Faulbrut in weiteren Bienenbeständen im Landkreis nachgewiesen

07.08.2017

In Bienenbeständen im Halsbrücker Ortsteil Hetzdorf und im Erlauer Ortsteil Milkau ist die Amerikanische Faulbrut neu festgestellt worden. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt hat deshalb neue Sperrbezirke festgelegt, die die Ortsteile von Seelitz, Geringswalde, Erlau, Halsbrücke, Reinsberg und Bobritzsch-Hilbersdorf betreffen.

Ein Sperrkreis hat in der Regel einen Umfang von drei Kilometern. Da der Ausbruch in Hetzdorf nahe der Kreisgrenze liegt und bei einem jüngst eingefangenen Schwarm festgestellt wurde, ist hier der Radius größer gewählt worden. Die Bekämpfungsmaßnahmen werden mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge koordiniert. Einen weiteren Sperrbezirk gibt es noch im Bereich Großhartmannsdorf. Aufgehoben werden konnte der Sperrbezirk um den Freiberger Stadtteil Kleinwaltersdorf, der am 20. Juli 2016 gebildet wurde. Nach erfolgter Sanierung sowie Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bienenstände ergaben abschließende Untersuchungen keine Hinweise auf das Vorhandensein des Erregers der Amerikanischen Faulbrut. 

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Seuche, die von einem sporenbildenden Bakterium ausgeht. Der Erreger tötet die Brut ab, daher erkennt man die Erkrankung bei fortgeschrittenem Stadium an einem löchrigen Brutfeld, eingesunkenen Zelldeckeln und eventuell einer fadenziehenden braunen Masse bzw. fest eingetrocknetem Schorf am Boden in den Brutzellen. Entsprechend ihres Namens kann bei der Krankheit ein fauliger Geruch auftreten. Die Amerikanische Faulbrut wird beispielsweise durch Räuberei oder durch Übernahme von Bienen bzw. Materialien mit Bienenkontakt aus infizierten Beständen übertragen und kann zum Teil erst mehrere Jahre nach der Infektion ausbrechen. Daher dürfen Bienen bzw. Brutwaben nur mit amtstierärztlichen Attest in einen Bienenstand aufgenommen werden. Auch sollten keine benutzten Beuten oder andere Materialien mit Bienenkontakt zugekauft werden. Bekämpft wird die Seuche durch Tötung der verseuchten Völker und intensive Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen im gesamten Bienenstand. Eine Sanierung über das Kunstschwarmverfahren ist unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich. Dies entscheidet das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt. Alle Bienenstände im Sperrbezirk sind durch amtlich bestellte Bienensachverständige untersuchen zu lassen. Nur wenn diese Untersuchungen negativ verlaufen und die Krankheit in den betroffenen Bienenvölkern erfolgreich getilgt wurde, kann der Sperrbezirk aufgelöst werden.

Ein Verbringen von Bienen aus oder in den Sperrbezirk ist verboten. Es ist daher generell Pflicht, dass jedes Verbringen von Bienen an einen neuen Standort vorher im Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt anzuzeigen ist. Die Amerikanische Faulbrut ist für den Menschen nicht gefährlich. Honig kann selbst von erkrankten Völkern unbedenklich verzehrt werden. Im vergangenen Jahr wurde die Faulbrut insgesamt vier Mal nachgewiesen. 2015 gab es nur ein Fall, 2014 sieben Fälle, 2013 vier und 2012 keinen Fall. Im Landkreis sind derzeit 810 Imker mit 913 Bienenstandorten registriert.

Sperrbezirk Großhartmannsdorf

  • folgender Ortsteil der Gemeinde Großhartmannsdorf: Großhartmannsdorf

  • folgender Ortsteil der Gemeinde Mulda: Helbigsdorf

  • folgender Ortsteil der Gemeinde Lichtenberg: Müdisdorf

  • sowie der Freiwald südlich der Freistraße in Brand-Erbisdorf (Mönchenfrei)

Sperrbezirk Hetzdorf

  • folgende Ortsteile der Gemeinde Halsbrücke: Niederschöna, Hetzdorf, Oberschaar, Haida, Erlicht

  • folgende Ortsteile der Gemeinde Reinsberg: Dittmannsdorf, Steinbach

  • folgender Ortsteil der Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf: Naundorf.

Sperrbezirk Milkau

  • folgende Ortsteile der Gemeinde Erlau: Milkau, Niedercrossen, Neugepülzig, Naundorf, Sachsendorf, Theesdorf

  • folgende Ortsteile der Gemeinde Seelitz: Zetteritz, Gröbschütz, Städten, Zschauitz

  • folgender Ortsteil der Stadt Geringswalde: Arras.