Bodenrichtwerte per 31. Dezember 2018 beschlossen

15.08.2019

Der Gutachterausschuss hat die neuen Bodenrichtwerte beschlossen. Ermittelt wurden diese Bodenrichtwerte zum Stichtag 31. Dezember 2018. Sie sind gültig ab 1. Januar 2019 für zwei Jahre. Bodenrichtwerte wurden für jede Gemarkung des Landkreises für die Nutzung Bauland ermittelt.

Weiterhin erfolgte die Ermittlung und Ausweisung der Bodenrichtwerte für landwirtschaftlicheb Nutzflächen (Ackerland/Grünland/Wald) für jeden Gemeinde-/Stadtbereich. Mit Ausweisung dieser neuen Bodenrichtwerte wird die Entwicklung der Bodenwerte für den Auswertungszeitraum 2017/2018 dargestellt. Grundlage für die Ermittlung der Bodenrichtwerte ist die Kaufpreissammlung, welche in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geführt wird. Gemäß dem Baugesetzbuch ist jeder Notar verpflichtet, jeden Vertrag, durch den sich jemand verpflichtet, Eigentum an einem Grundstück zu übertragen, in Abschrift dem Gutachterausschuss zu übersenden. In den vergangenen zwei Jahren wurden insgesamt 6 994 Kaufverträge erfasst und ausgewertet.

Für die einzelnen Teilmärkte konnten folgende Umsätze registriert werden:

     Jahr 2017 Jahr 2018
landwirtschaftliche Nutzflächen    
     Anzahl Kauffälle 1.011 920
     Flächenumsatz in Hektar 1.626,79 1.483,40
     Geldumsatz in Mio. Euro 19,98 18
unbebaute Bauflächen    
     Anzahl Kauffälle    414    418
     Flächenumsatz in Hektar 61,81 75,57
     Geldumsatz in Mio. Euro 17,1 17,16
bebaute Grundstücke    
     Anzahl Kauffälle 1.681 1.606
     Flächenumsatz in Hektar 697,27 597,41
     Geldumsatz in Mio. Euro 208,56 206,42
Wohnungseigentum    
     Anzahl Kauffälle    455   462
     Geldumsatz in Mio. Euro 28,73 26,91
Sonstige Flächen    
     Anzahl Kauffälle     18       9
     Flächenumsatz in Hektar 65,24 2,42
     Geldumsatz in Mio. Euro   1,17 0,04

 

Insgesamt wurden 1 184 Bodenrichtwerte ermittelt und ausgewiesen, davon 212 landwirtschaftliche Bodenrichtwerte sowie 131 Anfangswerte in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten.

Im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurden die höchsten Bodenrichtwerte für Ackerland in den Gebieten Großweitzschen mit 2,19 sowie Ostrau und Zschaitz-Ottewig mit 2,09 Euro pro Quadratmeter ermittelt.

Im Freiberger Raum stieg der Bodenrichtwert für Ackerland im Gebiet der Stadt Freiberg auf 1,57 Euro pro Quadratmeter. Im Bereich Claußnitz/Altmittweida wurde die höchste Wertsteigerung verzeichnet. Hier stieg der Bodenrichtwert Ackerland von 0,98 (im Jahr 2016) auf aktuell 1,53 Euro pro Quadratmeter.

Gesunken ist der Bodenrichtwert für Ackerland dagegen zum Beispiel im Raum Lunzenau um 16 Prozent – von 1,42 auf 1,22 Euro pro Quadratmeter, in Frauenstein um 14 Prozent von 0,50 auf 0,43 sowie im Bereich Rochlitz/Seelitz um 9 Prozent von 1,13 auf 1,03 Euro pro Quadratmeter.

Veränderungen auf dem Grundstücksmarkt „Bauland“ haben sich in einigen Gebieten ergeben. In den einzelnen Vierteln des Stadtgebietes von Freiberg waren Bodenwerterhöhungen von bis zu 20 Prozent zu verzeichnen. Im Altstadtbereich stieg zum Beispiel der Bodenrichtwert im „Petriviertel von 82,00 auf 104,00 Euro pro Quadratmeter. Bei den neuen Bebauungsplangebieten Wohnen waren ebenfalls Wertsteigerungen festzustellen. So stieg im Wohngebiet „Wohnsiedlung Herzog-Heinrich-Ring“ der Bodenwert von 105 auf 120 Euro pro Quadratmeter. Mit zirka 43 Prozent fiel die Werterhöhung im Bereich des „Wohnpark Friedeburg“ am Höchsten aus, hier wurden 105 Euro pro Quadratmeter ermittelt – im vorherigen Auswertungszeitraum waren es noch 73 Euro pro Quadratmeter für erschlossenes Wohnbauland.

