Entsorgung von toten Haustieren und Schlachtabfällen

11.08.2016

Im Landratsamt gehen regelmäßig Anzeigen über die illegale Entsorgung von toten Haustieren und Schlachtabfällen ein. Meist wurden die Tierkörper oder Teile davon durch aufmerksame Bürger im Wald, am Wegesrand oder anderen entlegenen Stellen in der Natur aufgefunden.

Häufig unerkannt aber verbreitet ist daneben die Praxis des Vergrabens von tierischen Abfällen.

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt warnt vor den Gefahren, die dadurch für andere Tiere, Tierbestände aber auch für die menschliche Gesundheit entstehen. Oft sind Infektionskrankheiten die Todesursache bei vermehrt auftretenden Tierverlusten. So tritt vor allem in der Vegetationsperiode eine für Kaninchen hochansteckende und meist tödlich verlaufende Krankheit, die sogenannte „Chinaseuche“ auf. Andere Krankheitserreger, wie z.B. Salmonellen sind auch für den Menschen gefährlich. Nicht zuletzt durch die Verwesungsprozesse, die nach dem Tod oder Schlachtung von Tieren einsetzen ergeben sich Gefahren für die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier. Die Keime können in der Umwelt zum Teil über sehr lange Zeiträume ihre Ansteckungsfähigkeit erhalten und über belebte oder unbelebte Zwischenträger weiter verbreitet werden. Sie bilden somit eine ständige Infektionsquelle für andere Tiere und Menschen. Viele Tierhalter, Landwirte und Schlachter kennen diese Gefahren und entsorgen anfallende Tierkadaver und Schlachtabfälle in der Regel ordnungsgemäß.

Insbesondere für Heim- und Hobbytierhalter gelten daher die nachfolgenden Hinweise auf die Möglichkeiten für die Entsorgung von Heimtieren (z.B. Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und -fische, Schlangen und Echsen): 

  • Diese sind grundsätzlich in der Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) des Zweckverbandes für Tierkörperbeseitigung Sachsen, Staudaer Weg 1, 01561 Priestewitz OT Lenz, zu entsorgen.
    Die Tiere können montags bis freitags von 07.00 bis 16.00 Uhr direkt in Lenz abgegeben oder jederzeit zur Abholung angemeldet werden (Kontakt s.u.).

  • Des Weiteren können Heimtiere auf dafür registrierten Plätzen begraben oder in einem zugelassenen Tierkrematorium eingeäschert werden. In Sachsen gibt es derzeit 21 genehmigte Tierfriedhöfe, davon einen im Landkreis Mittelsachsen.

  • Ausnahmsweise dürfen einzelne Körper von Heimtieren auf dem eigenen Grundstück des Tierbesitzers vergraben werden, sofern dieses nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt. Die Tiere dürfen dabei nicht in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Wegen und Plätzen, sollten nicht direkt an der Grenze zum Nachbarn und müssen so vergraben werden, dass sie mit einer mindestens 50 cm starken Erdschicht bedeckt sind.

von sonstigen Haustieren (alle anderen vom Menschen gehaltenen Tiere):

  • Diese sind ausschließlich in der Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) zu entsorgen. Ein Vergraben ist nicht zulässig!

von Schlachtabfällen:

  • Bestimmte Teile von Rindern, Schafen und Ziegen zählen zum sogenannten Spezifizierten Risikomaterial (SRM), welches zwingend in der TBA Sachsen zu entsorgen ist. Auch dieses Material kann direkt nach Lenz gebracht oder zur Abholung angemeldet werden.

  • Sonstige Schlachtabfälle von Tieren, die im Rahmen einer Hausschlachtung vom Fleischbeschautierarzt als tauglich für den menschlichen Verzehr beurteilt wurden, können in einem dafür zugelassenen Betrieb für K3-Material oder ebenfalls in der TBA Lenz verarbeitet werden.

  • Schlachtabfälle von Haustieren dürfen auf keinen Fall in die Biotonne, vergraben oder in die Natur entsorgt werden!

von fremden oder herrenlosen Körpern von Vieh, Hunden und Katzen:

  • Diese sind in der TBA Sachsen zu entsorgen und je nach Fundort vom Grundstücksbesitzer, Straßenbaulastträger oder dem zur Unterhaltung eines Gewässers Verpflichteten dort anzumelden.

Kontakt TBA Sachsen:

Auftragsannahme (von 0.00 - 24.00 Uhr)

Telefon: 035249 - 735-0
Telefax: 035249 - 735-25
E-Mail: auftragsannahme@tba-sachsen.de

Für die Abholung und Entsorgung von toten Tieren und Tierkörperteilen werden durch die TBA Sachsen Gebühren erhoben.

Eine Liste von zugelassenen Verarbeitungsbetrieben für K3-Material und von Tierfriedhöfen ist auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft veröffentlicht. (http://www.bmel.de/DE/Tier/Tiergesundheit/TierischeNebenprodukte/nebenprodukte_node.html)

Bei Fragen können sich Bürger an das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt unter 03731/799-6234 oder -6261 wenden.