Medizinstipendium hält Verbindung zur Heimat

17.09.2026

Zwei Studenten berichten über ihre Erfahrungen mit dem Förderprogramm des Landkreises. Bewerbungen sind noch bis 30. September möglich.

400 Euro im Monat, persönliche Ansprechpartner und frühzeitige Kontakte zu Kliniken und Praxen in der Region: Mit dem Stipendienprogramm „Rundum gesund – Ärztin/Arzt werden in Mittelsachsen“ unterstützt der Landkreis derzeit 25 Medizinstudierende. Zu ihnen gehören Alexander Maschek aus Neuhausen und Richard Kopra aus Voigtsdorf (Gemeinde Dorfchemnitz). Begleitet werden sie von der Ärztin Dr. Nicole Winkler. Und wenn alles klappt, werden die beiden sich als Ärzte in Mittelsachsen niederlassen.

Alexander Maschek ist 23 Jahre alt und studiert im zehnten Semester Medizin in Jena. In vier Wochen steht das Staatsexamen an. Seit Ende April bereitet er sich auf die dreitägige Prüfung vor und arbeitet gleichzeitig an seiner Doktorarbeit. Besteht er das Examen, kann er anschließend in das Praktische Jahr starten – in der Gemeinschaftspraxis in Sayda, in der auch Dr. Nicole Winkler arbeitet und die ihm das Stipendium des Landkreises empfohlen hat. Lange überlegen musste der Student nicht: „Ich bin sehr heimatverbunden und mir sicher, dass ich in der Allgemeinmedizin arbeiten möchte.“ 

Richard Kopra bezeichnet sich auch als „naturverbunden“, interessiert sich aber eher für die Kardiologie. Praktische Erfahrungen sammelt er derzeit im Freiberger Krankenhaus.  Der 28-Jährige aus Voigtsdorf studiert in Berlin und beginnt sein achtes Semester. „Das Stipendium entlastet während des Studiums spürbar“, sagt er. Und es sei auch der ausschlaggebende Punkt gewesen, sich nach dem Studium für die Rückkehr in die Heimat zu entscheiden. Aber nicht nur die 400 Euro monatlich sind ein Vorteil des Programms. „Die Treffen mit den anderen Stipendiaten finde ich gut.“ Neben Online-Meetings gibt es Rundgänge durch medizinische Einrichtungen im Landkreis. „So sieht man, welche beruflichen Möglichkeiten es gibt“, ergänzt Alexander Maschek.

Für die Mentorin Dr. Nicole Winkler ist die freie Fachwahl ein großer Vorteil. „Gerade zu Beginn des Studiums wissen viele noch nicht, welchen Weg sie später einschlagen möchten.“ Die 38-Jährige betreut derzeit vier Studierende. Man begegne sich bei den gemeinsamen Treffen des Programms. Zusätzlich tauschen sie sich online und telefonisch aus. „Und wir bieten uns auch als möglicher Arbeitgeber an“, erklärt Dr. Nicole Winkler. 

Seit 2020 unterstützt der Landkreis mit „Rundum gesund“ angehende Ärztinnen und Ärzte. Seit dem Wintersemester 2026/27 können erstmals auch Studierende der Zahnmedizin gefördert werden. Das Programm richtet sich an Studieninteressierte sowie Studierende aller Semester. Der Studienort spielt keine Rolle. Das Studium kann an einer deutschen Universität oder in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union absolviert werden, sofern der Abschluss in Deutschland anerkannt wird.

Mit der Förderung ist die Verpflichtung verbunden, praktische Ausbildungsabschnitte und insbesondere das Praktische Jahr nach Möglichkeit in Mittelsachsen zu absolvieren. Nach dem Studium nehmen die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine ärztliche Tätigkeit im Landkreis auf oder absolvieren hier ihre Weiterbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt. 

Bewerbungen sind grundsätzlich ganzjährig möglich. Bewerbungsschluss für eine Förderung ab dem Wintersemester 2026/27 ist der 30. September 2026. Benötigt werden der ausgefüllte Bewerbungsbogen und eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung. Die Unterlagen können per E-Mail an medizinstipendium@landkreis-mittelsachsen.de gesendet werden.

Richard Kopra und Alexander Maschek werden während ihres Studiums von Dr. Nicole Winkler (von links) begleitet.

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