Landrat Matthias Damm übergab Denkmalpreise

13.09.2015

Der Tag des offenen Denkmals lockte wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die gut 60 historischen Bauten und Stätten, die sich in Mittelsachsen beteiligten. Landrat Matthias Damm eröffnete in der Sächsischen Teppichmanufaktur in Frankenberg (Foto) den Tag und übergab dort die Denkmalpreise des Landkreises.

Die Denkmalpreise gingen an Einzelpersonen oder auch an eine Gemeinschaft. In seiner Ansprache hob der Landrat hervor, dass neben historischen Baudenkmälern oder anmutigen historischen Altstädte und Naturdenkmälern, es in starkem Maße auch die Zeitzeugen der Industrialisierung seien, welche die baukulturelle Identität prägen.

„In Mittelsachsen lassen sich verschiedenste Bezüge zum Jahresmotto „Handwerk, Technik, Industrie" herstellen - technisches oder industrielle Denkmäler gibt es viele an der Zahl“, so Damm. Im Landkreis sind zirka 12 300 Baudenkmale und rund 2 500 Bodendenkmale registriert. Die ehrenamtlichen Denkmalpfleger und die untere Denkmalschutzbehörde arbeiten eng für den Erhalt der Historischen Bausubstanz. „Wir unterstützen Investoren bei der Umsetzung ihrer Ideen, sprechen über mögliche Lösungen, die alle Interesse wahrt“, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter im Landratsamt Jörg Liebig.

Die Preisträger im Einzelnen:

Frau und Herr Krüger aus Burgstädt haben in den zurückliegenden Jahren mit hohem persönlichem Engagement ein historisches Fachwerkgebäude in Kleinvoigtsberg rekonstruiert.  Es handelt sich um eines der ältesten ländlichen Bauten im Kreisgebiet (Fälldatum der verwendeten Konstruktionshölzer: 1691) und war in der handwerklichen Herangehensweise eine große Herausforderung.
Das Ergebnis stellt einen optischen Gewinn für das Ortsbild von Kleinvoigtsberg, ein nach längerem Leerstand zu neuer, wohnlicher Nutzung herangezogenes Bauwerk sowie ein gelungenes Beispiel für denkmalpflegerische Bemühungen im Kreisgebiet dar.

Frau Postrach und Herr Dr. Oehmichen, Frau Pretzel und Herr Domsbilden eine Bauherrengemeinschaft, die sich in den Jahren 2011 bis 2015 einer schwierigen Herausforderung in Biensdorf, Ortsteil von Lichtenau, angenommen hat. Das völlig verfallene, seit 1987 brach liegende „Hofgut“ mit seiner bedeutsamen geschichtlichen Vergangenheit wurde in mühevoller Arbeit zum künftigen Lebensmittelpunkt ausersehen.  Daran knüpften sich umfangreiche Bemühungen um denkmalgerechte Instandsetzung  und substanzschonende Rekonstruktion. Eine großformatige Hofanlage, die alle Beteiligten eigentlich schon aufgegeben hatten, erwacht nach und nach zu neuem Leben und kehrt dank der unermüdlichen baulichen Tätigkeit der Bauherrengemeinschaft in die öffentliche Wahrnehmung zurück.

Der Dipl. Ing. Gerold Meißner ist Eigner und Geschäftsführer der „Brücken-und Spezialbau Meißner GmbH“ Leisnig/Pirna. Diese Firma existiert seit 1993 und hat vielfältige und positive Spuren im Bereich Denkmalschutz im Altkreis Döbeln und seit 2008 im Landkreis Mittelsachsen hinterlassen.

Grundsätzlich sind die erzielten Ergebnisse denkmalgerecht, technisch einwandfrei und oftmals kostengünstiger als vergleichbare Sanierungswege. Ein von dieser Firma saniertes Objekt (Kalkofen Ostrau) war zum Beispiel 2005 Denkmalpreisträger. Meißner ist seit 2000 ehrenamtlicher Denkmalpfleger und berät das Landratsamt in technischen Dingen. Die charakterlichen Eigenschaften und sein Sachverstand machen ihm zu einen „wirklichen Helfer des Denkmalschutzes“. Sein Wirken ist uneigennützig und prinzipiell „der Sache verpflichtet“.