Schönerstadt gewinnt Dorfwettbewerb

22.09.2017

Der Oederaner Ortsteil Schönerstadt ist Gewinner des diesjährigen Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Damit hat er sich für den nächsten Ausscheid auf Landesebene qualifiziert. Neben Schönerstadt bewarben sich noch die Ortsteile der großen Kreisstadt Rochlitz Breitenborn und Wittgendorf sowie die Reinsberger Ortsteile Neukirchen und Steinbach jeweils gemeinsam.

„Es waren drei sehr gute Teilnehmer. Alle waren unterschiedlich, aber jeder ist für sich liebens- und lebenswert und die Entscheidung fiel uns daher auch nicht leicht“, resümiert Petra Wein. Sie ist die Vorsitzende der Jury, die aus Vertretern verschiedener Fachbereiche des Landratsamtes besteht und die Bewerber besuchte.

Neben dem Gesamteindruck bewertet das Gremium die Bereiche „Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen“, „Soziales Engagement und kulturelle Initiativen“, „Baugestaltung und Siedlungsentwicklung“ und „Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft“. Letztendlich hat das Gesamtbild von Schönerstadt überzeugt.

Die Vertreter des Ortes erhielten einen kunstvollen Schiefer, gestaltet von Kirstin Gottwald aus Rossau. In einem Kopf an Kopf Rennen und mit nur einem Punkt Unterschied in der Bewertung belegte Neukirchen/Steinbach den zweiten und Breitenborn/Wittgendorf den dritten Platz. Alle Teilnehmer erhielten neben einer Urkunde eine finanzielle Prämie. Landrat Matthias Damm betonte bei der Auswertung des Wettbewerbs am 22. September, dass Mittelsachsen geprägt sei von Dörfern inmitten einer idyllischen Landschaft, die  Potential und Zukunft haben. „Die teilnehmenden Dörfer profitieren bereits beim Zusammentragen aller zeigenswerten Aktivitäten im Ort. Seien es solche von Vereinen, Feuerwehr oder dem Kindergarten. Aber auch Bewohner selbst tragen zum Beispiel mit ihrer Gartenpflege zur Attraktivität des Ortes bei“, so Damm. Petra Wein ergänzt: „Aber insbesondere die vielfältigen und manchmal erstaunten Reaktionen der Einwohner, zusammengefasst zu sehen und zu hören, was im Dorf alles passiert und wie viele Aktivitäten es gibt, hat gezeigt: Unsere Dörfer im Landkreis Mittelsachsen haben Zukunft.“

Die Orte – vorgestellt aus dem Blick der Jury:

Schönerstadt hat fast alles, außer einer Kirche. Aber Schönerstadt ist kreativ, sucht und findet Lösungen und das zeichnet wiederum diesen Ort aus. Anstelle der Kirche gibt es im Begegnungszentrum „Glockenturmschule“ einen Andachtsraum. Weil der Kindergarten wegziehen musste, wurden neue Formen gefunden, die die Kinder des Ortes zusammen bringen. Sei es als Überraschungschor für Jubilare, beim Sport oder auf dem neuen Mehrgenerationenspielplatz. Sport, Bewegung, gemeinsames Erleben und Feiern haben in Schönerstadt einen hohen Stellenwert und sind Tradition. Dabei werden alle Generationen eingebunden.

Neukirchen/Steinbach ist zwar verkehrstechnisch hervorragend vernetzt, aber dennoch fern der Stadt. Dazu kam der Strukturwandel der Landwirtschaft. Die im Bauvolumen großen Gehöfte mussten erst einmal Nachnutzer finden. Die Jury konnte hier Beispiele sehen, wo das Dorf und seine Akteure mit ganz eigener Kraft Neues hervorbringen und zukunftsorientiert leben. Die Stärken sind in der wirtschaftlichen Entwicklung zu sehen, die magnetisierend wirkt. Mit über 60 Firmen beziehungsweise Gewerbetreibenden, einer funktionierenden Nahversorgung, der Grundschule, einer starken Feuerwehr und einer kreativen Kirchgemeinde, zwei Reitvereinen und Hobbyreitern sowie vielfältigen Initiativen, die das Dorfleben im Laufe des Jahres bereichern, kann sich der Ort sehen lassen.     

Breitenborn/Wittgendorf punktet mit liebevoll restaurierten und gut sanierten Bauernhöfen. Diese zeigen die positive Grundeinstellung der Bewohner zum Wert und zur Charakteristik ihres Ortes. Mit viel Eigenleistung wurde das historische Trafohaus in Breitenborn instand gesetzt und für die mit dem Schulbus fahrenden Kinder als Wartehaus umfunktioniert. Die Devise in Breitenborn/Wittgendorf könnte lauten „Gemeinsam statt einsam“ und so wird auch gelebt. Der Pfarrhof wird als Ort für Veranstaltungen genutzt und in einem Gebäude des Pfarrgutes können Jugendliche ungezwungen zusammen kommen.