Corona-Lage am 22. April

22.04.2020

Die Schlagzeilen: Die Zahl der Infizierten bleibt konstant; Sachsen hilft den Sport; Unternehmen stellt die Produktion um und neues Programm unterstützt sächsische Künstlerinnen und Künstler.

In Mittelsachsen bleibt die Zahl der Fälle konstant bei 241. 76 Infizierte stammen aus dem Altkreis Döbeln, 95 aus dem Altkreis Freiberg und 70 aus dem Altkreis Mittweida. Das Gesundheitsamt erlies für 815 Personen einen Quarantänebescheid, 610 Personen haben die Quarantäne wieder verlassen.

Unterstützung für Sachsens Sport

Der Freistaat Sachsen unterstützt den Sport während der Corona-Krise mit insgesamt 20 Millionen Euro über Zuschüsse und Darlehen. Dazu hat das Innenministerium eine entsprechende Förderrichtlinie erlassen. Vereine können ab sofort Zuschüsse bis zu 10.000 Euro beziehungsweise Darlehen zur Liquiditätssicherung in Höhe von bis zu 500.000 Euro beantragen. Die Zuschüsse bis zu 10.000 Euro können gemeinnützige Sportvereine über den Landessportbund beantragen. Die Gewährung von zinslosen Darlehen zur Liquiditätssicherung wird über die Sächsische Aufbaubank sichergestellt. Weiterführende Informationen auch auf der Internetseite des Kreissportbundes Mittelsachsen.

Neues Programm unterstützt sächsische Künstlerinnen und Künstler

Unter dem Titel „Denkzeit“ können sächsische Künstlerinnen und Künstler ab morgen bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen Stipendien in Höhe von je 2.000 Euro beantragen. Das Programm soll sie darin ermutigen, auch in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Veranstaltungsverboten an ihrer künstlerischen Arbeit festzuhalten und individuelle Handlungsansätze für den Umgang mit der Corona-Krise zu entwickeln. Für die Umsetzung des Programms hat der Sächsische Landtag zwei Millionen Euro bewilligt. Die Stipendien werden in Form einer einmaligen Zuwendung für die Dauer von zwei Monaten gewährt. Es sollen sächsische Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Darstellende und Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film von der Förderung profitieren. Beantragt werden können die Stipendien ausschließlich über ein Online-Formular auf der Webseite der Kulturstiftung. Ein einfaches Antragsverfahren wird dafür sorgen, dass die Mittel zügig an die Antragstellerinnen und Antragsteller ausgereicht werden können. Eine kurze Skizzierung des Vorhabens ist ausreichend. Weitere Details zur Antragsstellung finden sich unter www.kdfs.de/. Das Online-Formular wird dort ab Donnerstag freigeschaltet. Fragen zum Programm beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kulturstiftung unter denkzeit@kdfs.de sowie der Telefonnummer 0351 88480-33.

Hinweis aus der Baugenehmigungsbehörde

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage sind die Dienstleistungen zur Ersatzbeschaffung von Unterlagen aus früheren Bauakten nicht möglich. „Diese Aufgaben werden wir sonst nicht als Pflichtaufgabe, sondern im Rahmen der Dienstleistungsorientierung“, heißt es aus der Behörde.

