Neuer Grundstücksmarktbericht beschlossen

08.03.2018

4 503 bebaute Grundstücke wechselten 2015/16 für rund 454 Millionen Euro den Besitzer. Das geht aus dem neuen Grundstücksmarktbericht hervor.

Der neue Grundstücksmarktbericht ist durch den Gutachterausschuss für den gesamten Landkreis Mittelsachsen beschlossen worden. Er stellt eine Auswertung des Grundstücksmarktes der Jahre 2015/2016 dar. Gültig sind diese Daten für zwei Jahre. Die Bodenrichtwerte wurden bereits im August 2017 beschlossen.
Grundlage ist die Kaufpreissammlung, die in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses geführt wird. Laut Baugesetzbuch sind Notare verpflichtet, eine Kopie aller Grundstücksübertragungen (Kauf, Schenkung, Tausch und Ähnliches) eines Grundstückes dem Gutachterausschuss zu übersenden. In den vergangenen zwei Jahren erfasste der Gutachterausschuss 7 600 Kaufverträge. Damit ist die Zahl im Vergleich zum vergangenen Erhebungszeitraum um 14 Prozent gestiegen. Insgesamt erhielten 4 503 bebaute Grundstücke im Wert von rund 454 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Dieser Bereich umfasst neben Ein- und Mehrfamilienhäusern auch Industrie- und Gewerbeobjekte sowie bebaute landwirtschaftliche Grundstücke, wie Bauernhöfe oder Stallanlagen. Im Bereich der unbebauten Grundstücke wurden 2 461 Verträge mit einem Gesamtvolumen von 76 Millionen Euro geschlossen. Stark gestiegen ist die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern. Wurden im vorherigen Auswertungszeitraum 409 Käufe registriert, so sind es im aktuellen 1 237 Käufe. Der Geldumsatz dagegen ist mit rund 127 Million Euro gleich geblieben. 
Der Grundstücksmarktbericht enthält neben der allgemeinen statistischen Auswertung zum Flächen- und Umsatzvolumen auch Informationen über die Arbeit des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle im Auswertungszeitraum, Angaben über Sondereigentum (Eigentumswohnungen), Gebäudefaktoren, Liegenschaftszinssätze, Sachwertfaktoren, Orientierungswerte für verschiedene Nutzungsarten (Gartenland / Wasserflächen und Ähnliches) sowie Angaben zu frei vereinbarten Pachtpreisen für Garagen-, Garten- und Wochenendgrundstücke im gesamten Kreisgebiet.

Eigentumswohnungen
Den Auswertungen zu Eigentumswohnungen im Grundstücksmarktbericht ist zu entnehmen, dass für Eigentumswohnungen in der Freiberger Innenstadt das meiste Geld gezahlt wird. So liegt der Mittelwert für eine Eigentumswohnung, Baujahr nach 1991 bis 2010, im Erstverkauf bei zirka 1.112 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – in den anderen Städten des Landkreises liegt der Mittelwert bei 692 Euro. Auch im Wiederverkauf derartiger neu gebauter Eigentumswohnungen führt die Stadt Freiberg mit einem Durchschnittswert von rund 1.010 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – in den anderen Städten liegt der Kaufpreis im Durchschnitt bei 691 Euro.

Vergleichsfaktoren Gebäude
Unter dieser Rubrik sind durchschnittliche Gebäudewerte/Preise pro Quadratmeter Wohnfläche gestaffelt nach Baujahresklassen und Sanierungszustand zu finden. So beträgt zum Beispiel der durchschnittliche Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus der Baujahresklasse 1919 bis 1949 im sanierten Zustand rund 1.044 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Im unsanierten Zustand, gleiche Baujahresklasse, werden im Durchschnitt 198 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt.

Einblick in Grundstücksmarkbericht
Ab sofort ist der Grundstücksmarktbericht in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses im Landratsamt, Außenstelle Döbeln, einsehbar. Mündliche Auskünfte am Telefon beziehungsweise in der Geschäftsstelle sind kostenlos. Für schriftliche Auskünfte werden Gebühren im Rahmen des Kostenverzeichnisses für Leistungen des Gutachterausschusses und seiner Geschäftsstelle erhoben. Im vergangenen Auswertungszeitraum erteilte die Geschäftsstelle Gutachterausschuss insgesamt rund 9 200 mündliche und 850 schriftliche Auskünfte.