Die Trauben-Eiche ist der Baum des Jahres

22.04.2014

Am 25. April wird der internationale Tag des Baumes begangen. Aus diesem Anlass stellt der ehemalige Naturschutzhelfer Klaus Friedrich den Baum des Jahres, die Trauben-Eiche vor. Der Baum des Jahres wird von der Stiftung „Baum des Jahres“ mit dem zugehörigen Förderverein und Kuratorium als Beirat bestimmt. Für 2014 entschieden sich die Verantwortlichen für die Trauben-Eiche.

 Sie wird auch Winter-Eiche genannt und gehört zur Familie der Buchengewächse. Sie und ihre nahe Verwandte, die Stiel-Eiche, sind die beiden häufigsten, bekanntesten sowie ökologisch und wirtschaftlich bedeutsamsten einheimischen Eichenarten. Sie sind beide anhand der Früchte, der Blätter und der Wuchsform relativ leicht voneinander zu unterscheiden. Der Name Trauben-Eiche leitet sich aus den Früchten ab, die im Gegensatz zur Stiel-Eiche nahezu ungestielt zu mehreren („traubig“) zusammensitzen.  Trauben- und Stiel-Eichen sind für sehr viele Tierarten ein bedeutender Nahrungs-, Lebens- und Fortpflanzungsraum, was sich bei zahlreichen Arten auch in ihren Namen widerspiegelt wie Eichelhäher oder Eichhörnchen.

Die Eiche in der Heilkunde
Die Eiche spielte in der Volksheilkunde eine bedeutsame Rolle. So setzte man früher die Rinde junger Zweige beziehungsweise Triebe wegen der entzündungshemmenden Wirkung der in ihr enthaltenden Gerbstoffe bei Haut- und Schleimhautentzündungen ein. Des Weiteren wurde die Eichenrinde als „gutes Magenmittel“ empfohlen. Wegen der zusammenziehenden und antiseptischen Wirkung ihrer Gerbstoffe werden Abkochungen von ihr äußerlich bei übermäßiger Hand- und Fußschweißbildung oder bei Ekzemen heute noch verordnet.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Eichen
Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist nach wie vor das feste, zähe und dauerhafte Holz der Trauben- und Stiel-Eiche. Während es früher vor allem im Haus-, Schiffs-, Brücken- und Eisenbahnbau eine herausragende Rolle spielte, wird es heute  besonders in der Möbelindustrie zur Gewinnung von Furnieren und für Vertäfelungen sowie im Tischlergewerbe eingesetzt. In diesem Zusammenhang sei aber auch das spätgotische Chorgestühl in der Tragnitzer St. Pankratius Kirche erwähnt. Es ist aus Eichenholz geschnitzt und soll aus dem Zisterzienserkloster Buch an der Freiberger Mulde stammen.

Die Eiche im Kunstschaffen
Auch in vielen Märchen, Sagen und Liedern sowie in den Werken bedeutender Dichter, Maler, Bildhauer und Architekten nimmt die Eiche einen herausragenden Platz ein. So begegnet man diesem Baum im „Walthari-Lied“ des Ekkehardt von St. Gallen, in Friedrich Hölderlins „Eichenbäume“, in Ludwig Uhlands „Eichenhainen“, in Goethes „Prometheus“, in Heinrich Heines „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“, in Caspar David Friedrichs „Winterlandschaft“ und in vielen anderen künstlerischen Werken.

Der ausführliche Text kann nachfolgend nachgelesen werden.
(von Klaus Friedrich)

Tag des Baumes - ausführlicher Text [Download,*.pdf, 0,06 MB]