Neuer Fall des Geflügelpestvirus in Mittelsachsen

27.03.2017

In Mittelsachsen ist der fünfte Fall des gefährlichen Geflügelpestvirus H5 nachgewiesen worden. Es handelt sich dabei um einen Schwan, der am 18. März am Schwanenteich in Mittweida aufgefunden wurde.

Der Befund des Friedrich Löffler Instituts mit dem Nachweis vom hochpathogenem aviären Influenzavirus liegt vor. Zum gebildeten Sperrbezirk von drei Kilometern gehören das Stadtgebiet Mittweida, die Ortsteile Kockisch, Lauenhain, Neudörfchen, Ringethal, Rößgen und Weißthal, in Frankenau die Ortslage östlich der Oberen Dorfstraße 52 und östlich der Mittweidaer Straße 15, in Erlau die Ortslage Erlau östlich der Kreuzung Rochlitzer Straße/Straße zum Steinberg und in Altmittweida das Unterdorf bis Kirchstraße. Zum Beobachtungsgebiet gehören Teile der Städte Frankenberg, Geringswalde, Hainichen, Hartha, Mittweida und Waldheim sowie Teile der Gemeinden Altmittweida, Claußnitz, Erlau, Königshain-Wiederau, Kriebstein, Lichtenau, Rossau, Seelitz und Wechselburg.  Am kommenden Mittwoch erscheint ein Sonderamtsblatt mit den entsprechenden Allgemeinverfügungen. Diese werden auch auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht. Damit gilt in diesen Gebieten ab sofort wieder strikte Aufstallungspflicht für Geflügel.

Auflagen im Sperrkreis  und Beobachtungsgebiet

Wer Geflügel hält, hat dieses in geschlossenen Ställen oder unter einer Schutzvorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, zu halten. Ausnahmegenehmigungen sind im Beobachtungsgebiet möglich. Gehaltene Vögel dürfen vorerst nicht aus dem Bestand verbracht werden. Auch für das Verbringen von Geflügelprodukten oder Bruteiern gelten einzelne Sperrmaßnahmen in den jeweiligen Gebieten. Der Zugang für fremde Personen zu Ställen oder anderen Haltungseinrichtungen von Vögeln ist wirksam zu begrenzen. Tierärzte und die zuständige Kontrollbehörde müssen jedoch Zutritt erhalten. Vor den Ein- und Ausgängen der Ställe oder Schutzvorrichtungen sollen Matten oder sonstige saugfähige Bodenauflagen ausgelegt werden, die mit einem Desinfektionsmittel getränkt und stets damit feucht gehalten werden. Auch Jäger haben in den beiden Restriktionszonen bestimmte Verbote bezüglich Federwild zu beachten. Wer einen Hund oder eine Katze hält, darf diese im Sperrbezirk nicht frei umherlaufen lassen. Das bedeutet: Außerhalb umzäunter Grundstücke dürfen sich Hunde nur an der Leine bewegen. Im umzäunten eigenen Grundstück besteht keine Anleinpflicht. Diese Regelung betrifft im Beobachtungsgebiet nur die Hunde- und Katzenhalter, welche selbst Geflügel halten.

Aufheben von Beobachtungsgebiet rings um Flöha

Am 24. März wurden die Auflagen für Geflügelhalter im Gebiet um Flöha wieder aufgehoben. Hier wurde im Februar ein Bussard tot aufgefunden und das Virus nachgewiesen. Es kam hier kein neuer Fall in den Restriktionszonen hinzu, deshalb wurde diese Zone wieder aufgehoben.

Generelle Aufhebung der Stallpflicht in Sachsen

Mit der Aufhebung der Stallpflicht, welche auf Grund des Geflügelpestgeschehens im Freistaat erlassen wurde, dürfen fast in ganz Mittelsachsen die Tiere seit 20. März wieder im Freien gehalten werden, außer in den nun gebildeten Restriktionszonen im Bereich Mittweida.

Für alle Geflügelhalter gilt es dennoch die allgemeinen und besonderen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten, welche entsprechend Geflügelpestverordnung und Eilverordnung des Bundesministeriums vorgeschrieben sind. Dazu gehört unter anderem, dass die Tiere nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden dürfen, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommt, ist für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. Jeder Geflügelhalter hat ein Bestandsbuch zu führen, aus dem die Anzahl der Tiere und aufgetretene Verluste hervorgehen müssen. Erhöhte Verluste sind tierärztlich abklären zu lassen und dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt zu melden. Die Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorten des Geflügels sind gegen unbefugten Zutritt zu sichern. Von befugtem Personal sind die Ställe nur in betriebseigener Schutzkleidung zu betreten.