Nestbau-Zentrale bietet Service für Hierbleiber und Rückkehrer

30.06.2016

Die Landkreise stehen in einem Wettbewerb, bei dem es um Einwohner, Unternehmensansiedlungen, Fachkräfte, den Erhalt von Strukturen, Fördermittel und vieles mehr geht. Für den Landkreis Mittelsachsen, der ländlich geprägt ist, verschärfte sich dieser Wettbewerb in den vergangenen Jahren zunehmend.

Mittelsachsen ist ein junger Landkreis, der sich durch starke Teilregionen auszeichnet. Den Landkreis als „Dach“ für diese Teilregionen zu entwickeln, den Zusammenhalt zu stärken und eine mittelsächsische Identität zu entwickeln stellt eine der größten Herausforderungen dar. Kurz gesagt, der Landkreis Mittelsachsen ist gefordert, sich im Wettbewerb mit anderen Regionen und Landkreisen zu behaupten.

In einem Wettbewerb hat Mittelsachsen bereits gewonnen! Im vergangenen Jahr punktete der Landkreis beim Bundeswettbewerb Land(auf)Schwung mit einem schlüssigen Zukunftskonzept, das Ideen für den Umgang mit dem demografischen Wandel aufzeigte. Eines der Schlüsselprojekte beinhaltet den Aufbau und die Umsetzung einer Nestbau-Zentrale. Im Kern geht es bei diesem Projekt um einen Service, der potenziellen Nestbauern – das können Menschen sein, die bereits im Landkreis leben und gern bleiben möchten oder auch Menschen, die zurückkehren oder zuziehen möchten – zur Verfügung gestellt wird.

Im Dezember 2015 nahm die Nestbau-Zentrale als Projektmanagement die Arbeit auf. Bislang wurden Grundlagen erarbeitet, ein Nestbaunetzwerk initiiert und erste Marketingmaßnahmen umgesetzt. „Die Nestbau-Zentrale wird eng mit den Imagekampagnen verknüpft, die der Landkreis Mittelsachsen umsetzt beziehungsweise plant“, erläutert Landrat Matthias Damm. „Nestbau liefert den ‚Unterbau‘ bzw. den Service, der die Wirksamkeit unserer Marketingmaßnahmen erhöht. Der potenzielle Rückkehrer beziehungsweise Bleibebereite wird an die Hand genommen und erhält Unterstützung bei der ‚Landung‘ im Landkreis“, so der Landrat.

Die Nestbau-Zentrale mit Sitz in Döbeln fungiert als Anlaufstelle für künftige Nestbauer. Das Projektmanagement beantwortet individuelle Anfragen, stellt Informationen zusammen und vermittelt an kompetente Ansprechpartner. Zahlreiche Akteure, wie beispielsweise Städte und Gemeinden, Institutionen, die LEADER-Managements und Unternehmen werden im Nestbau-Netzwerk gebündelt. Hierzu gab es bereits mehr als 20 Gespräche mit Bürgermeistern, Unternehmern und den Regionalmanagern.

Im Mai 2016 drückten die sechs mittelsächsischen LEADER-Managements den Startknopf für das neue „Nestbau-Portal“. Für Interessenten sind die spezifischen Informationen so auch online abrufbar. Um Detailfragen kümmert sich das Nestbau-Management. „Es gingen bereits 14 Anfragen ein, darunter fünf von jungen Familien, die im Landkreis bleiben, vier, die zuziehen möchten und drei Unternehmen, die händeringend nach Fachkräften suchen“, erläutert Dr. Lothar Beier. „Zu den potenziellen Rückkehrern zählen u.a. eine Bankkauffrau, derzeit wohnhaft in Baden-Württemberg, die sich Informationen zum Gehaltsniveau wünschte oder auch eine Ärztin, für deren Mann eine passende Arbeitsstelle gefunden werden muss.“ Im Hinblick auf die Unternehmen unterstützt Nestbau bei der Fachkräftesuche. So entsteht beispielsweise im 2. Halbjahr eine Nestbau-Servicemappe. Auch das derzeit im Aufbau befindliche mittelsächsische Jobportal wird in Nestbau eingebunden. 

Ferner initiierte das Nestbau-Management eine Arbeitsgruppe „ländliches Bauen“. Hier fanden bereits zwei Beratungen mit Unternehmen statt. Ziel ist es, die typisch mittelsächsische Baukultur zu vermitteln sowie Nestbauern ein praktisches Serviceangebot und kleineren regional-verankerten Unternehmen eine Plattform zu bieten. Im Herbst diesen Jahres plant die Arbeitsgruppe „ländliches Bauen“ eine Veranstaltungsreihe. Anhand beispielhaft sanierter Gebäude werden regionaltypische Baustoffe, Bauweisen und Handwerkskunst erläutert. Potenzielle Bauherren können sich dort mit regionalen Bauunternehmen austauschen, Kontakte knüpfen und „Futter“ für ihr Nest sammeln.

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