Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsrisse

18.05.2016

Vor einem knappen Jahr wurde das Fördergebiet zum präventiven Herdenschutz gegen Wolfsübergriffe auf den gesamten Freistaat Sachsen erweitert. Das heißt, dass seitdem alle Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern im gesamten Freistaat Fördermittel zur Sicherung ihrer Nutztiere beantragen können − unter anderem Teile des Landkreises Mittelsachsen waren bereits seit 2011 in der Förderkulisse.

Die Tierhalter im neu dazugekommenen Fördergebiet hatten ein Jahr Zeit, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Mit Ablauf dieser Frist am 9. Februar 2016 gilt nun überall in Sachsen: Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild haben nur dann Anspruch auf Schadensausgleich, wenn bei einem Nutztierriss durch einen Wolf der vorgeschriebene Mindestschutz vorhanden war. Entschädigung von nicht oder unzureichend geschützten Nutztieren wird nicht mehr geleistet.

Vorgeschriebener Mindestschutz

Als Mindestschutz gelten weiterhin mindestens 90 Zentimeter hohe, stromführende Elektrozäune (Stromnetze, Litzenzäune mit mindestens fünf Litzen) oder 120 Zentimeter hohe, feste Koppeln aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material, mit festem Bodenabschluss.

Schadensmeldung

Die Meldung eines Nutztierschadens soll durch den Tierhalter möglichst innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt unter Telefon 03731 799-4013 oder -4050 erfolgen. Schaf- und Ziegenhalter sowie Betreiber von Wildgattern haben weiterhin die Möglichkeit, sich im Rahmen der Förderrichtlinie „Natürliches Erbe“ Herdenschutzmaßnahmen gegen Wolfsangriffe fördern zu lassen (Anschaffung von Elektrozäunen, Flatterband und Herdenschutzhunden, Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern). Der Fördersatz liegt bei 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben (vom Netto).

Weiterer Ansprechpartner zum Thema Herdenschutz und Fördermöglichkeiten 

Seit dem 1. März 2016 steht den Tierhaltern in Sachsen neben dem bisherigen Sachbearbeiter für Präventionsberatung gegen Wolfsübergriffe auf Nutztiere, André Klingenberger, ein weiterer Ansprechpartner zur Verfügung. Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) hat für zwei Jahre Ulrich Klausnitzer mit der Beratung von Tierhaltern bezüglich Herdenschutz beauftragt. Klausnitzer ist Diplom-Agraringenieur und Inhaber des Fachbüros für Naturschutz und Landschafts-ökologie in Roßwein, Ortsteil Haßlau. Tierhalter in Mittelsachsen, die Fragen zum Herdenschutz beziehungsweise zur Förderung von präventiven Schutzmaßnahmen haben oder Hilfe bei der Antragstellung brauchen, können sich an ihn wenden. Mehr Informationen zu den Förderrichtlinien, den Antragsformularen und zum Herdenschutz sind außerdem im Internet unter 

zu finden.

Kontakt:
Ulrich Klausnitzer
Telefon 0151 50551465  
E-Mail herdenschutz@klausnitzer.org