Meistereien waren durchschnittlich 100 Tage im Einsatz

13.04.2017

In der vergangenen Saison war der Winterdienst der sechs Meistereien durchschnittlich 100 Tage im Einsatz, ein Jahr zuvor waren es zirka 95 Tage. Die meisten Einsätze verbuchte jeweils mit 125 Tagen die Meisterei Brand-Erbisdorf.

Diese Zahlen nannte der zuständige Referatsleiter für Kreisstraßenbau und Straßenbetriebsdienst Dirk Schlimper. Dass der Winter strenger war, wird an dem finalen Salzverbrauch und den Kosten für Fremdunternehmen deutlich. So wurden 14 133 Tonnen auf die Straßen gebracht, das sind 4 000 Tonnen mehr als in der vergangenen Saison. „Wir haben ständig nachgeordert und waren somit entsprechend einsatzfähig. Mitunter brachte der starke Schneefall  die Mitarbeiter an die Grenzen“, so Schlimper. In diesem Zusammenhang würdigte Landrat Matthias Damm den Einsatz: „Teilweise sind diese die ganze Nacht hoch konzentriert und unter schweren Bedingungen unterwegs, dafür meinen herzlichen Dank.“

Insgesamt betrugen die Kosten für den Winterdienst bis jetzt 1,9 Millionen Euro, das sind 600.000 Euro mehr als in der vorangegangen Saison. Ein großer Posten waren dabei die Leistungen der Fremdunternehmen mit 700.000 Euro, (2015/2016 435.000 Euro). Finanziert wird dies aus dem allgemeinen Fonds des Straßenunterhalts für Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. Aus diesem werden auch Kosten für Grünpflege und Reparaturen getragen. Im Sommer werden die Lager wieder mit Salz entsprechend aufgefüllt.

Winterschadensbeseitigung weit fortgeschritten

„Der Winter hat den Straßen in Mittelsachsen schon zugesetzt“, resümiert der Referatsleiter für Kreisstraßenbau und Straßenbetriebsdienst Dirk Schlimper nach der Winterdienstbefahrung. Diese ist teilweise mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr durchgeführt worden, denn im Bereich der Bundes- und Staatsstraßen entscheidet die Behörde über grundsätzliche Baumaßnahmen. Er erklärt, dass eine Ursache in dem Wechsel von Frost und Tau lag. Die sechs Meistereien sind derzeit aktiv an der Flickung der schlimmsten Stellen auf dem rund 1 600 Kilometer langen Netz an Bundes-, Staats- und Kreisstraßen. „Die ganz großen und schlimmen Löcher sind behandelt und die erste Welle der Schadensbeseitigung abgeschlossen“, erklärt Schlimper. Verbraucht wurden bis jetzt 384 Tonnen an Heißmischgut, im gesamten Frühjahr 2016 wurden 1 850 Tonnen verwendet. Der Materialpreis lag bei rund 142.000 Euro. Die Meistereien in Hainichen und Döbeln werden durch eine Fremdfirma bei diesen Arbeiten unterstützt. Schlimper: „Über das Jahr entstehende Schäden werden durch die Straßenaufsicht erfasst und die Reparatur veranlasst.“

Aktuell entscheiden die Meistereien in Abstimmung mit dem Referat, wo großflächigere Sanierungen im Bereich der Kreisstraßen vorgenommen werden, wie zum Beispiel zwischen Paudritzsch und Leisnig, Taura und Mohsdorf sowie Hetzdorf und Breitenau. Dabei wird ein Teil der Decke ausgefräst und entsprechend neu asphaltiert beziehungsweise Oberflächenbehandlungen mit Splitt durchgeführt. Dies ist aber nur bei guter und stabiler Witterung möglich. Bei den Bundes- und Staatsstraßen wertet das Landesamt für Straßenbau und Verkehr die Befahrung noch aus und gibt dann an den Landkreis den Auftrag entsprechende Arbeiten vorzunehmen. „Es gibt einen sogenannten Abgrenzungskatalog, der genau aufteilt für welche Dinge der Landkreis und für welche Arbeiten das Landesamt zuständig ist“, erklärt der zuständige erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier. So kann der Landkreis eine Sanierung einer Fahrbahnseite auf einer Länge von maximal 200 Meter durchführen. Dies geht nach Angaben von Dr. Beier nur nach vorheriger Absprache und deshalb sei die enge Zusammenarbeit mit der Behörde so wichtig.

