Baumpflegerische Arbeiten an Straßen

26.02.2020

Ein derzeitiger Arbeitsschwerpunkt der Straßenmeistereien in Mittelsachsen ist die Gehölzpflege. Beispielsweise werden durch die Mitarbeiter oder beauftragte Firmen baumpflegerische Maßnahmen wie Totholzentfernung, Kronenpflege oder -schnitte durchgeführt und teilweise Bäume an Bundes-, Staats- und Kreisstraßen gefällt.

„Dies geschieht aber nur, wenn die Bäume der Verkehrssicherheit nicht mehr genügen und nicht durch andere pflegerische Maßnahmen zu retten sind“, betont Thomas Trost. Er ist der Sachverständige im Landratsamt und zuständig für die rund 17 500 Bäume an Kreisstraßen. In den sechs Meistereien gibt es sogenannte Baumkontrolleure. Diese legen die Pflegemaßnahmen fest und rufen gegebenenfalls Thomas Trost hinzu. „Unser Ziel ist es immer die Bäume zu retten, daher führen wir die Prüfungen genau durch“, so Trost. Grund für Fällungen können Pilze oder Schäden durch Unfälle und Stürme sein. Rund 1 000 Bäume betrifft dies in diesem Winter. Denn bis März müssen die Fällungen entsprechend des Naturschutzgesetzes abgeschlossen sein. Rein rechtlich müssten hier keine Neupflanzungen erfolgen. Trost: „Wir sind bemüht, aber es ist ein Problem, für Neupflanzungen geeignete Flächen zu finden, damit die gesetzlichen Abstände zur Fahrbahn eingehalten werden.“ Bei Neupflanzungen sind bestimmte Parameter für das lichte Straßenprofil einzuhalten, zum Beispiel im Sinne des Unfallschutzes. Die Artenauswahl bei Neupflanzungen wird nach den lokalen Gegebenheiten vorgenommen. Im Bereich Rochlitz sowie Döbeln beispielsweise sei eher traditionell mit Obstgehölzen an Straßen zu arbeiten. „Im Erzgebirgsvorland sind eher Großgehölze wie Linde, Ahorn, Esche oder Eiche zu verwenden“, so der Sachverständige.

Die Gehölzarbeiten werden in der Regel unter Vollsperrung durchgeführt, vor allem dann, wenn die Hubarbeitsbühne zum Einsatz kommt. Hintergrund ist der Arbeitsschutz. Nach der aktuellen Verordnung dürfen viele Arbeiten nicht mehr unter halbseitiger Sperrung beziehungsweise laufendem Verkehr durchgeführt werden. „Entscheidend ist, ob die Straße weniger als 7,50 Meter breit ist“, erklärt Referatsleiter Dirk Schlimper. Dies sei bei drei Viertel der Straßen im Landkreis der Fall. Im Umkehrschluss heißt dies, dass für die Grünpflege oder die Schadstellenbeseitigung größtenteils Vollsperrungen erforderlich sind. Die Meistereien versuchen diese bestmöglich in Abstimmung mit den Verkehrsbehörden und dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu planen, aber wechselnde und ungünstige Witterung erfordern tägliches Anpassen anstehender Arbeiten. Bei größeren und mehrtägigen Maßnahmen ohne Verkehrsfreigabe zum Nachmittag werden Umleitungen ausgeschildert. Aber wenn es um die Beseitigung von kleineren Schadstellen geht, werden Abschnitte kurzzeitig bis stundenweise voll gesperrt. „Oder wir nutzen unsere Bauampeln, die maximal zehn Minuten beidseitig auf Rot stehen“, erklärt Schlimper. Er appelliert an die Autofahrer, sich an die Beschilderung zu halten und nicht in den gesperrten Bereich hineinzufahren. „Das kann sehr gefährlich sein, nicht nur für unsere Mitarbeiter auch für die Person selbst“, warnt Schlimper.

Hinweis:
Die Regelkontrolle und gegebenenfalls eingehenden Untersuchungen an Bundes- und Staatsstraßen erfolgt im Auftrag und Zuständigkeit des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr mittels beauftragten zertifizierten Baumkontrolleuren und Sachverständigen.