Frist für Sanierung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben läuft

19.05.2014

Die Frist zur Sanierung von Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben, die nicht dem Stand der Technik entsprechen, endet am 31. Dezember 2015.

Abwasser darf ab 1. Januar 2016 nur in ein Gewässer (Grundwasser oder Oberflächengewässer) eingeleitet werden, wenn eine Reinigung nach dem Stand der Technik erfolgt. Wasserrechtliche Erlaubnisse für Einleitungen aus Kleinkläranlagen, die nicht dem gesetzlich geforderten Stand der Technik entsprechen, erlöschen kraft Gesetzes nach Ablauf des 31. Dezember 2015. Für eine dezentrale Abwasserentsorgung besteht unter anderem die Möglichkeit einer Nachrüstung oder eines Neubaus der Anlage. Auch eine Gruppenlösung kann gefunden werden, für die sich maximal 50 Grundstückseigentümer zusammenschließen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, alle häuslichen Abwässer in einer abflusslosen Grube zu sammeln.

Arten von Gewässerbenutzungen
Eine Erlaubnis durch die untere Wasserbehörde ist notwendig, sofern das gereinigte Abwasser entweder in ein oberirdisches Gewässer eingeleitet oder aber in den Untergrund versickern soll. Soll in einen Kanal eingeleitet werden, so ist der Kanaleigentümer zu fragen. Soll in die Straßenentwässerungsanlagen eingeleitet werden, weil keine andere Alternative besteht, so ist der Straßenbaulastträger der Ansprechpartner (Gemeindestraße - Bauamt Gemeindeverwaltung; Kreisstraße - Abteilung Straßen, Landkreis Mittelsachsen; Staats- und Bundesstraße - Landesamt für Straßenbau und Verkehr). Bei einer abflusslosen Grube ist die untere Wasserbehörde nur zu beteiligen, wenn in einem Trinkwasserschutzgebiet, festgesetztem Überschwemmungsgebiet oder im Gewässerrandstreifen (innerorts fünf Meter, außerorts zehn Meter) gebaut werden soll. Bei einer Direkteinleitung in ein oberirdisches Gewässer ist neben der Erlaubnis für die Einleitung von gereinigtem Abwasser ebenfalls eine wasserrechtliche Genehmigung für das Einleitbauwerk nötig. Die bauliche Gestaltung kann dabei dem Merkblatt für die „wasserbauliche Gestaltung von Einleitstellen“ auf den Internetseiten des Landratsamtes entnommen werden. Bei einer Versickerung des gereinigten Abwassers in den Untergrund bedarf es neben der Erlaubnis keiner Genehmigung für das Einleitbauwerk. Für diese Art der Einleitung ist allerdings ein Versickerungsgutachten dem Erlaubnisantrag beizufügen, welches Aussagen über die Sickerfähigkeit des Untergrundes liefert. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Abwasser nicht in die Anlage zurückstaut und so Schäden verursacht. Bei der Versickerung selbst gibt es hierbei auch verschiedene Möglichkeiten. Von Sickermulden über -stränge zu Blockversickerung und Sickerschächten gibt es hier diverse Alternativen, je nach Flächenangebot und Möglichkeit.

Weitere Informationen zum Thema Kleinkläranlage und Erlaubnis sind in einer der  folgenden Ausgaben des Mittelsachsenkuriers geplant.

Kontakt:
Abteilung Umwelt, Forst und Landwirtschaft
Referat Wasser
Tel. 03731 799-4174
Internet Referat Wasser