Schutz des Fichtenwaldes vor Schäden durch Borkenkäfer verlangt intensive Kontrolle

28.08.2017

Die Forstbehörde weist darauf hin, dass aktuell in allen Regionen des Landkreises Mittelsachsen Fichten massiv durch Borkenkäfer befallen werden. Ein nahezu dramatisches Schadgeschehen vollzieht sich in Höhenlagen unterhalb von 300 Meter über Normal Null. Örtliche Schwerpunkte sind die Stadt Penig/Gemarkung Obergräfenhain und die Stadt Mittweida/Gemarkung Bürgerwald, aber auch viele weitere Waldorte sind betroffen.

Im Unteren Hügelland haben die Dürreperioden der vergangenen Jahre – zuletzt im Mai und Juni dieses Jahres - bewirkt, dass die Fichten periodisch an akutem Wassermangel litten. Die Produktion von Baumharz, welches durch Verkleben in den Baumstamm eingedrungene Borkenkäfer abzutöten vermag, war dadurch behindert, die Vitalität der Fichten eingeschränkt.

Etwas besser sieht es in den Vorgebirgs- und Berglagen unseres Landkreises aus, zumindest sind die Schadstellen noch auf jeweils einen oder wenige Bäume beschränkt.

Innerhalb unseres Landkreises sind den Förstern in Wäldern aller Eigentumsarten bisher rund 500 Schadherde mit ca. 4500 m3 Schadholz bekannt geworden. Viele weitere Schadstellen werden jedoch von den Waldbesitzern selbst erkannt und saniert, gehen also nicht in die Statistik ein.

Es sind in der Regel über 50-jährige Fichten, weniger jüngere Waldbestände, betroffen. Momentan entwickelt sich die zweite Käfergeneration dieses Jahres zwischen Rinde und Holzkörper der Fichten, unterbricht dadurch deren Wasserversorgung mit der Folge des Absterbens. Die absehbar anhaltend feucht -warme Witterung kann dazu führen, dass sich in diesem Herbst noch eine dritte Käfergeneration entwickelt, die dann ab kommendem Frühjahr verstärkt zu Schaden geht.

Ein Befall durch Borkenkäfer lässt sich anhand verschiedener Bilder erkennen:

  • Welkende, gelbbraun statt grün gefärbte Baumkrone, massiv abfallende Nadeln am Waldboden rund um den Baum,

  • noch grüne Baumkrone, aber bereits zahlreiche Einbohrlöcher rund um den Baumstamm mit ausgeworfenem, hellbraunem Bohrmehl,

  • abgestorbene Fichten einzeln oder in Gruppen,

  • alle diese Merkmale in Kombination mit abfallender Rinde, die besonders auch von Spechtarten bei der Suche nach Nahrung gelockert wird. 

Selbst aufmerksame Waldbesitzer sind erstaunt, dass wenige Tage nach ihrem letzten Kontrollgang ohne Befund plötzlich Befallsherde auftreten. Je nach Entwicklungsstadium der Larven bzw. Käfer hat man dann noch zwischen wenigen Tagen und maximal fünf Wochen Zeit zu deren fachgerechter Sanierung. Erst dann, wenn die mittlere Tagestemperatur andauernd unter 16°C absinkt, wird die biologische Entwicklung verlangsamt bzw. unterbrochen und es steht mehr Zeit für die Sanierung zur Verfügung.

Waldbesitzer, die über 50-jährige Fichten im Waldbestand haben, sind deshalb dringend dazu aufgerufen, zumindest alle zwei Wochen einen Kontrollgang durchzuführen. Aufmerksame, dem Wald verbundene Besucher können mit einem Hinweis auf Borkenkäferherde gleichfalls Gutes tun.

Mitarbeiter der Forstbehörde begehen ebenso wie die Förster der Forstbezirke des Staatsbetriebs Sachsenforst momentan große Waldflächen, um Schadherde rechtzeitig zu entdecken. Verantwortlich für deren fachgerechte Sanierung ist stets der Waldbesitzer, der nach Möglichkeit informiert wird. Für den Fall, dass der Waldbesitzer nicht selbst tätig werden kann, wird ihm Beratung und Hilfe angeboten.

Meldungen zu erkannten Borkenkäferherden, deren Lage möglichst exakt beschrieben werden sollte, nehmen die Forstbehörde des Landkreises Mittelsachsen (Tel. 03731 799-3610, -3611, -3621; E-Mail umwelt.forst@landkreis-mittelsachsen.de) oder die Forstdienststellen der Forstbezirke Marienberg, Bärenfels, Chemnitz und Leipzig des Staatsbetriebs Sachsenforst entgegen. Von daher erfolgen auch erste Hinweise zu Beratung und Hilfe für die Waldbesitzer, sofern sie es wünschen.