Einheimische Fledermäuse und das Coronavirus

28.07.2020

In den letzten Wochen und Monaten wurden Fledermäuse immer wieder als mögliche Überträger des Coronavirus genannt. Das führt zu einer Verunsicherung im Umgang und Kontakt mit Fledermäusen.

„Angst, sich bei heimischen Fledermäusen anzustecken, braucht aber niemand zu haben“, heißt es aus dem Referat Naturschutz. Nach aktuellem Kenntnisstand sind heimische Fledermäuse nicht mit SARS-CoV 2 infiziert. Außerdem können sich Menschen nicht direkt bei Fledermäusen anstecken. Eiweiße auf der Oberfläche der Fledermausviren, die für ein Eindringen in die Zellen nötig sind, passen nicht an menschliche Zellen. Das heißt, bei SARS-ähnlichen Coronaviren sind immer Zwischenwirte nötig, um einen Erreger entstehen zu lassen, welcher bei Menschen Krankheiten auslöst. Aber auch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, welche z.B. bei Massentierhaltung oder auf Wildtiermärkten gegeben sind: Haltung gestresster und immungeschwächter Tiere unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engstem Raum.

„Fledermäuse stellen für uns keine unmittelbare Gefahr da“, erklärt Esther Pašalić von der Koordinierungsstelle Fledermausschutz. „Im Gegenteil - sie sind nützlich, indem sie zum Beispiel Schadinsekten erbeuten und so helfen, land- und forstwirtschaftliche Verluste zu begrenzen. In den Tropen spielen sie eine wichtige Rolle bei der Samenverbreitung und Bestäubung von Pflanzen, wie z.B. der Banane oder Agave.“ Nähere Informationen dazu und vieles mehr zu Fledermäusen gibt es unter www.fledermausschutz-sachsen.de.

Wer ein Fledermausquartier kennt oder sich für den Fledermausschutz engagieren will, kann sich bei Esther Pašalić im Landratsamt am Standort in der Leipziger Str. 4 in Freiberg melden: esther.pasalic@landkreis-mittelsachsen.de oder 03731 799-4126.

Braunes Langohr, Foto: Reimund Francke