Koordinatoren haben Arbeit aufgenommen

06.03.2017

Im Bereich Integration sind in den vergangenen Wochen gleich mehrere Projekte gestartet. Neben Bildungskoordinatoren gibt es kommunale Integrationskoordinatoren und eine Servicestelle für Sprach- und Integrationsmittler und Gemeindedolmetscherdienste.

„Wir haben uns hier erfolgreich um Fördermittel des Landes bzw. Bundes bemüht und hoffen nachhaltige Strukturen zu schaffen,“ erklärt Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl. Die Maßnahmen haben unterschiedliche Laufzeiten von einem Jahr bei den Integrationskoordinatoren und dem Gemeindedolmetscherdienst bis zu zwei Jahre bei den Bildungskoordinatoren. „Schon sicher ist, dass wir Ende des Jahres einen Antrag auf Fortsetzung der einjährigen Projekte stellen werden“, so Steinert weiter.

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere Stelle, die Mittler ist zwischen den Koordinatoren vor Ort und der Verwaltung. Somit gibt es im Landratsamt elf Stellen, die sich mit dem Thema Integration auseinandersetzen und diesen Prozess unterstützend begleiten. Drei Stellen sind noch unbesetzt, entsprechende Gespräche laufen.

Mit Beginn des Jahres nahmen Jennifer Diehl und Yvonne Mahler ihre Arbeit als Bildungskoordinatoren auf. Ihre Aufgabe ist der Aufbau eines Informationsnetzwerkes der Bildungsakteure oder die Sicherstellung von Transparenz über Anbieter und Angebote vor Ort. „Wir schaffen uns derzeit noch einen Überblick, aber die Palette der Bildungsmöglichkeiten ist groß und umfasst nicht nur die klassischen Sprachkurse“, so Jennifer Diehl. Auch für Analphabeten gibt es beispielsweise Angebote. Außerdem wurde in den vergangenen Wochen durch die beiden Koordinatoren der Start einer speziellen App für Ausländer mit zahlreichen Adressen und Ansprechpartnern vorbereitet, die wahrscheinlich bis zum zweiten Quartal freigeschaltet und dann öffentlich vorgestellt wird. „Sie verfügt über Mehrsprachigkeit und kann auch offline genutzt werden. Der Vertrag mit einem Anbieter ist unterzeichnet“, berichtet Yvonne Mahler.

Benedikt Pfohl ist einer von acht geplanten kommunalen Integrationskoordinatoren. Sie sitzen in Freiberg, Rossau, Flöha und Döbeln. Steinert: „Sie sind somit für die Kommunen schnell greifbar und können sich in die lokalen Strukturen gut einarbeiten.“ Fünf nahmen ihre Tätigkeit zum 1. Februar auf. „Wir unterstützen bei der Dokumentation von Informationsbedarfen und Angeboten in den Kommunen und arbeiten aber auch mit anderen Institutionen wie Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder den Trägern der freien Wohlfahrtspflege eng zusammen“, so Benedikt Pfohl, er ist zuständig für den Bereich Döbeln. „Wir haben bzw. werden noch den Kontakt zu den örtlichen Bürgermeistern suchen“, kündigt er an.

Ebenfalls am 1. Februar nahm die Servicestelle für Sprach- und Integrationsmittler und Gemeindedolmetscherdienste ihre Arbeit auf. Projektträger ist der Verein BE-GREIFEN aus Leisnig. Dieser hatte sich erfolgreich bei einem Interessensbekundungsverfahren gemeldet. „Eine Aufgabe ist beispielsweise einen Vermittlungspool aufzubauen, um hier schnell bei Bedarf zu handeln“, so Steinert.

Landrat Matthias Damm betont, dass trotz gesunkener Zuweisungszahlen die Stellen wichtig sind. „Integration ist ein Prozess, vor dem wir uns als Landkreis nicht verschließen können und den wir mit den neuen Stellen aktiv begleiten und unterstützen werden, auch wenn wir gesetzlich reine Unterbringungsbehörde sind.“ Er plädiert weiter für ein einheitliche Verantwortlichkeit, zum Beispiel in Form eines Integrationsamtes, auf Landes- oder Bundesebene.

Asylzahlen:

Ende Januar waren durch den Landkreis 1 959 Asylsuchende in Gemeinschaftsunterkünften, Wohnprojekten oder Wohnungen untergebracht. Hinzukommen 426 Personen, die zwar einen anerkannten Aufenthaltstitel haben, aber noch in einem Objekt des Landkreises leben. Mit dem Status könnten sie sich eine Wohnung innerhalb des Freistaates suchen. Aber solange diese noch nicht gefunden sind, leben sie in der Regel in den Einrichtungen des Kreises. Im Februar wurden dem Kreis 51 Personen zugewiesen.