Sturmschäden: Die Forstbehörde informiert

04.12.2017

Der Herbststurm „Herwart“ vom 29. Oktober 2017 hat auch Wälder im Landkreis Mittelsachsen massiv geschädigt. Es deutet sich an, dass „Herwart“ das folgenreichste Sturmereignis seit dem Sturm „Kyrill“ vom Januar 2007 war.

Betroffen sind überwiegend einzelne Bäume mittleren und höheren Alters − nicht allein die flachwurzelnden Fichten, sondern auch andere Arten von Nadel- und Laubbäumen. In höheren Lagen des südlichen Kreisgebietes, an westlich exponierten Wald- und Bestandesrändern sowie auf wechselfeuchten bis nassen Standorten im gesamten Kreisgebiet sind aber auch flächig konzentrierte Sturmschäden zu verzeichnen. Im Folgenden werden Waldbesuchern und Waldbesitzern nützliche Hinweise gegeben, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollten.

Betreten des Waldes

Laut Sächsischem Waldgesetz haben Waldbesucher grundsätzlich das Recht, den Wald zum Zwecke der Erholung zu betreten. Davon ausgenommen sind gesperrte Waldflächen und Waldwege, besonders auch während der Dauer des Einschlages und der Aufbereitung von Holz. Jeder Waldbesucher sollte wissen, dass er „waldtypische Gefahren“  grundsätzlich einkalkulieren muss. Bei sichtbar erhöhter Gefährdung ist es notwendig dieser auszuweichen, indem Wälder während des Sturmes nicht und danach nur beschränkt und sehr aufmerksam betreten werden. 

Verkehrssicherheit prüfen und herstellen

Entlang öffentlicher Straßen, Wege und Wohnbebauung obliegt die Verkehrssicherung dem jeweiligen Waldbesitzer. Dazu soll er periodische Kontrollen durchführen und deren Ergebnis dokumentieren, um im Schadenfall Nachweise zu haben. Aber auch inmitten des Waldes, so entlang viel frequentierter, nicht öffentlicher Waldwege, ist der Waldbesitzer dazu verpflichtet, erkannte  Gefahren unverzüglich zu beseitigen. Folglich ist allen Waldbesitzern dringend zu raten, nach Schadereignissen wie dem Sturm „Herwart“ zeitnahe Sichtkontrollen durchzuführen. Sperrung von WaldWaldbesitzer sind dazu berechtigt, aus wichtigen Gründen − dazu zählt der Schutz der Waldbesucher vor den Folgen von Sturmschäden − das Betreten des Waldes einzuschränken. Die Sperrung von Wald bedarf grundsätzlich der Genehmigung der unteren Forstbehörde beim Landratsamt, die Wald auch von Amts wegen sperren darf. Eine Waldsperrung von bis zu zwei Monaten bedarf keiner Genehmigung. Eine Sperrung und deren Aufhebung sind der Forstbehörde jedoch unverzüglich anzuzeigen.

Bewältigung der Sturmschäden

Von Sturmschäden betroffene Waldbesitzer haben die Pflicht, neben der unmittelbaren Gefahrenabwehr alle weiteren negativen Folgen für ihren Wald so gering als möglich zu halten. Dies können sie selbst tun oder professionelle Hilfe als fachliche Beratung, Betreuung und zur Durchführung ordern. Vor allem geschädigte Fichten müssen bis März 2018 aufgearbeitet und möglichst aus dem Wald abgefahren werden, denn sie sind der ideale Brutraum für Borkenkäfer. Nach einem Sturm wie „Herwart“ ist es zudem ratsam, gegen Wildverbiss gezäunte Verjüngungsflächen zu kontrollieren, da niedergehende Stämme und Äste Wildzäune schnell unwirksam werden lassen. 

Informationen und Kontakte zur Hilfe

Die zuständigen Revierförster der Forstbehörde des Landkreises Mittelsachsen werden telefonisch unter 03731 799-3621, -3610 oder -3611 vermittelt. Die Revierförster des Staatsbetriebs Sachsenforst können unter www.sachsenforst.de/foerstersuche unter Eingabe der Postleitzahl jener Gemeinde, bei der sich der geschädigte Wald befindet, kontaktiert werden. Wer Mitglied einer Forstbetriebsgemeinschaft ist, findet dort kompetente Ansprechpartner. Forstdienstleister können natürlich auch direkt angesprochen und beauftragt werden. Die Internetseiten www.sachsenforst.de  und www.waldwissen.net − Rubrik Waldwirtschaft/Schadensmanagement − liefern weitere wertvolle Informationen zum Umgang mit Sturmschäden im eigenen Wald.