22.11.2016

In Mittelsachsen ist nach jetzigem Stand noch kein Fall des Geflügelpestvirus bekannt. Weitere Untersuchungsergebnisse gingen beim zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des (LÜVA) Landkreises ein – alle acht negativ. Insgesamt wurden 13 Proben an die Landesuntersuchungsanstalt übergeben. Dabei handelt es sich um Haus- und Wildgeflügel sowie Vögel aus dem gesamten Landkreis. Zahlreiche Fragen erreichen die Mitarbeiter des Landratsamtes, auch Direktvermarkter wenden sich an das Amt, weil die Kunden zunehmend unsicher im Umgang mit Geflügelprodukten sind.

Das Geflügelpestvirus H5N8 ist bei Wildvögelpopulationen vorhanden. Es ist wahrscheinlich, dass besonders infizierte, aber nicht erkrankte Wildvögel den Erreger weiterverbreiten. Deshalb ist es wichtig, die Tiere entsprechend mit festen Bauten oder Vorrichtungen zu schützen. Es handelt sich bei dem Influenzavirus H5N8 außerdem um einen sehr ansteckenden Typ, deshalb hat das LÜVA diese konsequente Entscheidung getroffen, vorübergehend keine Ausstellungen von Geflügel mehr zu genehmigen. Untersagt sind auch Vogelschauen, Märkte oder Veranstaltungen ähnlicher Art.  Eine entsprechende Allgemeinverfügung wird per Notbekanntmachung noch in dieser Woche in den Tageszeitungen veröffentlicht beziehungsweise ist vollständig auf der Internetseite des Landkreises nachzulesen.

Wie müssen Tiere jetzt untergebracht werden?

Seit vergangener Woche müssen alle gehaltenen Vögel in geschlossenen Ställen oder in einer Voliere gehalten werden, die das Eindringen von Wildvögeln verhindern und über eine dichte Abdeckung verfügen. Durch das LÜVA  finden Kontrollen statt. Bei Verstößen werden Auflagen erteilt. Auch die Verhängung von Bußgeldern ist möglich. In Mittelsachsen gibt es 7 543 gemeldete Geflügelhaltungen.

Wohin melde ich tote Tiere?

Die Einsendung der verendeten Vögel erfolgt durch das LÜVA an die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA). Die Tiere sind im LÜVA am Standort Mittweida, Haus E zu den Öffnungszeiten abzugeben oder zu melden (Montag - Freitag 8:00 - 12:00 Uhr, Dienstag und Donnerstag zusätzlich 13:00 - 18:00 Uhr). Telefonische Anmeldung unter 03731 7996234 und außerhalb der Dienstzeiten über die Rettungsleitstelle 03731 23107 oder 23556. Wenn Tiere selbst aufgesammelt werden, gilt es sich entsprechend vor dem direkten Kontakt zu schützen, wie mit Handschuhen oder eine Tüte über der Hand, in die dann auch gleich das Tier verbracht werden soll.

Müssen jetzt meine Katze und mein Hund zu Hause bleiben?

Das Bundesinstitut für Tiergesundheit empfiehlt darüber hinaus, die Vermeidung des direkten Kontakts von Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln. Deshalb wäre es wichtig, dass die Vierbeiner nicht an Rastplätzen von Wasservögeln streunen. Eine Leinenpflicht für Hunde und Katzen gibt es in Mittelsachsen nicht. Sollte ein Fall nachgewiesen werden, wird ein Sperrkreis von drei Kilometern um die Fundstelle gebildet. Für diesen wird dann eine konkrete Aufforderung erlassen, die Tiere an der Leine zu führen.

Kann man noch Eier und Geflügel essen?

Vorangestellt: Eine Übertragung des Virus auf den Menschen erfolgte in der Vergangenheit sehr selten und auch nach dem jetzigen Kenntnisstand nur in Verbindung mit lebendenden und infizierten Tieren. Nichts bekannt ist von einer Ansteckung durch rohe Lebensmittel, wie Eier oder Fleisch. Dennoch empfiehlt das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt, dass einige Hygieneregeln beachtet werden. So sind rohe Geflügelprodukte von anderen Lebensmitteln getrennt zu lagern und getrennt zuzubereiten. Messer oder Schneidebretter müssen nach der Nutzung mit warmem Wasser und Spülmittel gereinigt, Verpackungsmaterialen entsorgt und die Hände gewaschen werden. Wichtig ist darüber hinaus, das Fleisch für mindestens für zwei Minuten bei einer Temperatur von 70 Grad durchzugaren und Eier zu kochen beziehungsweise gut durchzuerhitzen bis das Eigelb hart ist.

Was ist mit meinem frischen Weihnachtsbraten?

In Mittelsachsen werden zirka 18 400 Enten und rund 16 600 Gänse gehalten. Die Bestände sind im Hinblick auf das anstehende Weihnachtsfest jetzt größer als im Frühjahr und die Kapazität der Ställe ist begrenzt, deshalb müssen Züchter erste Tiere bereits jetzt schon schlachten. Konkrete Zahlen, wie viele Tiere dies betrifft, liegen aber nicht vor. Erste Kunden holen aber jetzt schon ihre Gans oder Ente ab und frieren diese bis zum Fest ein. Es ist ratsam sich mit dem Züchter hierzu in Verbindung zu setzen.

Kann man Vögel füttern?

Grundsätzlich ja, denn Singvögel sind bisher von der Erkrankung nicht betroffen und somit gibt es keine Einschränkungen. Wichtig ist aber den Futterplatz regelmäßig von Kot mit beispielsweise heißem Wasser zu reinigen, denn darüber werden die Viren oder andere Krankheiten übertragen. Dabei sollten Handschuhe getragen werden. Gut wäre es, wenn das Futter so platziert ist, dass die Vögel nicht hineintreten, zum Beispiel in Form eines kleines Troges oder einer Art Meisenknödel.