Keine Grünschnittablage im Uferbereich

12.05.2017

Anfallende pflanzliche Abfälle, die auf dem Ufer- oder Gewässerrandstreifen von Fließgewässern abgelagert werden, beeinträchtigen die ökologischen Funktionen.

Mit dem Frühjahr beginnt die Pflege der Gärten. Dazu gehört auch das Mähen der Grünflächen. Die untere Wasserbehörde des Landratsamtes stellt dabei jedes Jahr fest, dass vielerorts die anfallenden pflanzlichen Abfälle wie Rasenschnitt, Gehölzschnitt und dergleichen auf dem Ufer- oder Gewässerrandstreifen  abgelagert werden. Diese Ablagerungen sind verboten, denn sie beeinträchtigen die ökologischen Funktionen der Gewässer, zu denen neben dem reinen Gewässerlauf auch die Ufer- und Gewässerrandstreifen gehören. Sie verstoßen gegen das Sächsische Wassergesetz, das Wasserhaushaltsgesetz sowie gegen naturschutz- und abfallrechtliche Schutzvorschriften.

Auswirkungen der Grünschnittablage in Gewässernähe

Ablagerungen innerhalb des Ufers und des Gewässerrandstreifens beinhalten stets die Gefahr, abgeschwemmt zu werden und können dann zu Verstopfungen an Durchlässen und Verrohrungen führen. Überschreiten die Ablagerungen eine bestimmte Mächtigkeit (bei pflanzlichen Abfällen können bereits wenige Zentimeter genügen), wird die natürliche Verrottung durch einsetzende Gärung behindert, ähnlich wie in einem Gärfuttersilo. Die aus der zudem oft stinkenden Masse austretenden sauren Sickersäfte führen im Gewässer zur Sauerstoffzehrung, „Verpilzung“, Faulschlammbildung, Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) und Beeinträchtigung der Tierwelt im Gewässer (zum Beispiel im Extremfall zu einem Fischsterben). Letztlich verdrängen die Ablagerungen auch die natürliche Ufervegetation und fördern stattdessen Stickstoff liebende Pflanzen wie Brennnesseln und Neophyten (eingeschleppte Pflanzen) wie das Drüsige Springkraut oder den Japanischen Staudenknöterich. Da die Wurzeln dieser Arten den Boden nicht genug stabilisieren, kann es bei Hochwasser leicht zu Uferabbrüchen und damit zu unerwarteten Gefahrenlagen für Unterlieger kommen.

Die untere Wasserbehörde des Landratsamtes Mittelsachsen fordert daher alle betroffenen Bürger auf, die Ablagerung von pflanzlichen Abfällen sowie anderer Materialien an Gewässern zu unterlassen und diese ordnungsgemäß zu verwerten oder zu entsorgen.