Straßenbau 2019 im Überblick

29.04.2019

„An einigen Stellen wird schon fleißig gebaut“, führt die Leiterin des Referates Straßenbau und Straßenverwaltung Claudia Richter in die Vorstellung des diesjährigen Investitionsprogramms bei Kreisstraßen ein.

Rund elf Millionen Euro stehen dafür im Haushalt zur Verfügung. 25 Maßnahmen laufen derzeit beziehungsweise befinden sich für die diesjährige Realisierung in Vorbereitung. „Dabei sind wir auf Fördermittel angewiesen und bedienen uns unterschiedlicher Programme des Freistaates“, erklärt Landrat Matthias Damm. Nur mit Eigenmitteln wäre dies nicht zu stemmen. Die  Projekte in diesem Jahr reichen von einer einfachen Deckensanierung bis zum grundhaften Ausbau. „Mobilität im ländlichen Raum spielt eine ganz wesentliche Rolle und genießt daher auch eine hohe Priorität“, so Damm. Straßen seien in Mittelsachsen Lebensadern und das Ziel sei hier, einen guten Zustand zu erreichen. Aber dies ist zum einen eine finanzielle Frage, auf der anderen Seite spielen Planungen und Genehmigungen ebenso eine Rolle. So sei für den Burgberg in Kriebstein das Plangenehmigungsverfahren angelaufen, aber ein Baubeginn noch in diesem Jahr erscheint derzeit unrealistisch. Rund elf Kilometer des 710 Kilometer langen Kreisstraßennetzes werden in diesem Jahr gebaut.

Mehrere Projekte mit Kosten über eine Million Euro

Zwei größere Maßnahmen werden in den kommenden Tagen beendet. So wird die Kreisstraße (K) 7547 in Kiebitz am 18. April für den Verkehr freigegeben. Zwei Jahre haben die Arbeiten auf einer Länge von 700 Metern gedauert. „Es war ein komplexes Projekt, bei dem alle Medien neu verlegt, eine Stützwand und eine Brücke gebaut worden“, so Richter.  Die Kosten belaufen sich auf rund 1,9 Millionen Euro. Ebenfalls eine große Maßnahme endet am 29. April – der erste Abschnitt der Langenauer Straße in Geringswalde mit einer Länge von 1,5 Kilometern und einem Volumen von über 1,1 Millionen Euro. Im Halsbrücker Ortsteil Niederschöna werden nach fast zwei Jahren die Arbeiten des grundhaften Ausbaus der Ortsdurchfahrt im Juli abgeschlossen. Das Investitionsvolumen beträgt hier auch über eine Million Euro. Der dritte Abschnitt der K 7706 in Breitenau wird im August abgeschlossen. „Damit haben wir die ganze Ortslage geschafft“, zeigt sich Richter erleichtert. Im März 2018 rollten hier die Bagger an. Die Kosten liegen bei 1,3 Millionen Euro.

Schon im vergangenen Jahr begannen die Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau der Kreisstraße im Frankenberger Ortsteil Mühlbach für rund 735.000 Euro. Im September soll der Abschnitt zwischen der Straße „Am Mühlberg“ und dem Abzweig „Dittersbacher Weg“ fertig sein. Noch bis in den Herbst hinein und damit dann auch insgesamt ein Jahr beträgt die Zeit der Bauarbeiten in Mohsdorf. Dort werden letzte Schäden des Hochwassers 2013 beseitigt und eine Brücke sowie eine Stützmauer neu errichtet. „Wir liegen gut im Plan. In Mohsdorf haben wir in den vergangenen Jahren viel gemacht und die Geduld der Anwohner und der Eltern beziehungsweise der Schüler der Grundschule beansprucht, aber ein Ende ist in Sicht“, so Richter.

