Neuer Grundstücksmarktbericht beschlossen

26.01.2016

Der neue Grundstücksmarktbericht wurde durch den Gutachterausschuss für den gesamten Landkreis Mittelsachsen beschlossen.

Er stellt eine Auswertung des Grundstücksmarktes der Jahre 2013/2014 dar – gültig sind diese Daten zum Stichtag 1. Januar 2016 für zwei Jahre. Die Bodenrichtwerte wurden bereits im Sommer 2015 beschlossen.

Grundlage für die Ermittlung dieser Daten ist die Kaufpreissammlung, welche in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geführt wird. Laut Baugesetzbuch sind Notare verpflichtet, eine Kopie aller Grundstücksübertragungen (Kauf, Schenkung, Tausch usw.) eines Grundstückes dem Gutachterausschuss zu übersenden – in den vergangenen zwei Jahren erfasste der Gutachterausschuss 6 681 Kaufverträge. Damit ist die Zahl im Vergleich zum vergangenen Erhebungszeitraum konstant geblieben. Insgesamt erhielten 3 419 bebaute Grundstücke im Wert von rund 594 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Dieser Bereich umfasst neben Ein- und Mehrfamilienhäuser auch Industrie- und Gewerbeobjekte sowie bebaute landwirtschaftliche Grundstücke, wie Bauernhöfe oder Stallanlagen. Im Bereich der unbebauten Grundstücke wurden 2 502 Verträge geschlossen, mit einem Gesamtvolumen von 62 Millionen Euro.

Der Grundstücksmarktbericht enthält neben der allgemeinen statistischen Auswertung zum Flächen- und Umsatzvolumen auch Informationen über die Arbeit des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle im Auswertungszeitraum, Angaben über Sondereigentum (Eigentumswohnungen), Gebäudefaktoren, Liegenschaftszinssätze, Orientierungswerte für verschiedene Nutzungsarten (Gartenland / Wasserflächen usw.) sowie Angaben zu frei vereinbarten Pachtpreisen für Garagen- Garten- und Wochenendgrundstücke im gesamten Kreisgebiet.

Erstmals konnten Sachwertfaktoren für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgewiesen werden. Mit dieser Ausweisung wird die Anwendung der in der neuen Sachwertrichtlinie vorgegebenen Normalherstellungskosten 2010 (Gebäudeherstellungskosten pro Quadratmeter Bruttogrundfläche – Neubau Basis 2010) ermöglicht.

Veränderungen auf dem Grundstücksmarkt in einigen Gebieten

Eigentumswohnungen

Den Auswertungen zu Eigentumswohnungen im Grundstücksmarktbericht ist zu entnehmen, dass für Eigentumswohnungen in der Freiberger Innenstadt der höchste Wert gezahlt wird. So liegt der Mittelwert für eine Eigentumswohnung, Baujahr nach 1990, im Erstverkauf bei zirka 1.638 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – in den anderen Städten des Landkreises liegt der Mittelwert bei 718 Euro. Auch im Wiederverkauf derartiger neu gebauter Eigentumswohnungen führt die Stadt Freiberg mit einem Durchschnittswert von rund 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – in den anderen Städten liegt der Kaufpreis im Durchschnitt bei 769 Euro.

Vergleichsfaktoren Gebäude

Unter dieser Rubrik sind durchschnittliche Gebäudewerte/Preise pro Quadratmeter Wohnfläche gestaffelt nach Baujahresklassen und Sanierungszustand zu finden. Darin ist erkennbar, dass die Nachfrage für den Kauf eines freistehenden Einfamilienhauses der Baujahresklasse 1919 bis 1949 gestiegen ist. Hier zahlt man für ein saniertes Gebäude durchschnittlich 983 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Einblick in Grundstücksmarkbericht

Der Grundstücksmarktbericht ist im Landratsamt einsehbar. Mündliche Auskünfte am Telefon beziehungsweise in der Geschäftsstelle sind kostenlos. Für schriftliche Auskünfte werden Gebühren im Rahmen des Kostenverzeichnisses für Leistungen des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle erhoben. Im  vergangenen Auswertungszeitraum erteilte die Geschäftsstelle Gutachterausschuss insgesamt rund 10 000 mündliche und 1 150 schriftliche Auskünfte.