Jugendamt setzt auf Prävention

19.12.2025

Im Rahmen des Jahrespressegesprächs informierte der Zweite Beigeordnete Jörg Höllmüller über das Thema Kinderschutz.

Er leitet den Geschäftskreis Soziales und Ordnung im Landratsamt, dazu gehört das Jugendamt. Für den Kinderschutz ist das Jugendamt rund um die Uhr tätig und unter der Telefonnummer 03731 799-6500 zu erreichen. „Insbesondere Fachkräfte, aber auch immer mehr Bürgerinnen und Bürger sind sensibilisiert und machen das Jugendamt auf Gefährdungsmomente aufmerksam. Jedem Hinweis wird nachgegangen“, sagte Höllmüller. Zwischen dem 1. November 2024 und dem 31. Oktober 2025 sind insgesamt 310 Meldungen eingegangen. „Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vergleichszeitraum 2023/24 um knapp 40 Meldungen. Aber das betont ja nur die zunehmende Sensibilisierung“, ordnete er ein. In etwa ein Drittel der Fälle sei eine Inobhutnahme erforderlich. Dabei handelt es sich um eine befristete Maßnahme zum Schutz von Kindern oder Jugendlichen in einer akuten Krise oder Gefahrensituation. „Durch eine vorübergehende Unterbringung, beispielsweise in einer Inobhutnahme- oder einer Bereitschaftspflegestelle, wird sichergestellt, dass Kinder und Jugendliche versorgt und sicher sind“, so Jörg Höllmüller. Kinder und Jugendliche können sich auch selbst beim Jugendamt melden und um Inobhutnahme bitten.

Doch die Abteilung Jugend und Familie setzt vor allem auf Prävention, um etwaige Problemlagen gegebenenfalls frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. „Werdende Eltern und junge Familien stehen vor großen Herausforderungen. Hier setzen die sogenannten Frühen Hilfen als wichtige Unterstützungsangebote für alle Eltern an“, erläuterte der Zweite Beigeordnete. Familien mit Kindern unter einem Jahr bekommen Unterstützung von Familienhebammen sowie Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen. 13 Fachkräfte konnten in diesem Jahr 53 Familien begleiten. Alleinerziehende erhalten Unterstützung von den drei Familienlotsen der Abteilung Jugend und Familie. „Sie bieten eine allgemeine Beratung telefonisch, persönlich, in der Geburtsklinik, in Städten und Gemeinden sowie als aufsuchende Arbeit im häuslichen Umfeld an“, erklärte Jörg Höllmüller. Zudem laufen 18 aktive Partnerschaften der ehrenamtlichen Familienpaten für Familien mit Kindern bis zum Alter von drei Jahren. 55 geschulte Paten stehen insgesamt zur Verfügung. Weitere Paten werden gesucht. Daher wurde das Projekt am 18. Dezember auf dem Freiberger Weihnachtsmarkt zwischen 10:00 und 20:00 Uhr vorgestellt. Außerdem werden ehrenamtliche Vormünder und weitere Pflegefamilien gesucht.