Katastrophenschutzübung am Samstag in Mittweida

19.10.2017

Der Landkreis probt gemeinsam mit fünf Kliniken und mehreren Hilfsorganisationen am Samstag den Umgang mit einer Vielzahl von Verletzten. Es wird angenommen, dass es eine Gasexplosion mit über 100 Verletzten in Mittweida gegeben hat. Diese müssen auf die umliegenden Krankenhäuser in Mittweida, Leisnig, Döbeln, Freiberg und Hartmannsdorf verteilt werden, die jeweils zwischen 15 und 20 Patienten aufnehmen.

„Die Häuser haben Alarmpläne, die in einem solchen Fall greifen. Deren Umsetzung ist Gegenstand der Übung“, erklärt Jana Lützner, Leiterin des Referates Brandschutz, Rettungsdienst, Katastrophenschutz im Landratsamt. „Mit Blick auf die konzeptionellen Orientierungen des Bundes im Bereich des Zivilschutzes und medizinischer Fachgremien sind wir gerade im Begriff unsere Pläne entsprechend neu zu modulieren. Am Samstag werden wir uns auf die Abläufe in der Notaufnahme konzentrieren“, so der Verwaltungsleiter der Klinikum Döbeln GmbH Martin Preißer.

Nach Angaben von Jana Lützner gibt es mehrere Kategorien an Patienten – von leicht bis schwerstverletzt, sogenannte Sichtungskategorien. Danach erfolge auch die Verteilung an die Häuser. „Wir begrüßen die Durchführung der Katastrophenschutzübung in unserem Haus sehr. Als erste Anlaufstelle für Schwerstverletzte bei Großschadensereignissen in der Umgebung tragen wir eine große Verantwortung für die Region“, so der Geschäftsführer der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH Florian Claus.

Im Vorfeld gab es einen Aufruf, um die notwendige Zahl an Statisten zu erreichen. Im Landratsamt in Mittweida werden diese am Morgen geschminkt und erhalten Instruktionen für ihr jeweiliges Verletzungsbild. Um die Situation realistisch darzustellen, sollen die ehrenamtlichen Statisten sich entsprechend ihrer Verletzungen verhalten, wie beispielsweise vom Klagen bis hin zum Schreien vor Schmerzen. Mit dem Rettungswagen geht es von dort aus in eine der fünf Klinken.

„Durch jährliche Übungen und Fortbildungen halten wir uns fit für den Ernstfall. Das Szenario des Landkreises ist eine große Chance unter verschärften Bedingungen zu trainieren“, erklärt Dr. René Schwarz, Ärztlicher Direktor der Helios Kliniken in Leisnig. Ergänzend äußert sich der Geschäftsführer des Diakoniekrankenhauses Chemnitzer Land gGmbH Stephan Lazarides: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienstgruppen werden mit Anforderungen eines Extremfalls konfrontiert. Eine solche Übung zeigt auch Verbesserungspotential auf.“

Für das Kreiskrankenhaus Freiberg ist es nicht die erste Übung in diesem Jahr. Im Juni probten die Beschäftigten die Teilräumung einer Station im Brandfall. „Im  Mittelpunkt stehen die räumliche und personelle Koordination im Falle eines relativ schnellen Auftreffens mehrerer unterschiedlich stark verletzter Patienten. Erkenntnisse aus vorangegangenen Übungen, wie die Kenntlichmachung der Entscheidungsträger sollen ebensfalls erprobt werden“, erklärt der Geschäftsführer der Vereinigten Gesundheitseinrichtungen Mittelsachsen gGmbH Stefan Todtwalusch.

Mit in das Szenario involviert ist das Kreisauskunftsbüro des Deutschen Roten Kreuzes, an das sich die Bürger wenden können, um zu wissen wo ihre Angehörigen einliefert worden sind. An dieser Stelle bittet Jana Lützner die Anwohner rund um den Standort „Am Landratsamt 3“ in Mittweida um Verständnis: „Es ist eine Übung unter realen Bedingungen, daher werden die Fahrzeuge mit Sondersignal fahren. Etwas vergleichbares gab es bisher nicht.“ Rund 350 bis 400 Personen sind am Samstag in die Probe involviert.