Verbringung von Hundewelpen

04.09.2015

Hundewelpen ohne Tollwutimpfschutz dürfen nicht aus dem Ausland nach Deutschland verbracht werden.

In den letzten Monaten sind im Landkreis Mittelsachsen immer wieder Hunde aus dem Ausland ohne Tollwutimpfung beziehungsweise ohne wirksamen Impfschutz festgestellt worden. Meist stammten diese als Welpen aus Polen und wurden aus Unwissenheit entgegen den rechtlichen Regelungen verbracht. Da in Polen die Tollwut noch verbreitet ist, kann durch solche Tiere diese gefährliche Zoonose eingeschleppt werden und stellt für Menschen und andere Tiere eine Gefahr dar. Die Tiere müssen quarantänisiert werden und der Halter hat mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen.

Seit dem 29. Dezember 2014 gelten  für die Verbringung von Heimtieren zu anderen als zu Handelszwecken die neue Verordnung (EU) Nr. 576/2013 sowie die dazugehörige Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013, die die Verordnung (EG) Nr. 998/2003 abgelöst haben.

Folgende Neuerungen haben sich damit ergeben:

  • Für Hunde, Katzen und Frettchen, die innerhalb der Europäischen Union grenzüberschreitend transportiert werden, muss grundsätzlich ein Heimtierausweis nach einheitlichem Muster mitgeführt werden. Dieser Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, das heißt das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer im Pass eingetragen sein. Seit dem 3. Juli 2011 ist für neu gekennzeichnete Tiere der Microchip verpflichtend. Für die Erstausstellung von Heimtierausweisen sind ausschließlich „neue Pässe“ zu verwenden, welche den Formvorgaben des Anhangs III der Durchführungs-verordnung 577/2013 entsprechen. Der neue Heimtierausweis beinhaltet unter anderem erweiterte Ausfüllpflichten für den ermächtigten Tierarzt, zzum Beispiel ab wann und bis wann die Tollwutimpfung Gültigkeit hat. Die vor dem 29. Dezember 2014 ausgestellten „alten“ Heimtierausweise behalten jedoch ihre Gültigkeit solange das Tier lebt.

  • Neben Angaben zu dem Tier und seinem Besitzer muss der Heimtierausweis den tierärztlichen Nachweis enthalten, dass das Tier über einen gültigen Impfschutz gegen Tollwut verfügt. Da für die Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes eine Zeitspanne von 21 Tagen erforderlich ist, bedeutet dies im Falle einer Erstimpfung, dass diese mindestens 21 Tage vor Grenzübertritt erfolgen muss. Wird eine Wiederholungsimpfung erst nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der letzten Impfung verabreicht, so entspricht diese Impfung einer Erstimpfung (Gültigkeitsdauer der Impfung ist im Pass vermerkt).

  • Auch Welpen dürfen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland einreisen beziehungsweise Deutschland im Transit passieren. Da die Tollwut-Erstimpfung frühestens im Alter von 12 Wochen durchgeführt werden darf und es danach weitere 21 Tage bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes dauert, können Welpen frühestens im Alter von 15 Wochen ein- beziehungsweise durchreisen.

  • Pro Person dürfen im Reiseverkehr höchstens fünf Heimtiere (Hunde, Katzen, Frettchen) mitgeführt werden. Die Tiere dürfen nicht dazu bestimmt sein, den Besitzer zu wechseln. Die Höchstzahl von fünf Heimtieren darf überschritten werden, wenn die Tiere zum Zweck der Teilnahme an Wettbewerben, Ausstellungen und Sportveranstaltungen beziehungsweise zum Training für solche Veranstaltungen verbracht werden (kein Besitzerwechsel). Diese Tiere müssen mindestens sechs Monate alt sein und es muss ein schriftlicher Nachweis vorliegen, dass die Tiere für eine der genannten Veranstaltungen registriert sind. Sollen mehr als fünf Tiere zu anderen Zwecken verbracht werden, gelten die Regelungen für den Handel mit Tieren.