Fördermittelbescheid noch nicht eingegangen

Für neue in diesem Jahr beginnende Arbeiten gibt es im Bereich des grundhaften Ausbaus über die Richtlinie KstB Teil A  derzeit nur seitens des Freistaates die Zeichen, dass der Landkreis Fördermittel erhalten soll. „Einen Fördermittelbescheid haben wir aber derzeit noch nicht. Zugesichert ist uns nur ein förderunschädlicher Baubeginn“, erklärt der erste Beigeordnete Dr. Lothar Beier. Intern wurde geklärt, dass der Landkreis finanziell in Vorleistung gehen muss. „Unser Ziel ist es, in diesem Jahr die angekündigten Projekte zu bauen und schnellstmöglich die Ausschreibung der Projekte zu starten“, verdeutlicht der erste Beigeordnete. Dabei handelt es sich um den zweiten Bauschnitt der K 8259 in Stein, den Neubau der Brücke der K 8270 in Crossen und den ersten Abschnitt der K 8230 in Schönborn-Dreiwerden. Ein weiteres Vorhaben, das seitens des Freistaates genannt wurde, ist die Stützmauer in Mohsdorf, die aber schon realisiert wird. Landrat Matthias Damm kritisiert dieses Verfahren des Wirtschaftsministeriums: „Wir haben im Februar 2018 Mittel für das Jahr 2018 beantragt, erhalten jetzt eine Nachricht, dass wir in 2019 bauen könnten und 2020 erst das Geld erhalten.“ Es sei noch nie so schwierig wie in diesem Jahr gewesen. Rund 3,6 Millionen Euro wurden 2018 insgesamt beantragt, lediglich 2,9 Millionen Euro sind nun trotz anhaltender Preissteigerung  avisiert. Bis Ende April muss ans Ministerium gemeldet werden, ob der Kreis die Maßnahmen auch durchführen kann und  will. „Dies können wir nur durch eine Zwischenfinanzierung aus dem Haushalt oder notfalls über eine Kreditaufnahme“, so Damm. Aber erst mit Bestätigung des förderunschädlichen Baubeginns durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr könne ausgeschrieben werden, sprich es vergeht noch wertvolle Zeit bis zu einem möglichen Baustart.

Über ein anderes Förderprogramm zur Stärkung der regionalen Wirtschaft des Freistaates wird der dritte und letzte Abschnitt der K 7735 in Cämmerswalde voraussichtlich ab Oktober 2019 bis August 2020 realisiert. Auf einer Strecke von 700 Metern erfolgt der grundhafte Ausbau. Die Kostenschätzung belaufen sich auf rund 712.000 Euro.

Fahrbahn- und Deckensanierungen auf Kreisstraßen

Der Freistaat stellt Fördermittel über die Richtlinie Kommunaler Straßenbau Teil B Mittel für die Decken beziehungsweise Fahrbahnsanierung bereit. Mit diesen Geldern laufen die Arbeiten zwischen Ottendorf und Röllingshain auf einer Länge von zirka 1,8 Kilometern. In zwei Kurven wird eine Randverstärkung durch Pflasterung der Kurveninnenbereiche vorgenommen. Die Kosten liegen bei 462.000 Euro. Schon im Mai wird die Deckensanierung der Braunsdorfer Straße in Niederwiesa abgeschlossen sein. Der Abschnitt beträgt rund 400 Meter mit einem Kostenumfang von über 240.000 Euro. Fortgesetzt wird die Deckensanierung der Kreisstraße 7733 zwischen Friedebach und Dorfchemnitz. Referatsleiterin Claudia Richter: „2018 erfolgte ein erster Abschnitt mit rund 600 Metern, während der Sommerferien soll nun der zweite über 1 200 Meter folgen.“ Auf der K 8206 zwischen Langenstriegis und Eulendorf bei Frankenberg soll voraussichtlich ab August die Fahrbahn auf einer Länge von 1 100 Metern erneuert werden. Ein weiterer Bestandteil der Liste ist die Fahrbahnerneuerung der Kreisstraße 8257 im Bereich des Peniger Ortsteils Langenleuba-Oberhain auf einer Strecke von 1,6 Kilometern. Die Maßnahme musste im Vorjahr auf Grund der parallel umgesetzten Maßnahme entlang der K 8260 in Obergräfenhain verschoben werden. In diesem Jahr soll nun der Bau über die doppelte Länge umgesetzt werden. „Wir gehen davon aus, ab Juni starten zu können und bis Ende des Jahres fertig zu werden“, so Richter.

