Denkmalpreise des Landkreises werden vergeben

07.09.2018

Am Sonntag wird in Vertretung des Landrates der erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier den Tag des offenen Denkmals im Schloss Ringethal bei Mittweida um 10:00 Uhr eröffnen. Er steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Entdecken was uns verbindet“.

„Dieses deutschlandweite Thema ist sehr passend zum zehnjährigen Bestehen des Landkreises. Die Menschen verbindet innerhalb von Mittelsachsen viel, auch geschichtlich gibt es mehrere Berührungspunkte“, so Beier. Denkmäler seien Zeitzeugen und Vertreter einzelner Epochen. Dass diese weiterhin erhalten bleiben und in ihrer Vielzahl bewahrt werden, sei eine große Herausforderung. „Dank zahlreicher Bürger, Unternehmen und Vereine werden diese Gebäude liebevoll saniert, und durch die jeweilige Nutzung lebendig gehalten“, erklärt Beier weiter. Dieser europaweite Tag biete immer eine einmalige Gelegenheit, besondere Einblicke in sonst verschlossene Räume oder Höfe zu nehmen. Aber auch, um den jeweiligen Eigentümern und Verwaltern den Respekt und die Anerkennung für ihr Engagement zum Erhalt der historischen Substanz auszudrücken.

Im Rahmen der Festveranstaltung überreicht der erste Beigeordnete die diesjährigen Denkmalpreise des Landkreises. Diese gehen an den Mittweidaer Heiko Weber, den Vorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Oberbobritzsch und das Hospiz in Oederan. Der Historiker Heiko Weber ist als ehrenamtlicher Denkmalpfleger sehr aktiv und war von 1994 bis 2011 Museumsleiter in Mittweida. In dieser Zeit setzte er eine alte Pfarrscheune von Frankenau nach Mittweida und baute das Schillinghaus um. „Als berufener ehrenamtlicher Denkmalpfleger wirkt er seit vielen Jahren, organisiert Ausstellungen und schreibt Publikationen“, so Jörg Liebig vom Bereich Denkmalschutz im Landratsamt.

Die Kirchgemeinde Oberbobritzsch bewahrt und erhält mehrere Baulichkeiten, die von kulturhistorischer Bedeutung sind, so das Kirchengebäude, das Pfarrhaus sowie die Einfriedungsmauern. Neben dem eigentlichen Tagesgeschäft in der Gemeinde wird viel für den Erhalt der denkmalgeschützten Substanz getan, wie die Sanierung der Mauer, die Bewahrung des spätgotischen Flügelaltars oder die Restaurierung einer mittelalterlichen Skulptur. „Es geht um Arbeitseinsätze und um Planvorleistungen, Fördermittelbeantragung und Abstimmungen und dies im Ehrenamt“, so Falk-Uwe Langer vom Denkmalschutz. Die Auszeichnung soll ganz bewusst stellvertretend für die vielen Initiativen im Landkreis stehen, bei der die Pflege von Stätten der Religionsausübung selbstlos und nachhaltig erfolgt.

Für die Nutzung als Hospiz wurde eine anspruchsvoll gestaltete Fabrikantenvilla in Oederan komplett saniert. Hier arbeiteten Bauherr, Verein, Planer, Gutachter, Handwerker, Restauratoren und die Denkmalbehörden eng zusammen. „Geschaffen wurden durch die Initiatoren eine ganz besondere Einrichtung, deren engagierte Mitarbeiter würde- und liebevoll viele Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet haben“, so der erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier. Dabei waren sie auch für die Angehörigen eine wichtige Stütze. Neben dieser hohen sozialen Aufgabe erhält und bewahrt der Verein sein Domizil, das 1869 errichtet und 1921 letztmalig umfassend umgebaut wurde. In den vier Jahren vor der Eröffnung musste beispielsweise der Hausschwamm mit einem Spezialverfahren bekämpft werden, um nicht weiteres Interieur zu beschädigen. Dr. Beier: „Eine stilistisch und künstlerisch vergleichbare Villa ist in Oederan nicht zu finden.“

Außerdem wurde in Ringethal Maik Otto zum ehrenamtlichen Denkmalpfleger bestellt. Der Peniger ist Bauingenieur und sanierte ein eigenes Kulturdenkmal, Baujahr 1719.