DSL-Ausbau im Landkreis Mittelsachsen beendet

26.08.2014

Gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Mittelsachsen: Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit hat die Deutsche Telekom heute ihr Breitbandnetz im Beisein des sächsischen Ministerpräsidenten und des Landrates des Landkreises Mittelsachsen in Betrieb genommen. Die umfangreichen Arbeiten - Planung, Bestellung sowie Montage und Schaltarbeiten - sind damit abgeschlossen.

Über 55 000 Haushalte und Betriebe, die bisher unter- oder gar nicht versorgt waren, haben nun die Möglichkeit einen Breitband-Anschluss mit Bandbreiten von bis zu 50 MBit/s zu beauftragen. Um die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Mittelsachsen mit Breitband zu versorgen, hat die Deutsche Telekom 144 Festnetz-Knotenpunkte aufgebaut und über 320 Kilometer Glasfaserkabel neu verlegt. Zudem wurden 46 Mobilfunkstationen mit LTE-Technologie aufgerüstet und neun LTE-Mobilfunkstationen neu gebaut. Damit bietet die Deutsche Telekom den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch den Gewerbetreibenden, eine wichtige Infrastrukturverbesserung, denn die Breitbandversorgung ist ein wichtiger Standortfaktor.

DSL-Ausbau im ländlichen Raum: Eine Herausforderung
Die Verfügbarkeit von schnellen Internetanschlüssen ist nicht nur in und um Großstädte ein wesentlicher Standortfaktor. Dies wirkt positiv auf die Ansiedlung und den Erhalt von Unternehmen, sowie die Attraktivität des ländlichen Raumes. „Mit Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde erhalten die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Mittelsachsen Breitbandanbindungen, die es bisher überwiegend in Ballungsgebieten gibt. Damit ist eine zukunftsfähige Lösung gefunden worden, die wichtig ist für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den Kommunen. Die ansässigen Unternehmen und die Bürger profitieren von diesem Standortvorteil, denn Breitbandverbindungen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagt Ulrich Adams, Vorstandsbeauftragter für den Breitbandausbau in Deutschland. Außerdem habe der Landkreis Mittelsachsen eine Vorreiterrolle in Deutschland inne, denn er sei einer der ersten Landkreise, der mit einem übergreifenden Konzept flächendeckend für schnelle Internetverbindungen sorge.

Sachsens Ministerpräsident, Stanislaw Tillich, sagt: „Der Freistaat unterstützt den Breitbandausbau in ländlichen Regionen, denn schnelles Internet ist immens wichtig als Standortfaktor. In ganz Sachsen profitieren bislang 237 000 Haushalte und Unternehmen von dem Projekt. Um global konkurrenzfähig zu bleiben, neue Beschäftigungspotenziale zu erschließen und die Lebensqualität im ländlichen Raum zu sichern, benötigen wir künftig eine flächendeckende Versorgung mit Hochgeschwindigkeitsinternet.“ Tillich dankte allen Beteiligten, die in den Kommunen beim Breitband-Ausbau Druck machen. Zugleich verwies er auf die Digitale Offensive Sachsen, für die der Freistaat 200 Millionen Euro bereitstellt.

„Ziel des Projektes war, das Breitbandnetz im ländlichen Raum sowohl leitungsgebunden als auch im LTE – Bereich weiter auszubauen. Mit Fördermitteln des Freistaates Sachsen und der Europäischen Union war es möglich, für 271 bisher unterversorgte Stadt- und Gemeindeteile eine Breitband-Grundausstattung mit Übertragungsraten von mindestens 2 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s bereitzustellen. Nun gilt es darauf aufzubauen und im Rahmen einer Nachevaluierung nach der Richtlinie „Digitale Offensive Sachsen“, welche eine Grundversorgung von 25 Mbit/s fordert, die noch bestehenden Lücken mit Hilfe des Freistaates und in Regie der Kommunen im Landkreis zu schließen“, so Landrat Volker Uhlig.

Hintergrund: Großprojekt Landkreis Mittelsachsen
Der Landkreis hatte Mitte Dezember 2011 eine entsprechende Kooperationsvereinbarung zum DSL-Ausbau zusammen mit der Telekom unterzeichnet. Nach einer europaweiten Ausschreibung hatte der Kreistag den Auftrag an den Bonner Konzern vergeben. Die Telekom hat den Landkreis Mittelsachsen mit einem Technologiemix aus Festnetz- und Mobilfunklösungen ausgebaut. Jetzt kommen rund 97 Prozent der gut 55.000 Haushalte und gewerblichen Nutzer im Landkreis in den Genuss von schnellem Internet der Deutschen Telekom. Dabei kommt das schnelle DSL-Signal über einen Glasfaser- oder Richtfunkausbau bis zu den Festnetz- oder Mobilfunkverteilern in den Ortschaften. Durch die Bereitstellung von Fördermitteln der sächsischen Landesregierung in Höhe von über 9 Mio. € können auch solche dünn besiedelten Regionen mit modernster Breitband-Infrastruktur ausgebaut

werden. Insgesamt wurden 43 Kommunen mit 271 Ortsteilen im Landkreis von der Deutschen Telekom mit dieser neuesten Technik ausgestattet. Die Internetgeschwindigkeit im Festnetz hängt davon ab, wie nah der Kunde am nächsten Knotenpunkt wohnt. Denn die herkömmliche Telefonleitung, über die der Datenstrom ab dieser Vermittlungsstelle geschickt wird, dämpft das Signal Meter um Meter. Ab einer Entfernung von rund fünf Kilometern spielt die Physik im Kupferkabel nicht mehr mit. Im Mobilfunk-Bereich wird die Geschwindigkeit maßgeblich durch die Zahl der Nutzer, die gleichzeitig surfen, bestimmt.

Hintergrund: Kooperationen
Um den Breitbandausbau gezielt in ländlichen Gebieten voranzutreiben hat die Deutsche Telekom inzwischen über 5 000 Kooperationen vereinbart - überwiegend mit einzelnen Kommunen. Wo der Breitbandausbau aufgrund niedriger Kundenpotenziale und hoher Ausbaukosten mit Verlusten verbunden wäre, macht der Konzern den Gemeinden die Kosten transparent und bietet ihnen Kooperationen an. Die Kommunen können sich dann auf unterschiedliche Weise am Ausbau beteiligen und so die Kostenlücke decken: Beispielsweise indem sie eventuell vorhandene Kabelkanalanlagen, Leerrohre zur Verfügung stellen oder die nötigen Tiefbaumaßnahmen übernehmen. Alternativ sind finanzielle Zuschüsse möglich. Haupttreiber der Kosten sind die Tiefbauarbeiten, die bis zu 70.000 Euro pro Kilometer betragen. Allein in Sachsen hat die Deutsche Telekom für den Breitbandausbau in ländlichen Regionen seit 2009 über 400 Mio. Euro investiert und seit 2009 mit über 130 Kommunen beim Breitbandausbau kooperiert. Neben Einzelkooperationen hatte die Deutsche Telekom im August 2010 den Zuschlag für die Breitbandversorgung im sächsischen Vogtlandkreis, im Juni 2011 für den Landkreis Bautzen erhalten.

Foto: Andrea Funke