Mittelsachsens medizinische Versorgung sichern

13.11.2025

Die beiden Klinikstandorte Freiberg und Mittweida sollen langfristig erhalten und gestärkt werden.

Um dies zu erreichen, wird dem Kreistag vorgeschlagen, einen „Integrierten Gesundheitsverbund“ zu gründen. In diesem sollen beide Kliniken einschließlich ihrer Tochtergesellschaften partnerschaftlich und auf Augenhöhe kooperieren, sodass gemeinsame Synergien genutzt werden. Ziel ist es, medizinische Leistungen besser zu verzahnen und weiter auszubauen sowie die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gegenüber den Einflüssen von Krankenhausreform und Finanzierungsentwicklungen zu stärken. Dies gilt für alle Bereiche der Unternehmen von der ambulanten über die stationäre bis zur pflegerischen Versorgung.

Anlass für den Schritt sind die aktuellen schwierigen Rahmenbedingungen für Kliniken in Deutschland. Die Ursachen liegen beispielsweise in gestiegene Kosten, die durch die Vergütung der Leistungen nicht ausgeglichen werden. „Die Häuser sind aktuell stabil aufgestellt. Damit es so bleibt, ist es wichtig, dass sich die Mitglieder des Kreistages mit dem Thema befassen“, betont Landrat Sven Krüger. 

Mit den Aufsichtsräten der Gesellschaften wurde das Konzept gestern beraten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden heute in Versammlungen über die Pläne informiert. Sollte der Kreistag dem Vorschlag am 3. Dezember folgen, wird ein umfassender Prozess angestoßen, in dessen Rahmen zahlreiche Detailfragen zu klären sind. „Das ist natürlich ein Veränderungsprozess für die Beschäftigen, die sich täglich für die Patientinnen und Patienten engagieren“, betont der Landrat. Er warb heute gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Dr. Trumpp eindrücklich um die Unterstützung der Belegschaften beider Häuser. Denn mit einem Verbund werden nicht nur die Versorgung, sondern auch Arbeitsplätze gesichert. Ein aktiver Personalabbau ist explizit nicht Teil des Vorhabens. Die Kommunikation soll weiterhin transparent erfolgen – sowohl gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form eines regelhaften Gesprächsangebotes seitens der Geschäftsführung als auch gegenüber dem Kreistag, der in die wesentlichen Entscheidungen eingebunden ist. „Durch diesen Weg wird auch die Bevölkerung informiert, deren Vertrauen in die Einrichtungen von großer Bedeutung ist. Daher möchten wir keine Verunsicherung schaffen, sondern proaktiv ein Zeichen für die Daseinsvorsorge der Zukunft setzen“, so der Landrat abschließend.

Daten zu den Unternehmen:

  • Freiberg: Schwerpunktversorger mit 335 Planbetten, Medizinischem Versorgungszentrum, Kurzzeitpflege und Servicegesellschaften und insgesamt rund 970 Beschäftigten
  • Mittweida: Grund- und Regelversorger mit 195 Planbetten, Medizinischem Versorgungszentrum, Pflegeheimen und Servicegesellschaft und insgesamt rund 800 Beschäftigten

Foto: Yevhen Vitte/shutterstock.com