Landkreis sucht dringend Pflegeeltern

25.01.2016

Kinder möchten in einer Familie aufwachsen, in der sie sich sicher und geborgen fühlen können. Dennoch gibt es Situationen, in denen die leiblichen Eltern dies nicht sicherstellen können. In solchen Situationen braucht es Pflegefamilien, die der Landkreis sucht.

Pflegefamilien sind unverzichtbar und wichtig, wenn Eltern kurz- oder längerfristig nicht in der Lage sind, die Erziehung und Betreuung ihres Kindes zu gewährleisten und auch keine Möglichkeiten innerfamiliärer oder nachbarschaftlicher Hilfe und Unterstützung verfügbar sind. „In einer solchen Situation ist viel Einfühlungsvermögen und Zuneigung gefragt“, erklärt Carmen Randhahn-Renner. Sie ist Leiterin des Referates Allgemeiner Sozialer Dienst im Landratsamt. Kinder möchten in einer Familie aufwachsen, in der sie sich durch Zuwendung, Liebe und Förderung sicher und geborgen fühlen können. Dennoch gibt es Situationen, in denen die leiblichen Eltern dies nicht sicherstellen können. In solchen Situationen braucht es Pflegefamilien.

Interessenten als Pflegeeltern werden in Gesprächen und Schulungen auf diese verantwortungsvolle und schöne Aufgabe vorbereitet und während der gesamten Dauer ihrer Einsatzbereitschaft sowie natürlich bei Belegung auch von den Mitarbeitern des Pflegekinderdienstes beim Allgemeinen Sozialen Dienst begleitet. Rund 200 Kinder werden im Landkreis jedes Jahr in Pflegefamilien betreut. Besonders wichtig sind auch Familien, die in einer Notsituation die Kinder sofort aufnehmen können (sogenannte Bereitschaftsfamilien). Nach Klärung der Perspektive gehen die Kinder dann entweder in ihre Herkunftsfamilien zurück oder wechseln in eine andere Pflegefamilie, die sich für längere Zeit oder auch dauerhaft den Kindern annehmen wollen und können.

Derzeit gibt es zwölf Bereitschaftsfamilien, von denen aktuell lediglich eine aufgrund der Belegungssituation tatsächlich verfügbar ist. „Wir sind an unsere Grenzen gekommen“, erklärt Randhahn-Renner. Heimunterbringung soll dennoch die Ausnahme bleiben, denn die Geborgenheit und Aufmerksamkeit in familiärer Atmosphäre ist besonders für kleine Kinder sehr wichtig. 2014 mussten die Mitarbeiter des Referates jedoch erstmals konstatieren, dass auch Kinder unter sechs Jahren mangels geeigneter Plätze in Familien in Einrichtungen untergebracht werden mussten. Bei Heranwachsenden ist es je nach Fall wieder anders. Hier kommt von den Problemlagen her häufig nur eine Unterbringung in einem Heim oder einer Wohngruppe mit entsprechend sozialpädagogischem Fachpersonal in Frage. „Ziel ist es immer, dass die Kinder wieder in ihre eigentlichen Familien zurückkehren“, erklärt die Referatsleiterin Randhahn-Renner, weshalb der Kontakt mit den leiblichen Eltern auch immer aufrechterhalten werden soll. Es gibt aber auch Fälle, wo sich im Einvernehmen von leiblichen Eltern und Pflegeeltern ein dauerhaftes Aufwachsen in der Pflegefamilie als die am kindeswohldienlichste Variante erweist.

Die Bewerber sollen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören:

Verständnis für das Kind, welches mit zwei Familiensystemen leben wird

  • Akzeptanz, Toleranz und Offenheit

  • Einfühlungsvermögen

  • Lust auf „Chaos“

  • Geduld, Zeit und Kraft

  • die Offenbarung persönlicher Daten, wie Gesundheit, Einkommens- und Lebensverhältnisse sowie

  • die Vorlage eines Führungszeugnisses

die Bereitschaft zu einer transparenten Zusammenarbeit mit der Abteilung Jugend und Familie und der Herkunftsfamilie des Kindes sowie zur aktiven Teilnahme an den Seminaren der Bewerbergruppenarbeit und Weiterbildungsveranstaltungen.

Interessierte können sich jederzeit an die beiden Ansprechpartner für die Adoptions- und Pflegekindervermittlung im Referat Allgemeiner Sozialer Dienst im Landratsamt wenden.

Kontakt:

Oliver Polink 
Tel. 03731 799-6210
E-Mail oliver.polink[at]landkreis-mittelsachsen.de

oder

Catrin Poppe
Tel. 03731 799-6265
E-Mail catrin.poppe[at]landkreis-mittelsachsen.de