Brücken in die Zukunft

Mit Hilfe des Investitionsprogramms „Brücken in die Zukunft“ werden die Kreisstraßen in Forchheim und zwischen Braunsdorf und Altenhain ausgebaut. Die Arbeiten beginnen in Forchheim im August auf einer Länge von einem Kilometer, geplanter Abschluss ist im Frühsommer 2020. Rund sieben Monate beträgt die Bauzeit für 900 Meter der Strecke zwischen Braunsdorf und Altenhain, im Mai soll es dort losgehen. Die Kosten betragen hier rund 1,1 Millionen Euro.

Hochwasserschadensbeseitigung noch nicht ganz abgeschlossen

Sechs Maßnahmen sollen in diesem Jahr im Bereich der Hochwasserschadensbeseitigung abgearbeitet werden. Noch bis Ende April läuft mit einem Volumen von zwei Millionen Euro der Ersatzneubau der Plattenbrücke bei Goßberg. „Es ist die größte Hochwassermaßnahme, da hier viele Erdarbeiten notwendig wurden“, erklärt Richter. Ebenfalls im April ist die Stützwand in Berthelsdorf an der Kleinen Striegis fertig, die Bogenbrücke in dem Ort folgt im kommenden Jahr. Für rund 391.000 Euro wird die Brücke bei Kralapp der Gemeinde Zettlitz seit 8. April neu errichtet, geplant ist die notwendige Vollsperrung bis Juli. Noch bis Oktober erfolgt der Ersatzneubau einer Brücke in Littdorf für rund 855.000 Euro. Im Sommer soll das Projekt des Ersatzneubaus der Brücke im Erlauer Ortsteil Obstmühle zur Realisierung kommen. „Wir mussten im vergangenen Jahr die Ausschreibung hierfür aufheben, da die Angebote sehr weit über der Schätzung lagen. Nun starten wir erneut“, erklärt Richter. Landrat Matthias Damm ergänzt: „Man merkt schon, dass die Baubranche an die Kapazitätsgrenze kommt. Wir spüren das zum Teil bei den Ausschreibungen und auch bei den Dauer der Arbeiten.“ Er geht davon aus, dass sich die Lage noch weiter anspannen wird. 

  • K 8294 Geringswalde Langenauer Straße – abgeschlossen im Mai

  • K 7547 Kiebitz – abgeschlossen im April

  • K 7712 Niederschöna – abgeschlossen im Juli

  • K 7706 Breitenau – abgeschlossen im August

  • K 8203 Mühlbach – September 2019

  • K 8208 Mohsdorf – Abschluss Oktober 2019

  • K 7735 Cämmerswalde – Beginn im Oktober 2019

  • K 8251 Röllingshain – Bauende Juni 2019

  • K 7703 Niedwiesa – Bauende Mai 2019

  • K 7733 Sayda – Dorfchemnitz – Baustart Juli 2019

  • K 8257 Langenleuba-Oberhain – Baustart Mai 2019

  • K 8206 Langenstriegis Eulendorf – Baustart August 2019

  • K 7532 Forchheim – ab August 2019

  • K 7703 Braunsdorf – Altenhain ab Mai 2019

  • K 8217 Goßberg – Bauende April 2019

  • K 8232 Berthelsdorf – Bauende April 2019

  • K 8291 Kralapp – Bauende Juli 2019

  • K 8272 Obstmühle – Baustart Juni 2019

  • K 7596 Littdorf – Bauende Oktober 2019