Landkreis beteiligt sich an sachsenweiter Übung zur Afrikanischen Schweinepest

03.12.2019

Im Landkreis Mittelsachsen kam gestern der Tierseuchenkrisenstab zusammen. Anlass ist eine sachsenweite Übung zum Umgang mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP). „Sie ist für den Menschen ungefährlich“, betont Amtstierarzt Dr. Markus Richter vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt.

Im angenommen Szenario wurde bei acht tot aufgefundenen Wildschweinen in Sachsen diese Krankheit nachgewiesen. In dessen Folge werden in Abstimmung zwischen dem Freistaat und den betroffenen Landkreisen mehrere Sicherheitszonen gebildet. Im rund zehn Kilometer Radius um den Fundort wird das sogenannte gefährdete Gebiet gebildet. Dort gelten strenge Vorgaben für Schweinehalter und Jäger. Schweine dürfen nicht mehr in diese Zone verbracht werden. Außerdem müssen verendete Schweine unverzüglich angezeigt und zur Untersuchung gebracht werden. Außerdem bildet man Pufferzonen gebildet, in denen abgeschwächte Regeln gelten.

„Unsere Aufgabe ist es zunächst, die vom Landestierseuchenbekämpfungszentrum erlassene Allgemeinverfügungen zum Aufbau der Sicherheitszonen umzusetzen“, so Richter vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt. Außerdem müssten das Aufstellen von Warnschildern sowie eine umfassende Information der betroffenen Tierhalter organisiert werden. Dies erfolgt in enger Verknüpfung mit dem Verwaltungsstab, der im Katastrophenfall zusammenkommt. Aus Anlass der Übung baute die Behörde einen Kadaversammelpunkt auf, an den die toten Wildschweine im Falle des Falls verbracht werden sollen. Von dort aus würden sie an die Tierkörperbeseitigungsanstalt gehen. Richter: „Im eigentlichen Notfall würde es flächendeckend solche Kadaversammelpunkte geben. Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hätte große Auswirkungen auf Mittelsachsen.“ In Sachsen gibt es rund 650 000 Hausschweine, davon 130 000 im Landkreis.

Das Virus ist sehr langlebig und hält sich bei Zimmertemperatur beispielsweise gut vier Monate, im blutverseuchten Erdboden 205 Tage, im gekühlten Schlachtkörper sieben Monate, in Schinken bis zu 399 Tage. „Bei der Verarbeitung von Fleisch und Fleischprodukten wird es erst bei einer erzielten Kerntemperatur von 69 Grad inaktiviert“, erklärt die Veterinärmedizinerin Dr. Anke Kunze vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt. Vor diesem Hintergrund appelliert sie, Fleisch- und Wurstreste, wenn überhaupt, nur in geschlossene Behältnisse wegzuwerfen. Denn das Virus der ASP kann außer über Blut und Sperma auch über die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie durch schweineblutkontaminierte Gegenstände von Tier zu Tier übertragen werden. Bei einer Infektion tritt meist der Tod der Tiere nach zwei bis zehn Tagen ein. Symptome einer Infektion sind beispielsweise Fieber, Blutungen und Appetitverlust. „Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich nicht von denen der Klassischen Schweinepest. Deshalb sind die Probenentnahmen im Wild- und Hausschweinbestand so wichtig. Denn nur mithilfe der Labordiagnostik lässt sich die ASP zweifelsfrei feststellen beziehungsweise ausschließen“, erläutert Dr. Anke Kunze.

Auf der Internetseite des Landkreises ist dazu einen Fragen-Antwort-Katalog zur ASP eingestellt.

Am Montagmittag sind zudem zwei Veterinärmedizinerinnen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am Standort Mittweida eingetroffen. „Sie waren nicht nur zum Beobachten der Übung da, sondern sie haben sich über unsere bereits getroffenen Vorkehrungen informiert und ließen sich über Abläufe in Kenntnis setzen. Denn Fakt ist: Bricht die ASP aus, kann sie sich zu einem bundesweiten Problem ausweiten“, so der zweite Beigeordnete und Leiter des Verwaltungsstabes Jörg Höllmüller. Er befürwortete deshalb den länderübergreifenden Erfahrungsaustausch.

In der Roten Tonne werden verendete Wildschweine gesammelt. Foto: Andrea Funke

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