Landrat mit Rektor der TU Freiberg in Vietnam

23.04.2014

Landrat Volker Uhlig und der Rektor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg Professor Bernd Meyer waren Anfang April in Vietnam zu Gast, um die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen.

Schon seit 2012 bestehen Kontakte zwischen dem Landkreis Mittelsachsen und der Provinz Thanh Hóa in Vietnam. Initiiert durch die Gesellschaften Gründer- und Innovationszentrum Freiberg/Brand-Erbisdorf und Technologiepark Mittweida werden Kooperationen für den Mittelstand der Region im Bereich Technologie- und Bildungstransfer vorbereitet.

Fachkräftebedarf
Aber auch der Fachkräftebedarf in Mittelsachsen ist ein Thema der Zusammenarbeit. Bei Gesprächen in Vietnam wurde deutlich, dass junge Menschen gern in Deutschland den Beruf Altenpfleger/-in erlernen möchten.„Was liegt näher, als diese Interessenten für Mittelsachsen zu gewinnen? Wir verfügen über Erfahrung und gute Ausbildungsstätten“, erklärt Landrat Volker Uhlig. Damit werde auch der Austausch an Wissen in den jeweiligen Berufsfeldern beziehungsweise im Ausbildungsbereich zwischen den Ländern gefördert. Im Rahmen der Reise traf Volker Uhlig mehrere junge Frauen und Männer, die großes Interesse an einer Ausbildung in Deutschland im Pflegebereich haben. Es besteht hier in Zukunft ein erhöhter Bedarf an Fachkräften.  Mit einer solchen Zusammenarbeit sei keine pauschale Lösung des Problems gefunden, aber eine Option, dem Bedarf gerechter zu werden. Die politische Einflussnahme auf Rahmenbedingungen im Hinblick auf Pflegesätze und in der Folge auch auf Entlohnung des Personals ist auf Ebene der Landkreise sehr begrenzt. Landrat: „Wir müssen mit unseren Möglichkeiten versuchen, Lösungen zu finden und anzubieten. Unser gesellschaftliches Ziel ist es doch, ein gutes und angenehmes Wohnumfeld bis in das hohe Alter weiterzuentwickeln.“
 
In Vietnam liegt der Altersdurchschnitt unter 30 Jahre. Die Menschen seien hoch motiviert, hier eine Ausbildung zu absolvieren und auch ihren Lebensmittelpunkt in Mittelsachsen zu finden. Gleichzeitig wird mit einem solchen Projekt auch der Austausch gefördert. „Es werden teilweise die Bewerber nach einer gewissen Zeit in ihr Heimatland zurückkehren. Aber die hiesigen Erfahrungen können auch in dortigen Einrichtungen Anwendung finden“, unterstreicht Uhlig. Zahlreiche Einzelschritte müssen absolviert werden, um ein solches Projekt zu realisieren. Dafür ist der Landkreis mit Partnern im Gespräch, beispielsweise um auch den praktischen Teil der Ausbildung sicherzustellen. Im Bereich der theoretischen Ausbildung gibt es in Mittelsachsen den Standort Rochlitz des Beruflichen Schulzentrums Döbeln-Mittweida. „In einer Veranstaltung möchten wir die Einrichtungen über Einzelheiten für die Realisierung informieren und auch die Rahmenbedingungen aufzeigen“, unterstreicht Uhlig. Um Verständigungsprobleme auszuschließen, besuchen die potentiellen Bewerber bereits in Vietnam einen umfassenden Deutschkurs, der mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss. Die sprachliche Ausbildung soll dann in Deutschland fortgesetzt werden.

Wissenschaftlicher Austausch
Im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich ist der Einsatz von Bio-Masse zur Energiegewinnung ein Thema, das beispielsweise verfahrenstechnisch begleitet werden soll. Darüber hinaus setzt sich der Austausch im Bereich Umwelttechnologien wie in den Bereichen Wasserversorgung- und Aufbereitung sowie der Abwasserbehandlung fort. Der Aufbau eines Technologiezentrums nach sächsischem Vorbild für „Vietnam Grüne Technologien“ ist in Vorbereitung. Für die mittelsächsische Wirtschaft könnte sich in der Folge durch die Lieferung sowie den Aufbau von Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe ein völlig neuer Markt erschließen, der Potenzial besitzt.