Finanziert werden diese Projekte über den Topf des Straßenunterhalts. Darüber hinaus, gibt es noch die Richtlinie für den kommunalen Straßenbau. Diese hat zwei Teile: A für grundhaften Ausbau und Teil B für Instandsetzungsmaßnahmen. Für den Teil B hatte sich der Kreistag in seiner Sitzung am 29. März beschäftigt: Mit rund 1,8 Millionen Euro fördert der Freistaat die mittelsächsischen Maßnahmen. Der zusätzliche Eigenanteil beträgt 0,2 Millionen Euro. Ein finaler Bescheid liegt aber noch nicht vor. Vorrangig sind darüber Fahrbahnerneuerungen oder Deckensanierungen geplant, wie auf den Kreisstraßen (K) 8270 Arras-Holzhausen, der K 8252 Knotenpunkt „Altes“ Hartmannsdorfer Kreuz, K 8212 Höckendorf, K 7714 in Hilbersdorf, K 8270 Topfseifersdorf, K 7532 Waldheim, K 7731 Müdisdorf, K 7543 Marschwitz. Wann die einzelnen Maßnahmen im Laufe des Jahres umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Dies hänge von mehreren Kriterien ab, wie beispielsweise von der Umleitungsführung und einer eventuellen Überschneidung mit einem anderen Projekt. Aus diesen Gründen mussten Maßnahmen auch schon verschoben werden.

Landrat Matthias Damm: „Schon kritischen Bereichen hat die kalte Jahreszeit noch mehr zugesetzt, daher begrüße ich natürlich für eine Verbesserung der Infrastruktur ein entsprechendes Winterschadensbeseitigungsprogramm des Freistaates. Konkrete Informationen liegen uns derzeit aber nicht vor.“

Grundhafter Ausbau

Mittelsachsen plant auch in diesem Jahr wieder auf zahlreichen Strecken des rund 700 Kilometer langen Netzes zu investieren. „Dies ist aber nur mit Fördermitteln möglich und wir versuchen entsprechend viele zu akquirieren. Straßen sind eine Lebensader für die Mobilität im ländlichen Raum“, so Landrat Matthias Damm. Unter anderem werden Anträge nach der Richtlinie kommunaler Straßenbau Teil A gestellt, aber auch nach einem Programm zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW-Infa) und der Hochwasserschadensbeseitigung 2013. Dabei sei das Ziel, Maßnahmen, die aus dem vergangenen Jahr verschoben werden mussten, diese nun in 2017 zu realisieren. Grund für den späteren Baubeginn waren beispielsweise fehlende Fördermittel oder baurechtliche Aspekte. Unter anderem wurde die Maßnahme K 7547 in Kiebitz geschoben. „Wir möchten heutigem Stand im Juli nach beginnen. Ein entsprechender Fördermittelantrag ist gestellt“, so Dirk Schlimper, der zuständige Referatsleiter im Landratsamt. Das Projekt hat ein Volumen von 1,3 Millionen Euro für rund 700 Meter grundhaftem Ausbau. Ebenso ist der erste Abschnitt in Geringswalde mit 945 Metern der K  8294 in Geringswalde vorgesehen, der ebenso im Juli starten könnte – Volumen: 1,2 Millionen Euro. Planmäßig ab August sollen die Arbeiten auf der K 8259 in Stein erfolgen mit Kosten von 1.200.00 Euro. Aktuell laufen schon Maßnahmen in Penig, Rossau, Kriebstein und Niederwiesa mit Gesamtinvestitionen von 2,7 Millionen Euro.

Eine Kombination von Hochwassermaßnahme und grundhaftem Ausbau ist die K 7794  in Rothenfurth. „In der Planung gibt es noch letzte Abstimmungen, so dass im Mai der entsprechende Fördermittelantrag gestellt wird. Im Bereich der Hochwasserschadensbeseitigung wird unter anderem ein Durchlass erneuert“, erklärt der Referatsleiter. Die Maßnahme hat ein Volumen nach dem aktuellen Stand von rund 700.000 Euro. In der kommenden Woche starten die Arbeiten für 150.000 Euro an der K 8231 zwischen Schönborn-Dreiwerden und Seifersbach. Hier erfolgt die Beseitigung der Schäden im Böschungsbereich und Neuaufbau Straßenkörper auf einer Länge von 80 Metern. Das Bauende ist Anfang Juni geplant. Weitere Projekte im Zuge der Hochwasserschadensbeseitigung 2013 sind der Stützwandbau im Hainichener Ortsteil Berthelsdorf oder die Böschungssicherung in Mohsdorf. Der Bau von zwei neun Brücken in Langenau, Ortsteil von Brand-Erbisdorf und in Kunnersdorf, Ortsteil von Augustusburg sollen ebenfalls noch in diesem Jahr beginnen. „Wir hoffen, dass wir alle Projekte realisieren können und bitten die Kraftfahrer bei den entsprechenden Umleitungen und die Anwohner mit den vorübergehenden Einschränkungen um Verständnis und Einsehen“, so Landrat Matthias Damm abschließend. 

Foto: Andrea Funke