Corona-Lage am 7. April

07.04.2020

In Mittelsachsen gibt es 171 bestätigte Fälle und zirka 50 Personen, die geheilt sind. Heute geht es außerdem um ein Maskottchen, das lokale Händler unterstützt und um heutige Entscheidungen des Sächsischen Kabinetts.

in Mittelsachsen gibt es 171 bestätigte Fälle. Diese verteilen sich wie folgt: Altkreis Döbeln 51 Fälle, Altkreis Freiberg 73 Fälle und Altkreis Mittweida 47 Fälle. Für 499 Personen wurde eine Quarantäne angeordnet, 176 haben diese wieder verlassen. „Eine Gesundschreibung muss gegenüber dem Landratsamt nicht gemeldet werden“, erklärt Amtsärztin Dr. Annelie Jordan. Man gehe nach den Erhebungen davon aus, dass man in der Regel nach zwei Wochen wieder gesund sei. Daher rechne das Amt zurück und geht davon aus, dass rund 50 Personen von Corona wieder genesen sind. Dr. Jordan: „Es gibt aber ganz unterschiedliche Verläufe, da wir die eigentliche Behandlung nicht vornehmen, fehlt uns eine genaue Übersicht.“ Es gäbe aber auch in Mittelsachsen mehrere Patienten, die in Kliniken behandelt werden würden. In diesem Zusammenhang appelliert die Amtsärztin erneut stets die Hygieneregeln zu beachten: „Mehrfach am Tag für 20 Sekunden Hände waschen, in die Armbeuge zu husten beziehungsweise niesen und stets einen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten.“

Wirtschaftsförderung erstellt Unternehmensübersicht – Maskottchen unterstützt lokale Händler

In schwierigen Zeiten das eigene Geschäft weiterzuführen und damit die Versorgung der Mittelsachsen mit Waren und Dienstleistungen aufrecht zu erhalten, das macht sie aus, die Lokalhelden Mittelsachsens. Das Referat Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung bietet Unternehmen eine virtuelle Plattform, um Onlineshops, Liefer- und Abholservices sowie Versandstellen für Wertgutscheine kostenfrei darzustellen. Aufgerufen sind Einzelhändler, Gastronomen und regionale Erzeuger sowie Dienstleister, die in Mittelsachsen ihr Gewerbe haben, sich zu präsentieren. „Der Landkreis schließt sich dabei der Lokalhelden-Aktion von Peniger Gewerbetreibenden an", sagt Dr. Lothar Beier, in dessen Aufgabenbereich auch die Wirtschaftsförderung liegt. Denn zur Onlinedarstellung der Unternehmen gibt es ein Maskottchen, das kostenfrei als Aufkleber bestellt werden kann. Mit 70 Unternehmen und fast 100 Angeboten geht die Übersichtskarte unter www.wirtschaft-in-mittelsachsen.de/service/kaufregional.html an den Start.

Freiberger Ambulanz mit neuen Öffnungszeiten:

Die Öffnungszeiten der „Fieberambulanz Corona- und Grippediagnostik“ neben dem Krankenhaus in Freiberg ändern sich ab morgen.

„Die vergangenen Tage zeigten, dass nach 13:00 Uhr keine Patienten mehr die Ambulanz aufsuchen“, heißt es in einer Mitteilung der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen. Daher reduziert die Einrichtung die Öffnungszeiten auf täglich (auch an Wochenenden und Feiertagen) auf 09:00 bis 13:00 Uhr. Informationen dazu im Internetauftritt des Krankenhauses Freiberg

Eine zweite Ambulanz gibt es am Krankenhaus in Mittweida. Alle Informationen dazu stellt das Krankenhaus Mittweida unter www.lmkgmbh.de zur Verfügung.

Freistaat unterstützt Vereine und Institutionen in den Bereichen Soziales, Sport, Kultur, Umwelt und Landwirtschaft

Das sächsische Kabinett hat heute ein weiteres Maßnahmenpaket insbesondere für die Bereiche Soziales, Kultur und Sport sowie Umwelt und Landwirtschaft beschlossen, um die Folgen der Corona-Krise abzumildern.

Es hat ein Volumen von rund 55 Millionen Euro. Der Maßnahmenplan richtet sich vorrangig an Vereine und Privatpersonen, die nicht auf die Unterstützung durch Bundes- oder Landeshilfen sowie kommunaler Träger zurückgreifen können. Mit dem Unterstützungsprogramm sollen noch bestehende Lücken in Sachsen geschlossen werden.

Sportvereine müssen auf verschiedene Einnahmen wie die Vermietung von Wettkampfflächen  oder die Ausrichtung von Wettkämpfen verzichten. Vereine, die durch entstehende Einnahmeverluste in Existenznot geraten, sollen mit Zuschüssen von bis zu 10.000 Euro unterstützt werden. Für sächsische Kulturschaffende sollen Mikrostipendien eingeführt werden, die digitale Aspekte der Kulturarbeit wie E-Publikationen, digitale Ausstellungen, Musik- und Theateraufführungen oder Lesungen fördern. Hilfen sind auch für Weiterbildungsträger geplant. Betroffen sind auch die Volkshochschulen. Vorgesehen sind kurzfristige Hilfen für die Beschäftigten, die normalerweise in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen tätig sind. Vorgesehen sind zudem Hilfen in Höhe von zur Abfederung von Härtefällen bei Institutionen im Umwelt- und Landwirtschaftsbereich, die durch abgesagte Veranstaltungen, Bildungsarbeit oder ausgefallene Frühjahrspflanzungen Einnahmeverluste erleiden.

Die jeweils verantwortlichen Ressorts sind damit beauftragt worden, die verschiedenen Maßnahmen zügig umzusetzen. Die für die Maßnahmen erforderlichen Mittel bedürfen noch der Entscheidung des Sächsischen Landtages. Diese ausführliche Medieninformation steht im Internetauftritt des Freistaates Sachsen zur Verfügung. 

Zuschüsse für tschechische und polnische Pendler in allen Bereichen der systemrelevanten Infrastruktur

Heute hat der Freistaat Sachsen seine Unterbringungszuschüsse für Einpendler aus Tschechien und Polen auf zusätzliche Branchen erweitert, eine entsprechende Richtlinie des Wirtschaftsministeriums hat das Kabinett beschlossen. Die Pauschale von 40 Euro pro Nacht gilt ab sofort auch für Beschäftigte in Einrichtungen und Betrieben, die der Sicherstellung der öffentlichen Ordnung sowie der öffentlichen Infrastruktur oder der Versorgung der Bevölkerung dienen. Dazu gehören die Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft, der Lebensmittelhandel sowie die Logistik zur Sicherstellung des täglichen Bedarfs. Enge Familienangehörige, wie Ehepartner und Kinder, werden mit 20 Euro pro Übernachtung unterstützt. Die Zuschüsse gab es bisher ausschließlich für Berufspendler aus Tschechien und Polen, die im medizinischen Bereich oder in der Pflege arbeiten. Arbeitgeber können ihre Bedarfe direkt bei der Landesdirektion Sachsen anmelden.

Häufig gestellte Fragen und Antworten: www.coronavirus.sachsen.de

Illustration: Bianka Behrami

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