Ausschuss: Zwischenstopp, Schulspeisung, Förderung des Ehrenamtes

03.03.2026

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss tagte am Montag öffentlich in Freiberg. Die Mitglieder befassten sich dabei unter anderem mit der Förderung des Ehrenamtes, der Fortsetzung des Projektes Zwischenstopp in Bockelwitz und dem Essen in Schulen, die sich in Trägerschaft des Landkreises befinden.

Förderung des Ehrenamtes

Der Landkreis Mittelsachsen erhält vom Freistaates Sachsen knapp 154.000 Euro Fördergeld für das kommunale Ehrenamtsbudget sowie rund 38.500 Euro für das kommunale Bürgerbudget. Über die Verwendung der Mittel hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss am Montagabend entschieden. Zum Fristablauf am 31. Dezember 2025 lagen der Verwaltung insgesamt 149 Anträge (Vorjahr 130) zur Bearbeitung vor. Ein weiterer Antrag wurde verspätet eingereicht. Die Gesamtsumme der beantragten Aufwendungen beträgt 289.095,54 Euro (2025: 251.239,93 Euro) und übersteigt wiederholt die verfügbaren finanziellen Mittel. Ende des vergangenen Jahres wurde der Online-Antrag für das Förderverfahren eingeführt. Das hat noch einmal für eine Steigerung der Nachfrage gesorgt. Ziel ist, 2026 insgesamt zwölf Projekte zur Stärkung der Verbandsarbeit, 26 kommunale Projekte, 72 Vereinsprojekte, 13 Projekte im Bereich Feuerwehr sowie 20 Vorhaben von Sportvereinen zu fördern. Zudem wird die landkreiseigene Ehrenamtsveranstaltung dank der Unterstützung des Freistaates finanziert. Dafür ist ein Budget von 25.000 Euro eingeplant. Die finanziellen Mittel aus dem Bürgerbudget sollen für Projekte im Bereich der Verbandsarbeit sowie für Beteiligungsprojekte im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements, die dem Zweck der Zuwendung entsprechen, und für weitere Beteiligungsformate des Landkreises (z.B. Familienpaten ü3) verwendet werden.

Schulspeisung neu vergeben 

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss hat sich in seiner Sitzung am Montagabend mit der Essensversorgung in den Schulen in Trägerschaft des Landkreises Mittelsachsen beschäftigt. Es liegen historisch bedingt sehr unterschiedliche Vertragskonstellationen mit verschiedenen Anbietern vor. "Angestrebt werden zukünftig jedoch vergleichbare, einheitliche Betreiberverträge, die an die Bedingungen vor Ort angepasst sind", so der erste Beigeordnete Dr. Christoph Trumpp.

Im ersten Schritt wurden vier Einrichtungen für die Neuvergabe der Schulspeisung ausgeschrieben: Martin-Luther-Gymnasium Hartha, Samuel-von-Pufendorf-Gymnasium Flöha, Dr.-Lothar-Kreyssig-Schule Flöha, Pestalozzischule-Rochlitz. Die Einrichtungen in Flöha haben den Bedarf des Betreiberwechsels an die Kreisverwaltung gemeldet. „In Hartha ist auf Grundlage vorliegender Betriebskostenabrechnungen eine Vertragsneugestaltung erforderlich“, erläutert Dr. Trumpp. Im Vorfeld einer Ausschreibung wurden die Einrichtungen vom Schulträger befragt, wie für sie eine ideale Schülerspeisenversorgung aussehen müsste, beispielsweise ob zusätzlich ein Cafeteria-Angebot unterbreitet werden soll. "Es erfolgte eine Kinder- und Jugendbeteiligung. Die Schülerinnen und Schüler wurden zu ihrer Zufriedenheit mit der aktuellen Speiseversorgung befragt", so Dr. Trumpp. Die Konzessionsverträge haben eine Laufzeit vom 1. August 2026 bis zum 31. Juli 2030. An der Dr.-Lothar-Kreyssig-Schule Flöha und der Pestalozzischule-Rochlitz erfolgt die Schulspeisungsversorgung künftig durch die Bietergemeinschaft HOT Menü GmbH aus Hohenstein-Ernstthal und Tischlein deck dich GmbH aus Stollberg/Erzgebirge, das Samuel-von Pufendorf Gymnasium Flöha wird von der gourmetta restaurants GmbH & Co. KG aus Radebeul beliefert.

„Den Beschluss in Bezug auf das Harthaer Gymnasium haben wir vertagt, da hier weiterführende, inhaltliche Abstimmungen erforderlich sind. Ziel ist, bis zur Kreistagssitzung am 1. April offene Fragen zu klären“, so Landrat Sven Krüger.

Fortsetzung der Förderung des Projekts Zwischenstopp

Der Landkreis möchte das Projekt „Zwischenstopp“ bis einschließlich 2028 mit bis zu 60.000 Euro pro Jahr fördern. Das hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss entschieden. Das Drogenpräventionsprojekt in Bockelwitz beinhaltet die sozialtherapeutische Betreuung junger abstinenzmotivierter Menschen mit Suchterkrankung zwischen stationärer Entgiftung und Reha und soll so Rückfällen vorbeugen. Seit 2016 gibt es das Projekt, das anhaltend stark nachgefragt wird. „Aus Betroffenensicht wurde und wird regelmäßig festgestellt, dass das Projekt sehr entscheidend zu einer abstinenten Lebensweise verhilft. Ein Großteil der Teilnehmer schätzt ein, dass sie sich bei entsprechender Kenntnis sogar schon viel eher dafür angemeldet hätten", so Landrat Sven Krüger. Die Anteilsfinanzierung durch den Landkreis sei Voraussetzung, damit der Projektträger – die Diakonie Döbeln – bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) eine Ko-Finanzierung aus Landesmitteln beantragen kann. „Durch die Bereitstellung des Kreismittelanteils, der unter dem Vorbehalt einer rechtskräftig erlassenen Haushaltssatzung für 2027/2028 steht, setzt der Landkreis Mittelsachsen gegenüber der Landesebene ein Zeichen, sich mit dem Projekt Zwischenstopp auch in Zukunft für eine innovative Suchtkrankenhilfe zu engagieren", ergänzt Krüger.