Arbeitsgruppe soll eingerichtet werden

15.12.2015

Dem Landkreis Mittelsachsen werden 2016 bis Ende Januar 853 Asylsuchende zugewiesen. Das teilte die Landesdirektion in einem Schreiben mit. Demnach werden zwischen Weihnachten und Neujahr, in der 53. Kalenderwoche, keine Flüchtlinge und im Januar wöchentlich 147 Personen zugewiesen.

„Das ist eine leichte Entspannung, zwischenzeitlich sollten dem Landkreis nach Prognosen rund 250 Asylsuchende pro Woche zugewiesen werden.Dennoch heißt es für die 853 Personen eine angemessene Unterbringung vorzuhalten“, so Landrat Matthias Damm. Deshalb werde man mit Hochdruck an der Schaffung und Vorbereitung neuer Unterkünfte arbeiten. „Wir fahren hier mehrgleisig“, erklärt der Leiter der Stabsstelle Asyl Dieter Steinert. Neben der Suche nach großen Objekten und Freiflächen erfolge die Vorbereitung zur Nutzung von Wohnungen. „Hier möchten wir die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung stärker unterstützen. Wir müssen als Landkreis stärker vorankommen“, so Steinert. Eine Abarbeitung  aller Wohnungsangebote, der Besichtigungen und der Verträge ist trotz des großen Engagements der Mitarbeiter fast nicht mehr zu schaffen. Über 400 Wohnungen wurden durch Kommunen, aber auch private Personen gemeldet.

Noch in dieser Woche wird im Gewerbegebiet Königshain-Wiederau eine Leichtbauhalle, ein Zelt sowie mehrere Container zur Unterbringung von bis zu 100 Asylsuchenden aufgebaut, eine Belegung ist in der kommenden Woche zunächst mit 60 Asylsuchenden vorgesehen. In der Leichtbauhalle werden Schlafmöglichkeiten aufgebaut, das beheizbare Zelt dient als eine Art Aufenthaltsraum, in dem die Asylsuchenden auch verpflegt werden. Da sich der Gemeinderat gegen die Nutzung des Areals aussprach, wurde am Freitag ein Bescheid zur Herausgabe des Grundstückes erlassen. Die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen wurden informiert. Um die Kommunikation mit dem Gremium zu verbessern, soll im kommenden Jahr eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. „Wir sind stärker sensibilisiert und möchten die Fraktionen in den Kommunikationsprozess mit einbinden. Parallel laufen zahlreiche Projekte, wir wollen Informationsverluste vermeiden“, erklärt Landrat Matthias Damm.

Im kommenden Jahr werde das Thema Asyl den Landkreis weiter sehr beschäftigen. Er hofft auf eine Entspannung, da auch derzeit weniger Flüchtlinge den Freistaat erreichen. Eine Prognosezahl für 2016 liegt noch nicht vor. Damm abschließend: „Sehr viele Menschen kümmern sich derzeit haupt-, aber auch ehrenamtlich um die Unterbringung, Betreuung und Hilfe für Flüchtlinge. Dabei gehen sie weit über ihre Belastungsgrenze hinaus – an dieser Stelle drücke ich hierzu meinen Dank für das außerordentlich hohe Engagement aus“.