Druck zur Unterbringung weiterhin groß – neue Notunterkunft in Flöha

13.02.2015

Noch in diesem Monat wird in Flöha eine Unterkunft zur Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen eingerichtet.

Rund 40 Personen werden das Objekt „Zur Baumwolle 37“ beziehen. Es handelt sich vorrangig um Frauen, Männer und Kinder aus Konflikt- und Krisengebieten. „Die Zuweisung erfolgt sehr kurzfristig seitens des Freistaates. Auch dieser musste in den vergangenen Wochen schnell handeln, so mit der Nutzung von weiteren Objekten der Erstaufnahme in Schneeberg und Görlitz“, betont der zuständige Geschäftsbereichsleiter Verwaltung, Finanzen und Ordnung im Landratsamt Jörg Höllmüller. Der Zustrom ist weiterhin groß. Die Kapazitäten der bisherigen Unterkünfte in Freiberg, Striegistal, Brand-Erbisdorf und Döbeln sind ausgeschöpft. Die vor zwei Wochen angekündigte neue Einrichtung in Döbeln steht noch nicht zur Verfügung. In Flöha handelt es sich um eine ehemalige Schule in Trägerschaft des Landkreises Mittelsachsen. Für die Nutzung als Notunterkunft erfolgen noch Ertüchtigungsarbeiten. Unter anderem muss die gesamte Einrichtung angeschafft und eingebaut werden. Der künftige Betreiber sichert auch eine soziale Betreuung vor Ort ab. Die Verträge für die Betreibung sind in Vorbereitung.

Für die Kurzfristigkeit bittet der Landkreis um Verständnis. Die Anwohner und umliegenden Einrichtungen werden schriftlich beziehungsweise durch Besuche der Ausländerbeauftragten und durch Vertreter der Stadt über die neue Unterkunft informiert. Die Ausländerbeauftragte Annett Schrenk wünscht sich, dass die Flöhaer den neuen Einwohnern mit Offenheit, Toleranz und auch Verständnis begegnen: „Die bisherigen Erfahrungen in anderen Städten sind positiv, gern stehe ich für Gespräche zur Verfügung..“ Ihre E-Mailadresse lautet: auslaenderbeauftragte@landkreis-mittelsachsen.de.

Weitere wichtige Fakten zum Thema Asyl werden auch auf der Homepage des Landkreises vorgehalten. Schrenk: „Gemeinsam mit der Stadt möchten wir eine Integration in das Leben in Flöha voranbringen.“ In diesem Zusammenhang hob Höllmüller das große Engagement der Städte Freiberg, Döbeln, Brand-Erbisdorf und der Gemeinde Striegistal hervor. „Nur gemeinsam mit den Kommunen des Landkreises können wir die Aufgabe der Unterbringung erfolgreich lösen“, so der Geschäftsbereichsleiter.

Ständig werden weitere Gespräche mit Eigentümern und Vermietern geführt, die dem Landkreis Objekte zur Verfügung stellen. Der Zustand der Gebäude und das Baurecht müssen berücksichtigt werden, auch die rasche Nutzbarkeit. Für die Unterbringung in einzelnen Wohnungen werden Angebote gesammelt.

Etwa 1 200 Asylbewerber und Flüchtlinge leben im Landkreis, davon in Gemeinschaftsunterkünften zirka 620 in Freiberg, 170 in Döbeln, 210 in Mobendorf und 70 in Brand-Erbisdorf.

Eine genaue Prognose über Zuweisungszahlen im Jahr 2015 liegt noch nicht vor.