Schließung Asylstandorte

09.08.2016

Der Landkreis Mittelsachsen reduziert die Kapazitäten für die Unterbringung von Asylsuchenden. So werden die Gemeinschaftsunterkünfte in Rochlitz und Flöha Ende September geschlossen und die Unterkunft in der Mastener Straße in Döbeln sukzessive heruntergefahren, mit dem Ziel, Anfang des kommenden Jahres die Räume freizuziehen.

„Wir passen uns damit den aktuellen Gegebenheiten der geringeren Zuweisungszahlen an“, erklärt Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl.  Derzeit stehen rund 700 Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften frei. „Als Landkreis haben wir eine wirtschaftliche Verantwortung. Eine solche Kapazität vorzuhalten, ist dauerhaft nicht tragbar“, so Steinert. Für August liegt die Zuweisungszahl bei 75 Personen.

Rochlitz

Mit einer Kapazität von 45 Personen gehört die Einrichtung in der Rochlitzer Poststraße eher zu den kleineren, die aber hohe Kosten verursacht. „Wir müssen jeden Standort einzeln betrachten“, unterstreicht der Leiter der Stabsstelle. Eine geplante Nutzung einer Immobilie in der Schützenstraße als Unterkunft wird im Ergebnis der Verhandlungen mit dem Bund nicht erfolgen.

Flöha 

Ähnlich sieht es in Flöha aus. Diese kleine Einrichtung mit zirka 35 Plätzen ist wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.  Da aber im Umfeld zahlreiche Wohnungen durch Asylsuchende genutzt werden, dient der Standort künftig als sozialer Anlaufpunkt. „Wie dieser konkret ausgefüllt wird, steht noch nicht fest“, so Steinert. 

Döbeln

Der ehemalige Verwaltungsstandort in Döbeln wird ab Anfang des kommenden Jahres voraussichtlich nicht mehr als Unterkunft genutzt. Die Kapazität von rund 300 Plätzen wird aber für den Notfall vorgehalten. Damit besteht ab 2017 eine große Gemeinschaftseinrichtung in der Döbelner Friedrichstraße mit einer Kapazität von rund 210 Plätzen. Diese wird derzeit durch den Betreiber saniert. Hinzu kommt das Wohnprojekt in der Nachbarschaft mit 35 Plätzen. 

Allgemein

Landrat Matthias Damm betont, dass es eine Gratwanderung bei den Entscheidungen sei: „Hauptproblem ist, dass niemand belastbar sagen kann, wie sich die Zahlen entwickeln und wir in irgendeiner Form mit einem erneuten Anstieg des Zustrom rechnen müssen.“ Somit gelte es, Überkapazitäten zu minimieren und dennoch einen gewissen Puffer für eine Änderung der Situation zu haben.

Statistik

Seit Jahresbeginn wurden dem Landkreis bis zum 30. Juni  868 Personen zugewiesen somit waren zu diesem Stichtag 2 546 Asylsuchende im Landkreis untergebracht. Eine Prognose der Zahlen seitens des Freistaates bis Jahresende liegt nicht vor.