Liegenschaftskataster auf modernes Geoinformationssystem umgestellt

25.11.2014

Mit der Inbetriebnahme des Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystems (ALKIS) am 10. November 2014 wurde die Führung des Liegenschaftskataster auf ein modernes Geoinformationssystem umgestellt.

Das Liegenschaftskataster im Landkreis Mittelsachsen

Die aktuellsten Entwicklungen zur Verarbeitung von Geodaten und die Anforderungen der unterschiedlichsten Nutzer haben es erfordert, dass die bisherigen Verfahren (automatisierte Liegenschaftskarte und automatisiertes Liegenschaftsbuch) durch ALKIS abgelöst wurden. Mit der Einführung von ALKIS wurde die seit bisher im Liegenschaftskataster getrennte Führung von Sachdaten (Flurbuch) und Geometriedaten (Flurkarte) für alle der zirka 250.000 Flurstücke in zirka 500 Gemarkungen im Landkreis Mittelsachsen beendet und die Daten in einer ALKIS-Datenbank gespeichert. Dabei werden die Daten jetzt bundesweit einheitlich beschrieben und in einem bundesweit einheitlichen Koordinatenreferenzsystem abgebildet. Die bisherigen Auszüge aus dem Liegenschaftskataster, wie zum Beispiel der Auszug aus der Liegenschaftskarte oder der Flurstücksnachweis aus dem Liegenschaftsbuch erhält der Kunde wie gewohnt, jedoch in einem neuen Erscheinungsbild.

„Die Möglichkeiten der digitalen Datenabgaben sind durch das System ALKIS wesentlich erweitert, aber auch zusätzliche Informationen, wie zum Beispiel die Ergebnisse der Bodenschätzung können nun digital erfasst und für die Nutzer digital zur Verfügung gestellt werden“, so Pia Weißenberg, Referatsleiterin Integrierte Ländliche Entwicklung und Geoinformation. Eine wesentliche Neuerung ist die Einführung eines „Zeitstempels“ an allen Objektdaten des Liegenschaftskatasters. Damit kann zukünftig auch eine genaue Aussage getroffen werden, ab wann ein Objekt z.B. ein Gebäude im Liegenschaftskataster nachgewiesen war. Mit diesem Zeitstempel wird der Blick in die Vergangenheit möglich. ALKIS wurde unter Verwendung internationaler Normen und Standards sowie eines einheitlichen Datenaustauschformates konzipiert. Dies führt zu einer Vereinheitlichung des Liegenschaftskatasters über die Grenzen der Bundesländer hinweg und vereinfacht beispielsweise die Onlinefähigkeit der Daten. „Die Daten des Liegenschaftskatasters werden von unterschiedlichsten Nutzern verwendet und mit den vielfältigsten Anwendungen verknüpft. So zum Beispiel bei der Erstellung von Leitungsplänen der Versorgungsunternehmen, für Bauleitpläne, als Grundlage bei der Planungen von Infrastrukturmaßnahmen, als Datengrundlage in Navigationssystemen, im Bereich des Katastrophenschutzes und für Vieles mehr“, erläutert Weißenberg.

Hintergrund:
Von weltweit zirka 200 Staaten besitzen nur zirka 40 Staaten ein Liegenschaftskataster. Für Deutschland und speziell in Sachsen ist ein Liegenschaftskataster seit über 100 Jahren Standard. Änderungen im Liegenschaftskataster waren über einen so langen Zeitraum keine Seltenheit. Mit den Daten des Liegenschaftskatasters - insbesondere der Liegenschaftskarte - wird der Raum, die Fläche, das Grundstückseigentum eines jeden Eigentümers planbar. Derzeit wird davon ausgegangen, dass zirka 80 Prozent aller Daten einen Raumbezug haben. Das Liegenschaftskataster liefert für diesen Raumbezug die Basisdaten.