Mittelsächsische Sagen vorgestellt

10.03.2017

Mittelsachsen ist reich an Sagen. Diese sind jetzt recherchiert und in zwei Bänden unter dem Motto „Sagenhaftes Mittelsachsen – Identität gemeinsam lebendig erschließen“ zusammengefasst worden.

Rund ein Dreivierteljahr arbeitete die Kulturwerkstatt Waldheim um Dr. Brunhild Becker die Geschichten auf. „Ein einmaliges Werk, das die lokale Verbundenheit stärkt. Die Menschen können sich vorstellen, an welchen Felsen, auf welchem Schloss oder an welchem Baum die Sagen spielen“, so Landrat Matthias Damm. Gleichzeitig entdeckt man bestimmte Dinge neu. Das Material gibt Einblicke in die Historie der Region und ihre Besiedlung sowie in das wirtschaftliche, politische und soziale Handeln der Menschen in der Vergangenheit. „Wir sprachen mit Kommunen, Akteuren aus Bildung und Kultur und führten Workshops durch, mit dem Ziel, ein qualifiziertes Werk zu erhalten. Wir sind uns aber bewusst, dass es bestimmt noch zahlreiche weitere Geschichten gibt“, erklärt Mittelsachsens erster Beigeordneter Dr. Lothar Beier. 1000 Exemplare wurden gedruckt. Diese werden beispielsweise nun Kommunen  und Schulen zur Verfügung gestellt. Beier: „Wir suchten den Kontakt zur Bildungsagentur, damit die Sagen mit in den Unterricht einfließen.“ Ziel ist es, weitere Projekte aufbauend zu initiieren, wie eine Weiterbildung für Lehrer, eine Wanderausstellung bzw. eine webbasierte Plattform zur Sammlung. Gefördert wurde hier der Landkreis über die Richtlinie zur Förderung der Regionalentwicklung des sächsischen Innenministeriums. „Ich hoffe, wir erreichen viele Interessierte und stoßen auf eine große Resonanz. Gerade wenn es um die Frage ‚Rückkehrer‘ oder ähnliches geht, spielt das Heimatgefühl eine wichtige Rolle und dieses können wir hier stärken“, so Damm.

Zurückzuführen ist die Idee der Sagensammlung auf das Kulturlandschaftsprojekt vor drei Jahren. Damals führte die TU  Dresden Umfragen zu Klimawandel und Energiewende und zum Landkreis allgemein durch.  Dabei wurde festgestellt, dass es zahlreiche Überlieferungen von Geschichten und Begegnungen gab. Kulturlandschaftlich gesehen gibt es in Mittelsachsen fünf Räume: Tallandschaften, Osterzgebirge, Döbelner Lösshügelland, Mulde-Lösshügelland und Rochlitzer Land. Dementsprechend sind die Sagen in den Bänden eingeordnet. „Diese Vielfalt in unterschiedlichen Bereichen, nicht nur in der Kulturlandschaft, macht den Landkreis aus. Ein solches Projekt zeigt diese auf und kann aber gleichzeitig das gesamtmittelsächsische Zugehörigkeitsgefühl fördern“, so Damm.

Landrat Matthias Damm und Thomas Kühn (als August der Starke). Foto: Andrea Funke