Amphibienschutz an Straßen – Auswertung der diesjährigen Wanderung

02.07.2019

Die untere Naturschutzbehörde (uNB) startete Anfang März mit dem Aufbau der mobilen Amphibienleiteinrichtungen. Dabei bekam sie Hilfe von den Straßenmeistereien des Landkreises, den Städten und Gemeinden und wurde durch ehrenamtliche Helfer der Naturschutzstationen Weiditz, des Naturschutzbundes (NABU) Kreisverband Freiberg, des Landschaftspflegeverbandes Mulde-Flöha e. V. sowie des NABU Regionalverbandes Erzgebirge unterstützt.

Neu in diesem Jahr war, dass die Straßenmeistereien des Landkreises zwölf mobile Leiteinrichtungen, einschließlich zweier Anbindungen an vorhandene Tunnel, auf- und abgebaut haben. „Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt“, so Udo Seifert, Referatsleiter Naturschutz.

Die mobilen Amphibienleiteinrichtungen standen in diesem Jahr außergewöhnlich lange an den Straßen. Im Durchschnitt waren es acht Wochen. „Dies war dem Wetter geschuldet, das entweder zu kalt oder zu trocken für die Amphibienwanderung war, denn Amphibien benötigen für ihre Wanderung eine Nachttemperatur von wenigstens fünf Grad und Regen“, so Seifert. Es habe in diesem Jahr innerhalb der Amphibienwanderung keinen einzigen Tag gegeben, an dem diese Bedingungen zutrafen, ergänzt er.

Insgesamt waren im Landkreis Mittelsachsen 29 Konfliktpunkte zu betreuen. „Nur durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer war es möglich, dass im Landkreis Mittelsachsen in den vergangenen Jahren tausende Amphibien vor dem sicheren Straßentod gerettet werden konnten. In diesem Jahr waren es 11 562 Exemplare. Die Tiere werden am Straßenrand in Fangeimer verbracht und über die Straße getragen“, erläutert der Referatsleiter Naturschutz. Gleichzeitig werden unter anderem Erhebungen zu Anzahlen und Arten geführt, um aktuelle Informationen zu den Vorkommen zu erhalten.

An folgenden Straßenabschnitten wurden die mobilen Amphibienleiteinrichtungen aufgebaut:

  • S 210 zwischen Großwaltersdorf und Gränitz, im Weißbachtal

  • K 7701 zwischen Marbach und Grünhainichen

  • K 7701 zwischen Marbach und Einmündung Waldkirchener Straße

  • K 7701 zwischen Ortsausgang Schellenberg Richtung Hohenfichte (Anbindung)

  • S 205 vor Ortseingang Kleinwaltersdorf nach Bahnübergang

  • K 8251 im Bereich Ortseingang von Königshain

  • S 200 kurz nach Ortsausgang Erlau

  • S 32 zwischen Höfchen und Kriebstein

  • K 7703 Fahrtrichtung recht aus Richtung Hausdorf

  • S 35 im Bereich des Krebsbaches in Döhlen

  • S 34 im Bereich der „Sieben Kurven“ in Hainichen

  • S 247 rechts von Niederelsdorf nach Oberelsdorf

  • S 247 rechts von Oberelsdorf nach Niederelsdorf

  • B 173 Memmendorf am Gasthof „Goldener Stern“

  • S 207 Oederan in Fahrtrichtung Eppendorf rechts der Straße (Anbindung)

  • Gemeindestraße Geringswalde, an der Altgeringswalder Straße

  • S 202 nach Ortsausgang Sachsenburg links in Fahrtrichtung Frankenberg

  • Straße der Stadt Mittweida, Bürgerwald, an der S 201 rechts in Richtung Rossau, Staubecken

  • S 242 rechts von Mutzscheroda nach Altzschillen

  • K 7794 rechts zwischen Hohentanne und Rothenfurth

  • K 7717 rechts zwischen Reichenbach in Richtung Großvoigtsberg

  • Straße der Stadt Flöha zwischen Lärchenstraße und der Straße Am Pfarrwald

  • Gemeindestraße an der Friedrich-Ludwig-Jahn-Str.  in Flöha an der KGA „Bergidyll“

  • Gemeindestraße am Wald in Eppendorf an der Waldsiedlung

  • Gemeindestraße rechts auf der Chursdorfer Straße in Chursdorf in Richtung Helsdorf

  • Gewerbegebiet Siebenlehn auf dem Versandweg gegenüber der Firma Cyberport (blaue Werkshalle)

  • S 185 in Rechenberg-Bienenmühle auf der Muldentalstraße rechts gegenüber dem Ökologischem Bad

  • Pulverstraße links und rechts zur Zufahrt der Firma WECO Pyrotechnik Freiberg

  • S 211 an der Talsperre Rauschenbach, in drei Abschnitten

Die gesamte Aktion im Interesse des Artenschutzes wird durch den Freistaat Sachsen anteilig gefördert.

Foto: Andrea Funke