Produktion umstellen und Vernetzung ist wichtig

Wenn Jörn Wonneberger auf die ersten Märztage zurückblickt erkennt man die eine oder andere Sorgenfalte im Gesicht des sonst nach vorn schauenden Unternehmers. Er und seine Frau haben in Mühlau eine Wäschemanufaktur aufgebaut. Doch mit dem Auftreten des Coronavirus brach der Absatz plötzlich ein. „Bald täglich haben sich Kunden bei uns gemeldet und ihre Bestellung storniert, auf Eis gelegt und Anlieferungen gesperrt“, berichtet er. Wie andernorts auch, bereiteten Joern und Claudia Wonneberger ihr 19-köpfiges Team darauf vor, zu Hause bleiben zu müssen. Der Antrag auf Kurzarbeit wurde gestellt. Doch Wonnebergers stecken so einfach den Kopf nicht in den Sand. „Parallel haben wir Energie in die Entwicklung von Nasen-Mund-Masken gesteckt und uns auf Bedarfsplattformen vernetzt. Sprunghaft stieg von da an die Nachfrage dieser Masken bei uns an, so dass wir seither Überstunden sammeln und dringend Verstärkung suchen“, freut sich das Unternehmerehepaar über die Wendung des Blattes. In der zweiten Märzwoche stellten sie die Produktion um und seither entstehen 1 300 Behelfsmasken am Tag. Die Manufaktur Wonneberger ist nicht nur für trendige Schnitte, sondern auch für tolle Farben bekannt. „Mittlerweile fertigen wir auch farbige Modelle, basierend auf drei Grundmodellen. Ergonomisch vollabdeckend oder klassisch geformt wie eine OP-Maske, mit oder ohne Nasenbügel. Weiterhin haben wir einen Loop-Schal entwickelt, welcher im Nasen-Mund-Bereich dreilagig gefüttert ist und dank eines eingearbeiteten Nasenbügels und einer Gummikordel fest auf das Gesicht gezogen werden kann. Alle unsere eingesetzten Materialen sind mindestens bei 70 Grad, meist sogar 90 Grad waschbar und für einen häufigen Gebrauch gedacht. Das Sortiment ist mittlerweile sehr umfangreich“, erklärt Jörn Wonneberger weiter. Die Behelfsmasken werden per Onlineshop bestellt und dann an Physiotherapien und Praxen, Krankenhäuser, Privatpersonen, Apotheken, Altersheime und Konzerne geschickt. Viele Bestellungen kommen aus Sachsen, aber auch darüber hinaus gehen die Mund-Nase-Abdeckungen bundes- und europaweit auf die Reise. Die Wonneberger-Manufaktur ist mit ihrem Onlineshop in der „Kauf-regional“-Seite des Landkreises vertreten. Unter www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de/service/kaufregional.html sind bereits mehr als 160 Angebote online.

Fortbildungsangebot Schuljahr 2020/2021 am Fachschulzentrum Freiberg-Zug

Das Fachschulzentrum bietet persönliche Beratungen zu den Fortbildungsmöglichkeiten an. Interessierte können sich per E-Mail oder Telefon an die Einrichtung wenden. Bei Bedarf werden auch persönliche Gesprächstermine vereinbart. „Wegen der Corona-Pandemie konnte leider der Tag der offenen Tür nicht stattfinden, der einen lebendigen Eindruck unseres Schullebens vermitteln sollte“, erklärt Schulleiter Gerd Alscher. Noch bis zum 1. Juni 2020 sind Anmeldungen für eine Fortbildung am Fachschulzentrum Freiberg-Zug möglich. Interessenten haben dabei die Auswahl zwischen Bildungsgängen im Bereich Land- oder Hauswirtschaft, wo im kommenden Schuljahr 2020/2021 jeweils eine neue Fachschulklasse eröffnet wird. Der Bildungsgang zum/r „Staatlich geprüften Techniker/in für Landbau“ wird im Wintermodell (Laufzeit drei Jahre) angeboten. Die Fortbildung zum/r „Staatlich geprüften hauswirtschaftlichen Betriebsleiter/in“ wird in Teilzeitform (Laufzeit ebenfalls drei Jahre) angeboten. Diese Aufstiegsfortbildungen bieten sehr gute Chancen bei der weiteren beruflichen Entwicklung. Die Fortbildung ist gebührenfrei, beinhaltet die Erlangung der Ausbildereignung und kann über BAföG beziehungsweise Meister-BAföG gefördert werden. Ausführliche Informationen und Formulare zum Download sind auf der Internetseite www.fachschulzentrum-freiberg-zug.de zu finden.

Die Firma Wonneberger hat in Mühlau ihre Produktion umgestellt. Foto: Firma Wonneberger

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