UNESCO entscheidet: Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří erhält Welterbe-Titel

06.07.2019

Es ist geschafft: Heute 14:40 Uhr verkündete das Welterbekomitee der UNESCO auf der 43. Tagung in der Hauptstadt Aserbaidschans, Baku, die Entscheidung über die Ernennung der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zum Welterbe. 36 Stätten standen in diesem Jahr auf der Nominierungsliste. Das Erzgebirge reiht sich nun in die Welterbeliste mit bisher 1 092 Stätten aus 167 Ländern ein. 44 Welterbestätten davon befinden sich ganz oder in Teilen in Deutschland.

Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, reiste mit nach Baku, um in der entscheidenden Sitzung des Welterbekomitees die Bewerbung aktiv zu unterstützen. Nach dem positiven Zuschlag freut er sich und gratuliert den Erzgebirgern: „Heute ist ein großartiger Tag für das gesamte Erzgebirge und Sachsen! Ich gratuliere allen, die zur erfolgreichen Aufnahme der Montanregion in die Welterbeliste mitgewirkt haben, ganz besonders dem Verein Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. und allen weiteren Mitstreitern in Sachsen und Tschechien. Das langjährige Engagement und der unermüdliche Einsatz von vielen hat sich ausgezahlt. Über die Jahrhunderte ist durch den Bergbau im Erzgebirge eine einzigartige Kulturlandschaft entstanden, das hat nun auch die UNESCO anerkannt. Jetzt gilt es, mit dem Welterbetitel die Attraktivität des Erzgebirges weiter auszubauen, für seine Bewohner und Gäste. Die Montanregion kann dabei fest auf die Unterstützung der Staatsregierung zählen.“

Die Vertreter der antragstellenden Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří – Volker Uhlig, Vorsitzender des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V.; Professor Dr. Helmuth Albrecht von der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg; Friederike Hansell, Welterbebeauftragte des Freistaats Sachsen und Mitarbeiterin der Welterbe-Projektgruppe am Institut für Industriearchäologie, wissenschafts- und Technikgeschichte (IWTG) der TU Bergakademie Freiberg und Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH als beauftragte Geschäftsführung des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. – nahmen die Entscheidung des Welterbekomitees voller Freude und Stolz auf. 

„Dieser Tag ist ein ganz besonderer für uns und natürlich für alle, die in den letzten Jahren das Welterbeprojekt begleiteten. Es ist nicht nur die Würdigung eines 20-jährigen Weges der Antragsstellung, sondern ist Ausdruck des unglaublichen Wertes des großen Schatzes aus über 800-jähriger Bergbauhistorie. Über Jahrhunderte formte sich eine einzigartige montane Kulturlandschaft, die nun für die nachfolgenden Generationen einen besonderen Status erlangt“, sagt Vereinsvorsitzender Volker Uhlig.

Matthias Lißke ergänzt: „Die Lebendigkeit unseres Welterbes macht die Einzigartigkeit aus, lebendig an Traditionen, Brauchtum und Forschung. Die Wertschätzung als Welterbe bedeutet uns enorm viel und wird die Bekanntheit des Erzgebirges als Montanregion, Wirtschaftsstandort und Tourismusregion stärken, vor allem aber unser Image als lebenswerte Region bereichern.“ 

Der Antrag der Erzgebirger, der im Vorfeld von den Gutachtern des Internationalen Denkmalrates ICOMOS befürwortet wurde, stieß im Welterbekomitee auf breite positive Resonanz. 

Mehr als 800 Jahre Historie, zwei Länder, ein gemeinsames Welterbe – was vor 20 Jahren mit der Eintragung der „Montan- und Kulturlandschaft Erzgebirge“ auf die offizielle deutsche Tentativliste begann, darf heute nach zehn Jahren intensiver Arbeit am Antrag Früchte tragen. Mehr als tausend  Menschen waren bis jetzt am Prozess des „Bottom-up“-Projektes beteiligt – von ganz normalen Bürgern und Vereinsmitgliedern über Kommunen bis hin zu Gremien in Ministerien. Die Heimatverbundenheit der Menschen von Altenberg im Osten bis Hartmannsdorf im Westen wird nun durch den Welterbetitel geadelt. 

Sachsen und Böhmen verbindet jetzt ein Welterbe, das sich aus 22 Bestandteilen zusammensetzt – 17 Bestandteile auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Jeder einzelne stellt schon für sich die Welterbekriterien anschaulich dar, aber nur die Verbindung aller 22 Bestandteile ist gemeinsam ein Welterbe im Sinne einer grenzüberschreitenden Wertegemeinschaft. In der Summe dieser Bestandteile liegt der außergewöhnliche universelle Wert begründet – dieser „outstanding universal value (OUV)“ ist Grundvoraussetzung, um den Welterbetitel zu erlangen.

36 Stätten standen in diesem Jahr auf der Nominierungsliste, drei davon aus oder mit Beteiligung Deutschlands. Neben der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sind es das Augsburger Wassermanagement-System und die Grenzen des Römischen Reiches – Der Donaulimes (Westlicher Abschnitt – ein gemeinsamer transnationaler Antrag mit Österreich, der Slowakei und Ungarn).

Landrat Matthias Damm zur heutigen Entscheidung:

„Ein Tag, der in die Geschichte der Region eingeht und viel Verantwortung nach sich ziehen wird, auf die wir uns freuen. Ich gratuliere und bedanke mich bei den Machern des Titels für die Zielstrebigkeit, die Hartnäckigkeit und die Überzeugungskraft auf wissenschaftlicher und politischer Ebene alle mitzunehmen. Diese vielen Jahren brachten die Region grenzübergreifend näher zusammen. Unser aller Aufgabe ist es, diesen Titel aktiv zu leben – mit dem Ziel, diese hier hervorgehobenen Werte für nachfolgende Generationen zu bewahren.“

Weitere Informationen unter www.montanregion-erzgebirge.de

Die Delegation in Baku freut sich über die positive Entscheidung des Welterbekomitees in Baku. Foto: Pawel Sosnowski

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