Gesundheitsamt: Schutzimpfungen sind mehr denn je ein aktuelles Thema

24.04.2014

Im Jahr 2013 sind im Landkreis Mittelsachsen 27 Masernerkrankungen aufgetreten. Die Altersspanne der Erkrankten reichte von fünf Monaten bis 34 Jahren. Keiner der Betroffenen hatte jemals eine Masernschutzimpfung erhalten. Die Masernerkrankung gehört zu den ansteckendsten Erkrankungen, die nur beim Menschen vorkommt.

Sie wird durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen oder durch direkten Kontakt mit Erkrankten übertragen. Krankheitszeichen können hohes Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung sein. Nach drei bis vier Tagen zeigt sich ein grobfleckiger Hautausschlag, der typischerweise hinter den Ohren beginnt und sich innerhalb von 24 Stunden über den Körper ausbreitet. An der Wangenschleimhaut können weißliche, ein bis zwei Millimeter große, sogenannte Koplik-Flecken sichtbar werden. Als Komplikationen können Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder die in zirka 30 Prozent tödlich verlaufende oder zu bleibender Behinderung führende Hirnentzündung (Enzephalitis) auftreten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ist das Risiko schwer verlaufender Komplikationen bei Kindern unter 5 Jahren und bei Erwachsenen über 20 Jahren am höchsten. Auch der Anteil der Erkrankten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist gestiegen. Von den an Masern Erkrankten  wurden von den unter 2-Jährigen zirka 30 Prozent, von den 2- bis 19-Jährigen zirka 15 Prozent, von den 20- bis 24-Jährigen zirka 43 Prozent und von den 25- bis 39-Jährigen zirka 52 Prozent im Krankenhaus behandelt. Seit 2006 ereignen sich in Deutschland alle 2 bis 3 Jahre größere Masern- Ausbrüche. Die Daten des Robert-Koch- Instituts belegen, dass in Deutschland Ausbrüche auf eine zu hohe Zahl an Ungeimpften zurückzuführen sind.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO musste ihr Ziel, die Masern aus Europa zu eliminieren, schon mehrfach verschieben. Nach 2007 und 2010 wird nun das Jahr 2015 avisiert. Im Vergleich zu 2010 wurde 2011 ein Anstieg der Masernerkrankungen in 24 europäischen Ländern beobach-tet. So wurden europaweit im Jahr 2011 mehr als 30 000 Masernfälle, darunter acht mit der Maserner-krankung im Zusammenhang stehende Todesfälle registriert.

Impfung schützt vor Ansteckung und Ausbreitung

Die Zunahme der Anzahl der Erkrankungen, denen man durch Impfungen rechtzeitig vorbeugen kann, bestätigt die Wichtigkeit eines ausreichenden Impfschutzes. Schutzimpfungen gegen übertragbare Krankheiten schützen den Einzelnen vor Ansteckung und Erkrankung und die Allgemein-heit vor der Ausbreitung einer Krankheit. Geimpfte Personen bauen gegen die betreffende Krankheit einen Immunschutz auf und erkranken in der Regel nicht. Die Infektionskette von Mensch zu Mensch wird unterbrochen. Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten und sichersten Vorsorgemaßnahmen der Krankheitsverhütung. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich und unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen werden nur in seltenen Fällen beobachtet.

Die Sächsische Impfkommission trifft ihre Impfempfehlungen auf der Grundlage der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert- Koch-Institut unter Berücksichtigung der epidemiologischen und historischen Besonderheiten im Freistaat Sachsen. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt eine Masernimpfung in Kombination mit einer Mumps- und Röteln-Impfung (MMR): die erste Impfung ab dem 13. Lebensmonat, die zweite Impfung ab dem 6. Lebensjahr. Es gibt keine Altersbegrenzung für die Masern-Impfung. Es sollten alle empfänglichen Personen geimpft werden. Als empfänglich gelten alle ungeimpften Personen jünger als Geburtsjahrgang 1958 ohne immunologisch nachgewiesene überstandene Erkrankung. Es ist eine zweimalige Impfung erforderlich (Mindestabstand 4 Wochen) oder eine einmalige Impfung mit Immunitätsnachweis; vorzugsweise sollte Mumps-Masern-Röteln- Impfstoff verwendet werden.

Weitere empfohlene Schutzimpfungen sind auf der Homepage der Sächsischen Landesärztekammer unterwww.slaek.de/60infos/infospatient/36impfen/index.html abrufbar und können mit dem eigenen Impfstatus laut Impfausweis oder mit dem behandelnden Hausarzt abgeglichen werden. Das Gesundheitsamt empfiehlt, den Impfschutz zu überprüfen und versäumte Impfungen frühestmöglich nachzuholen.

Masern-Impftermine im Gesundheitsamt

Servicestelle Freiberg, Frauensteiner Str. 43:
7. Mai 2014 von 09:00 bis 13:00 Uhr
15. Mai 2014 von 15:30 bis 17:00 Uhr

Gesundheitsamt Mittweida, Am Landratsamt 3, Haus F:
06. Mai 2014 von 16:00 bis 18:00 Uhr
13. Mai 2014 von 13:00 bis 15:00 Uhr
15. Mai 2014 von 14:30 bis 16:00 Uhr, von 17:00 bis 18:00 Uhr

Interessenten melden sich bitte telefonisch im Gesundheitsamt unter 03731 799-6498 zur Terminvereinbarung an.

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