Im Stadtgebiet von Döbeln wurden die beiden förmlich festgelegten Sanierungsgebiete per Satzung aufgehoben. Somit waren für diese Sanierungswertzonen neue Bodenrichtwertzonen zu bilden. Der gemäß Gutachten des Gutachterausschusses ermittelte Endwert bildet nun den aktuellen Bodenrichtwert, der auf den Wertermittlungsstichtag 30. Dezember 2018 fortgeschrieben wurde. Somit sind in der Innenstadt von Döbeln (Zentrum) momentan die höchsten Bodenrichtwerte zu verzeichnen. So liegt dieser im Bereich der Bäckerstraße, Nummer 8 bis 14, bei 166 Euro pro Quadratmeter. Auch in den Bebauungsplangebieten Wohnen konnten Wertsteigerungen zwischen vier bis 16 Prozent verzeichnet werden.

In der Stadt Mittweida sank der Bodenrichtwert nur in der Richtwertzone 1 um zwei Prozent von 54 auf 53 Euro pro Quadratmeter. In den anderen Richtwertzonen waren Steigerungen zwischen zwei bis 15 Prozent vorhanden. Die Bebauungsplangebiete Wohnen erhöhen sich im Wert zwischen fünf bis 8,7 Prozent.

Auch im ländlichen Bereich des gesamten Landkreises gab es Veränderungen. Teilweise waren diese gravierend, wie zum Beispiel im Ortsteil Niederschöna von Halsbrücke. Hier stieg der Bodenrichtwert von ehemals 19 auf 39 Euro pro Quadratmeter. Beim größten Teil der Gemeinden im ländlichen Raum betrugen die Schwankungen des Bodenrichtwertes zum Vorjahr im Durchschnitt plus/minus einem bis vier Euro pro Quadratmeter.

Nähere bezehungsweise konkretere Angaben hierzu erhalten Interessierte in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, wo sie auch zu den Sprechzeiten die entsprechenden Übersichten einsehen können.

Ebenfalls eine Übersicht der Bodenrichtwerte finden Sie unter webgis.landkreis-mittelsachsen.de

Der Grundstücksmarktbericht mit Detailangaben zum Grundstücksmarkt, Aussagen zum Liegenschaftszinssatz, zu Gebäude- und Sachwertfaktoren, den Eigentumswohnungen, den Orientierungswerten für Gartenland, Wasserflächen usw. und Informationen der weiteren zur Wertermittlung erforderlichen Daten, ist derzeit in Bearbeitung. Über die Beschlussfassung des Grundstücksmarktberichtes durch den Gutachterausschuss wird zeitnah informiert.

Hintergrund:
Im Freistaat Sachsen sind bei den kreisfreien Städten und bei den  Landkreisen selbständige und unabhängige Gutachterausschüsse für die Ermittlung von Grundstückswerten und für sonstige Wertermittlungen zu bilden (§§ 192 ff BauGB sowie § 1 SächsGAVO). Aufgabe des Gutachterausschusses ist es, für Transparenz auf dem Grundstücksmarkt zu sorgen. Zu diesem Zweck führen die Gutachterausschüsse eine Kaufpreissammlung, werten sie aus und ermitteln Bodenrichtwerte sowie sonstige zur Wertermittlung erforderliche Daten. Berechtigte können beim Gutachterausschuss die Erstattung von Gutachten über den Verkehrswert von bebauten und unbebauten Grundstücken sowie Rechten an Grundstücken beantragen. Weitere Aufgabe des Gutachterausschusses ist die Ermittlung von sanierungsunbeeinflussten Anfangswerten sowie die prozentuale Wertsteigerung in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten.

Der Gutachterausschuss veröffentlicht unter anderem Bodenrichtwerte, erteilt mündliche und schriftliche Auskünfte über Bodenrichtwerte und bei Nachweis des berechtigten Interesses schriftliche Auskünfte aus der Kaufpreissammlung. Die Gutachterausschüsse unterstehen der Rechtsaufsicht des Staatsbetriebes Geobasisinformation und Vermessung Sachsen sowie des Sächsischen Staatsministeriums des Innern als oberste Rechtsaufsichtsbehörde.