Faulbrut in Großhartmannsdorf nachgewiesen

14.06.2017

In einem Bienenbestand in Großhartmannsdorf ist die Amerikanische Faulbrut neu festgestellt worden. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt hat einen neuen Sperrbezirk festgelegt, der die Orte Großhartmannsdorf, Helbigsdorf (Gemeinde Mulda), Müdisdorf (Gemeinde Lichtenberg) und den Freiwald der Stadt Brand-Erbisdorf umfasst.

Der Sperrkreis hat in der Regel einen Umfang von drei Kilometern. Weitere Sperrbezirke  gibt es noch im Bereich des Brand-Erbisdorfer Stadtteils Langenau und dem Freiberger Stadtteil Kleinwaltersdorf.  Dort laufen im Moment die Aufhebungsuntersuchungen im Sperrbezirk. Die Amerikanische Faulbrut ist eine Seuche, die von einem sporenbildenden Bakterium ausgeht. Der Erreger tötet die Brut ab, daher erkennt man die Erkrankung bei fortgeschrittenem Stadium an einem löchrigen Brutfeld, eingesunkenen Zelldeckeln und eventuell einer fadenziehenden braunen Masse beziehungsweise fest eingetrocknetem Schorf am Boden in den Brutzellen. Entsprechend ihres Namens kann bei der Krankheit ein fauliger Geruch auftreten. Die Amerikanische Faulbrut wird beispielsweise durch Räuberei oder durch Übernahme von Bienen beziehungsweise Materialien mit Bienenkontakt aus infizierten Beständen übertragen und kann zum Teil erst mehrere Jahre nach der Infektion ausbrechen. Daher dürfen Bienen beziehungsweise Brutwaben nur mit amtstierärztlichem Attest in einen Bienenstand aufgenommen werden. Außerdem sollten keine benutzten Beuten oder andere Materialien mit Bienenkontakt zugekauft werden. Bekämpft wird die Seuche durch Tötung der verseuchten Völker und intensive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im gesamten Bienenstand. Eine Sanierung über das Kunstschwarmverfahren ist unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich. Dies entscheidet das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt. Alle Bienenstände im Sperrbezirk sind durch amtlich bestellte Bienensachverständige untersuchen zu lassen. Nur wenn diese Untersuchungen negativ verlaufen und die Krankheit in den betroffenen Bienenvölkern erfolgreich getilgt wurde, kann der Sperrbezirk aufgelöst werden.

Ein Verbringen von Bienen aus oder in den Sperrbezirk ist verboten. Es ist daher generell Pflicht, dass jedes Verbringen von Bienen an einen neuen Standort vorher im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt anzuzeigen ist. Die Amerikanische Faulbrut ist für den Menschen nicht gefährlich. Honig kann selbst von erkrankten Völkern unbedenklich verzehrt werden.

Im vergangenen Jahr wurde die Faulbrut insgesamt vier Mal nachgewiesen, neben zwei Fällen im Bereich Langenau und einem Fall in Kleinwaltersdorf, gab es auch einen Fall im Bereich Arras. 2015 gab es nur einen Fall, 2014 sieben Fälle, 2013 vier und 2012 keinen Fall. Im Landkreis sind derzeit 810 Imker mit 913 Bienenstandorten registriert.

  1. Sperrbezirk Langenau 
    folgende Stadtteile der Großen Kreisstadt Brand-Erbisdorf: Stadtgebiet 
    folgender Ortsteile der Stadt Oederan: Kirchbach
    folgender Gemeindeteile der Gemeinde Oberschöna: Oberschöna

  2. Sperrbezirk Kleinwaltersdorf 
    folgende Stadtteile der Großen Kreisstadt Freiberg: Kleinwaltersdorf
    Stadtgebiet Freiberg westlich der Bundesstraße 101
    das Münzbachtal der Stadt Freiberg
    folgende Gemeindeteile der Gemeinde Oberschöna: Kleinschirma.

  3. Sperrbezirk Großhartmannsdorf (NEU) 
    folgender Ortsteil der Gemeinde Großhartmannsdorf: Großhartmannsdorf
    folgender Ortsteil der Gemeinde Mulda: Helbigsdorf
    folgender Ortsteil der Gemeinde Lichtenberg: Müdisdorf sowie
    der Freiwald südlich der Freistraße in Brand-Erbisdorf (Mönchenfrei).

Verwandte Links

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