Neue Prognose für den Landkreis Mittelsachsen

13.01.2016

Die Landesdirektion hat die Zuweisungszahlen an den Landkreis Mittelsachsen im Januar gesenkt. Vergangene Woche kamen 148 Asylsuchende in den Landkreis Mittelsachsen, wöchentlich werden es im Januar ab sofort 49 Personen sein. Für Februar rechnet der Landkreis mit über 300 Flüchtlingen, die zugewiesen werden.

„Das gibt uns einen gewissen zeitlichen Vorlauf, den wir unbedingt benötigen“, so erklärt Landrat Matthias Damm. Er rechnet aktuell damit, dass sich die Zuweisungszahlen 2016 für den Landkreis mindestens auf einem  ähnlichen Niveau wie 2015 in Höhe von rund 2500 Personen bewegt. Die Suche nach weiteren Objekten läuft, außerdem werden bis Ende des Monats zahlreiche Wohnungen durch die Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifizierung zur Verfügung stehen. So konnten in der vergangenen Woche 44 Personen in Wohnungen untergebracht werden, wie in Niederwiesa, Hartha oder Flöha. „Das Ziel, keine Sporthallen zu belegen, hat weiterhin oberste Priorität“, so Damm. In dieser Woche werden die ehemaligen Räume der Kfz-Zulassungsstelle in Mittweida mit 38 Asylsuchenden belegt.

Die Arbeitsgruppe Asyl des Kreistages steht kurz vor ihrer Konstituierung. Ein Termin für die erste Sitzung steht noch nicht fest. Ziel ist mit der Arbeitsgruppe einen besseren Informationsaustausch mit den Fraktionen zu dem Thema herzustellen, Anregungen aufzunehmen und damit das Gremium mehr in das Thema und das Verwaltungshandeln zu integrieren. „Es ist ein Beginn, die Arbeitsgruppe und deren Tätigkeit wird sich entwickeln, da sich die Gruppe einen eigenen Arbeitsplan erstellen soll“, so Landrat Matthias Damm.  

Die Unterbringung hatte in den vergangenen Monaten oberste Priorität. „Wir müssen uns auch dem Thema Integration für Asylsuchende mit Bleibe-Perspektive stärker widmen“, so Damm. Er spricht sich für ein einheitliches Vorgehen im Freistaat aus, welches durch eine Art sächsisches Integrationsamt realisiert werden könnte. „Das Thema muss globaler betrachtet werden, es gilt hier einheitliche Standards im Freistaat zu schaffen im Interesse der Flüchtlinge und beteiligten Kommunen, Vereine und Institutionen. Als Landkreis und als nachgeordnete Behörde unterstützen wir den Prozess natürlich“, unterstreicht der Landrat. Mit einem einheitlichen Ansatz können auch die Gelder gezielter eingesetzt werden. Damm: „Grundvorrausetzung ist natürlich, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge laufende Verfahren zügig abschließt und endlich beginnt, die Vielzahl unregistrierter Flüchtlinge zu registrieren.“