Grüner Ausbildungscampus

15.09.2026

Mehr als fünf Millionen Euro fließen in die Modernisierung des Bildungsstandortes in Freiberg-Zug. Fachschulzentrum und Berufliches Schulzentrum nutzen nun Räume und Ausstattung gemeinsam.

Der Bildungsstandort in Freiberg-Zug hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen investierte der Landkreis Mittelsachsen mehr als fünf Millionen Euro in die Modernisierung der Schulgebäude und des Wohnheims. Neben den rund 90 Schülerinnen und Schülern des Fachschulzentrums werden dort auch rund 370 Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Schulzentrums für Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft Freiberg mit Fachschulzentrum Freiberg-Zug in verschiedenen Berufen sowie Klassen der Berufsvorbereitung  unterrichtet. Der Standort Bergstiftsgasse konnte dadurch, bis auf die weitere Nutzung der Turnhalle, aufgegeben werden. Beide Einrichtungen können dadurch Räume und Ausstattung gemeinsam nutzen. Dazu gehören unter anderem die Außenbereiche wie der Schulgarten und die Lehrküche.

„Mit den Investitionen setzen wir ein deutliches Signal für die Zukunft der Grünen Berufe und sichern langfristig eine wohnortnahe Ausbildung. Ich bin dem Kreistag sehr dankbar, dass er diese Entwicklung mit seinen Beschlüssen unterstützt hat“, erklärt Landrat Sven Krüger.

Die Häuser A bis D des Schulkomplexes wurden schrittweise modernisiert. Besonders umfangreich waren die Arbeiten im Haus A. Die Raumstruktur wurde neu geordnet, zusätzliche Unterrichtsräume entstanden und der Eingangsbereich wurde großzügig neugestaltet. Viel Glas, helle Räume sowie ein modernes Leit- und Farbsystem greifen die Ausrichtung auf die Grünen Berufe auf. Bestehende Gebäudeteile und neue Elemente wurden dabei miteinander verbunden.

Auch die Flure und Foyers erhielten eine neue Funktion. Sie dienen nun als Präsentationsflächen, unter anderem für wechselnde und jahreszeitliche Ausstellungen. Im ersten Obergeschoss, das früher durch das Landwirtschaftsamt genutzt wurde, befinden sich heute Klassenräume.

Der Zugang zum Erdgeschoss wurde barrierefrei gestaltet. Außerdem wurde die Terrasse, die zum Speisesaal gehört, um rund 20 Zentimeter angehoben. Im Saal wurden die Elektroanlage und die Sicherheitstechnik erneuert. Nötig waren auch Anpassung des Brandschutzes an die heutigen Anforderungen, unter anderem mit dem Bau einer neuen Fluchttreppe und der Neugestaltung des zweiten Eingangs.

Zum Campus gehört außerdem ein modernisiertes Wohnheim mit 42 Zimmern. Es wird seit diesem Schuljahr von der Landkreis Mittelsachsen Servicegesellschaft mbH betrieben. Das Wohnheim steht volljährigen Schülerinnen und Schülern der Fachschule sowie volljährigen Auszubildenden des Beruflichen Schulzentrums zur Verfügung. Angeboten werden Einzel- und Doppelzimmer mit eigenem Bad, Dusche, Waschbecken und WC. 

In ihrer Freizeit können die Bewohnerinnen und Bewohner unter anderem einen Beachvolleyballplatz, eine Outdoor-Tischtennisplatte und eine Grillecke nutzen. 

„In diesem Jahr wurden weitere Baumaßnahmen umgesetzt, die die Bedingungen am Standort verbessern. Dazu gehört auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Wohnheims, die künftig den Strombedarf am Standort decken soll“, erklärt der Erste Beigeordnete Dr. Christoph Trumpp.

In den kommenden Jahren sind weitere Sanierungsmaßnahmen geplant. Diese betreffen die Erneuerung der Dächer und Fenster in den Häusern A und B sowie die umfassende Neugestaltung der Außenanlagen. Auf der Agenda stehen die Erneuerung der Zaunanlage und der Tore, die Schulhofgestaltung, die Umgestaltung der Zufahrt und Parkflächen sowie die Instandsetzung der Außensportanlagen. Rund 1,3 Millionen Euro sind dafür aus Mitteln des Sachsenfonds veranschlagt.

Beratung für 14 Grüne Berufe

Am BSZ arbeiten außerdem zwei Bildungsberaterinnen und Bildungsberater. Sie betreuen im Landkreis Mittelsachsen die Ausbildung in insgesamt 14 Grünen Berufen. Zu ihren Aufgaben gehören die Beratung der Auszubildenden, Erziehungsberechtigten und Ausbildungsbetrieben sowie die Überwachung der betrieblichen Ausbildung.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Prüfungsmanagement. Die Bildungsberater organisieren die Arbeit der Prüfungsausschüsse, prüfen die Zulassungsvoraussetzungen, bereiten Prüfungen und Zeugnisausgaben vor und begleiten deren Durchführung. Darüber hinaus sichern sie die Qualität der Ausbildung, bieten Schulungstage für Auszubildende und Ausbilder an und unterstützen berufliche Wettbewerbe. Dabei arbeiten sie unter anderem mit beruflichen Schulen, der Berufsberatung, den Jobcentern und der Gewerbeaufsicht zusammen.

Zum Stand 21. Oktober 2025 betreuten die Bildungsberater 339 Ausbildungsverhältnisse sowie weitere Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in rund 340 Betrieben und freien Bildungseinrichtungen. Besonders stark ist der Landkreis bei den Berufen Landwirt beziehungsweise Landwirtin, Tierwirt beziehungsweise Tierwirtin in der Fachrichtung Rinderhaltung, Fachkraft Agrarservice sowie Fachpraktiker beziehungsweise Fachpraktikerin Hauswirtschaft vertreten. In diesen Berufen weist Mittelsachsen sachsenweit die höchste Zahl an Ausbildungsverhältnissen auf.

Im kommenden Jahr begeht das Fachschulzentrum der grünen Berufe sein 150-jähriges Bestehen.

Landrat Sven Krüger, Gabriele Hauptmann (Leiterin des BSZ), Dr. Christoph Trumpp (Erster Beigeordneter) und Maik Gebauer (stellv. Leiter FSZ) vor Kuh Fabrizia im Eingangsbereich.